Dataminr US-Geheimdienste verlieren Zugang zu Twitter-Alarmdienst

Die Spannungen zwischen dem Silicon Valley und der Regierung flauen nicht ab: Einem Medienbericht zufolge haben die US-Geheimdienste nun den Zugang zum Dienst Dataminr verloren, der Twitter-Nachrichten auswertet.

Website von Dataminr

Website von Dataminr


Twitter hat offenbar darauf gedrungen, dass der Analysedienst Dataminr nach zwei Jahren seine Zusammenarbeit mit den US-Geheimdiensten beendet. Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Geheimdienstquellen.

Dataminr ist der einzige Anbieter, der sowohl Echtzeit-Zugriff auf die gesamte Masse an Twitter-Nachrichten hat als auch die Auswertungsergebnisse verkaufen kann. Auf dieser Basis verschickt der Dienst Warnungen, unter anderem bei Terroranschlägen. Zuletzt konnte Dataminr seine Kunden zum Beispiel vergleichsweise schnell über die Attacken in Paris und Brüssel alarmieren.

Twitter erklärte in einer allgemein gehaltenen Stellungnahme, Auswertern seiner Daten werde grundsätzlich untersagt, Regierungsstellen für Überwachungszwecke zu beliefern. "Die Daten sind größtenteils öffentlich und die US-Regierung kann offen zugängliche Profile selbst im Blick behalten, so wie jeder Nutzer das kann", zitiert die Zeitung das Unternehmen. Twitter ist mit fünf Prozent an Dataminr beteiligt.

Das "Wall Street Journal" zitiert eine ungenannte Quelle aus dem Geheimdienst-Umfeld mit der Vermutung, Twitter habe sich wohl Sorgen darüber gemacht, als zu eng mit den Geheimdiensten verbandelt wahrgenommen werden zu können. Wie es dazu kam, dass Dataminr seiner Dienste zwei Jahre lang der Regierung anbieten konnte, kommentierte Twitter nicht.

Laut dem Zeitungsbericht hat Dataminr noch einen separaten, ähnlichen Vertrag mit dem US-Heimatschutzministerium, der nach wie vor gültig ist.

mbö/AFP

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insgesamt 3 Beiträge
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xineohp 09.05.2016
1. Grundregel Nummer 1:
... so wenig Daten wie möglich ins Internet geben. Alles was irgendwie offline geht auch offline halten. Grundregel Nummer 2: bloss nicht einlullen lassen - der nächste Besitzer meiner ach so vertrauenswürdigen Internetplattform macht nämlich alles anders, - der kauft alle privaten Daten mit und macht damit die besten Geschäfte. Diese öffentlichen Auseinandersetzungen sind alle nur dazu da, die letzten Bewahrer ihrer Privatsphäre ins Netz und damit auf Glatteis zu locken. Ich hoffe die schweigende Mehrheit bleibt sich treu und läßt diesen Unfug so weit es geht :-))
zick-zack 09.05.2016
2. Frage
Wieviele Twitterer haben von diesem Dienst gewußt?
frenchie3 10.05.2016
3. Da tun wir mal so als wüßten wir
von nichts und sagen: was in Twitter rein- und wieder rauskommt ist doch eh öffentlich. Bräuchte da ein Geheimdienst nicht einfach nur selber eine Auswertungsabteilung aufbauen? Wird doch schlimmstenfalls teurer als bisher. Schnüffelei ist das wohl eher nicht, die Leute wollen doch daß die Tweets gelesen werden
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