Populäre Video-App Darum sollten Eltern die TikTok-Einstellungen ihrer Kinder kennen

Neben Snapchat und Instagram zählt TikTok zu den Lieblings-Apps junger Menschen. Doch die Videoplattform hat ihre Tücken: Für Eltern lohnt es sich, mit ihren Kindern darüber zu sprechen.

Die App TikTok ist mittlerweile auf den Smartphones vieler Kinder und Jugendlicher zu finden
imago images/Xinhua

Die App TikTok ist mittlerweile auf den Smartphones vieler Kinder und Jugendlicher zu finden


Bei Kindern und Jugendlichen steht die Video-App TikTok hoch im Kurs. Gleichzeitig ist sie im Visier von Datenschützern. Wegen des Umgangs der App mit den Daten junger Nutzer, und weil im Prinzip jeder Erwachsene innerhalb der App jedem Kind Nachrichten schreiben könne, läuft in Großbritannien eine Untersuchung gegen TikTok , berichtet nun "The Guardian".

Bei TikTok geht es primär darum, kurze Videos zu synchron abgespielten Playback-Songs aufzunehmen, die dann von anderen Nutzern bewertet und kommentiert werden. Hinter der App, in der im Sommer 2018 die Anwendung musical.ly aufging, steht der chinesische Entwickler Bytedance.

Vor sogenanntem Cybergrooming, das meist mit unerwünschten Kontaktaufnahmen durch Fremde beginnt, schützen entsprechende Einstellungen. So lassen sich TikTok-Profile händisch auf privat stellen, erläutert die Initiative "Schau hin!". Nur Personen, denen man erlaubt hat, einem zu folgen, können so die eigenen Beiträge sehen. Bei Profilen von Kindern ist es ebenfalls sinnvoll, einzustellen, dass nur befreundete Nutzer einem Nachrichten schicken dürfen.

Eltern sollten mit ihrem Nachwuchs das Profil entsprechend einrichten und eindeutige Nutzungsregeln vereinbaren, raten die Experten. So sollte Eltern zum Beispiel klar sein, dass öffentlich gepostete Videos nicht nur von jedem anderen Nutzer gesehen, sondern - über entsprechende Dienste - auch gespeichert werden können. Im "Sicherheitszentrum" der App und beim österreichischen Webdienst "SaferInternet" finden sich Erläuterungen, wie sich TikTok-Profile besser schützen lassen.

Keine echte Altersprüfung

Auf der TikTok-Website weist das Unternehmen selbst zum Beispiel darauf hin, dass Informationen wie das Profilfoto, der Nutzername und die Biografie immer sichtbar sind, auch bei privaten Accounts. Allzu persönliche Daten, wie Telefonnummern, Anschriften oder E-Mail-Adressen, sollten hier also nicht eingetragen werden.

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Video-App: So funktioniert TikTok

Eltern sollten außerdem wissen: Durch In-App-Käufe können Nutzer auf TikTok anderen virtuelle Geschenke machen, dafür fließt aber bares Geld. Auch Spezialeffekte lassen sich kaufen, erläutert "Schau hin!" und rät Eltern, die App so einzustellen, dass Kinder Downloads und Käufe nur tätigen dürfen, wenn sie das vorher mit ihnen abgesprochen haben. Die Seite "Klicksafe" legt Eltern nahe, In-App-Käufe direkt in den Smartphone-Einstellungen zu deaktivieren. "Klicksafe" hat auch noch mehr Tipps für Eltern.

TikTok ist grundsätzlich ab 13 Jahren freigegeben, unter 18-Jährige brauchen laut den Geschäftsbedingungen eine Erlaubnis der Eltern. Doch "Schau hin!" zufolge findet keine wirkliche Altersüberprüfung statt.

Laut einem Artikel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" prüft die Berliner Landesdatenschutzbeauftragte die App übrigens seit August 2018. Dabei geht es dem Bericht zufolge aber nicht um Jugendschutz, sondern um nicht gelöschte Daten. Die Prüfung laufe noch.

Update, 5. Juli: Von TikTok heißt es in einer Stellungnahme zum Thema, dem Unternehmen sei es wichtig, "eine angenehme und positive Umgebung für alle unsere Nutzer zu schaffen": "Wir befolgen örtliche Gesetze und Vorschriften und arbeiten mit den Behörden zusammen, um ihnen relevante Informationen zur Verfügung zu stellen."

mbö/dpa



insgesamt 1 Beitrag
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Nonvaio01 04.07.2019
1. in app kaeufe
immer nur mit passwort, wie im artikel beschrieben in den grund einstellungen des Handys vornehmen. Eine Alterspruefung gibt es sogut wie nie im Interent, wie denn auch? Solange meine Kreditkarte braucht kann auch keine alters pruefung stattfinden.
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