Twitteraccount des künftigen US-Präsidenten Biden muss als @POTUS bei null anfangen

Bald wird Twitter dem nächsten Präsidenten Joe Biden zwei wichtige Accounts überlassen – angeblich jedoch ohne die derzeitigen Millionen von Followern. Donald Trump hatte noch Publikum aus der Obama-Zeit geerbt.
Joe Biden: Seine Regierung bekommt einige Accounts, die bisher das Trump-Team nutzt

Joe Biden: Seine Regierung bekommt einige Accounts, die bisher das Trump-Team nutzt

Foto: Drew Angerer / Getty Images

Twitter plant, verschiedene wichtige Regierungs-Accounts am 20. Januar neu zu starten, darunter die Präsenz des Weißen Haus @WhiteHouse sowie das Konto @POTUS, das für den President Of The United States of America vorgesehen ist. Das berichten US-Medien wie Bloomberg  mit Verweis auf Joe Bidens Digitalchef Rob Flaherty  und Statements von Twitter.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Bislang liegen die Accounts in der Hand der Trump-Regierung. @WhiteHouse hat 26 Millionen Follower, @POTUS 33,2 Millionen. Damit sind beide Accounts zwar weniger populär als Donald Trumps persönlicher, intensiver bespielter Account @realDonaldTrump mit 88,5 Millionen Followern. Mit einer zweistelligen Millionenzahl an Followern sind sie für Twitterverhältnisse trotzdem sehr groß und relevant.

Die offiziellen Regierungs-Accounts sollen im Zuge von dessen Amtseinführung nun an den kommenden US-Präsidenten Joe Biden übergehen, so ging Twitter schon beim vorherigen Regierungswechsel vor. Twitters bisheriger Plan, die Accounts auf null zu setzen, wäre jedoch eine Kehrtwende.

Nach der Wahl 2016 beziehungsweise bei der Amtsübergabe Anfang 2017, als verschiedene Twitterkonten von der Obama- an die Trump-Regierung übergingen, wurden die Follower nicht gelöscht: Die Tweets aus der Obama-Zeit wurden zwar archiviert, die Konten behielten jedoch ihr Publikum. Bloomberg schreibt, @WhiteHouse und @POTUS hätten zur Zeit des Regierungswechsels jeweils mehr als 13 Millionen Follower gehabt.

Ein anderes Vorgehen als beim vorherigen Mal

»2016 übernahm die Trump-Regierung alle Twitter-Follower Barack Obamas, die @POTUS und @WhiteHouse folgten – auf Drängen von Team 44«, betont auch Biden-Digitalchef Flaherty, mit Team 44 meint er Barack Obamas Team, da Obama der 44. US-Präsident war. »2020 informiert uns Twitter nun darüber, dass die Biden-Regierung ab sofort bei null anfangen muss.«

Warum Twitter sein Vorgehen ändert, ist bislang unbekannt. Dem Magazin »The Verge« teilte der Dienst mit, dass er in laufenden Gesprächen mit Bidens Übergangsteam sei, »über eine Reihe von Aspekten im Zusammenhang mit der Übertragung von Konten rund um das Weiße Haus«.

Weiter erfuhr »The Verge« von Twitter aber auch, dass alle, die derzeit @POTUS oder auch @WhiteHouse folgen, am Tag von Bidens Amtseinführung eine Benachrichtigung bekommen sollen, dass die Accounts nun archiviert würden. Zugleich soll den Nutzern eine Option angezeigt werden, den Biden-Pendants jener Konten zu folgen. Wie genau diese Hinweise aussehen werden, ist unklar. Und ein automatischer Follower-Übergang scheint damit auch ausgeschlossen. Donald Trumps @POTUS-Konto soll »The Verge« zufolge am 20. Januar in @POTUS45 umbenannt und auf inaktiv geschaltet werden.

Aus dem Biden-Team heißt es laut Bloomberg derweil, man wolle die Follower des bisherigen Accounts @Transition46 zu @WhiteHouse mitnehmen. @Transition46 kommt Stand Mittwoch allerdings nur auf 1,2 Millionen Follower. Joe Bidens persönlicher Account @JoeBiden hat derzeit 21,7 Millionen Follower.

mbö