Kontrolle über Diskussionen Twitter-Anwender können jetzt unangemessene Beiträge ausblenden

Twitter will Beleidigungen und Hetze in seinem Netzwerk eindämmen: Nutzer können unangemessene Antworten auf ihre Tweets nun verstecken. Sie lassen sich aber trotzdem noch finden.

Feed aufräumen: Nutzer können jetzt entscheiden, welche Nachrichten auf ihre Tweets sie verbergen möchten
imago images / Joko

Feed aufräumen: Nutzer können jetzt entscheiden, welche Nachrichten auf ihre Tweets sie verbergen möchten


Zur Verbesserung des Umgangstons hat Twitter eine Neuerung bei den Antworten auf Tweets angekündigt. "Ab heute kannst du Antworten auf deine Tweets ausblenden", schreibt das US-Unternehmen. "Aus den Augen, aus dem Sinn."

Wer sich von Erwiderungen auf eigene Einträge beleidigt fühlt oder sie als nicht zum Thema passend einschätzt, könne diese künftig verbergen, schrieb Twitter am Donnerstag. Nutzer sollten sich "sicher und wohlfühlen, wenn sie sich auf Twitter unterhalten".

Von den Anwendern wird die Neuerung kontrovers diskutiert: Viele begrüßen das Feature als Mittel zur "Schadensbegrenzung", andere kritisieren es als "Zensurknopf".

Per Mausklick wieder sichtbar

Die neue Funktion soll dazu beitragen, beleidigende oder hetzerische Beiträge aus der Diskussion auszuklammern. So sollen Nutzer "mehr Kontrolle" über die Diskussionen, die sie starten, erhalten. Jeder Anwender kann derart verborgene Antworten allerdings per Mausklick wieder für sich sichtbar machen. Auf diese Weise soll laut Twitter Zensur verhindert werden.

Twitter hatte die Funktion kürzlich in mehreren Ländern getestet und herausgefunden, dass es sich bei den verborgenen Antworten tatsächlich um Tweets handelte, die als "irrelevant, am Thema vorbei oder schikanierend" eingestuft wurden.

In Diskussionen auf Twitter passiert es oft, dass Nutzer mit ihren Antworten zu einem Beitrag nach und nach vom Thema abkommen oder den Umgangston der Unterhaltung damit stark beeinflussen. Twitter sieht sich immer wieder Forderungen gegenüber, gegen unangemessene Inhalte konsequenter vorzugehen. Es würden nun künftig noch weitere Optionen getestet, etwa wer bestimmte Konversationen sehen und dann auch darauf antworten kann, kündigte der Dienst an.

sop/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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demokratie-troll 22.11.2019
1. Twitterregeln^^
Im Prinzip konnte man ja schon immer unerwünschte Beiträge blockieren, indem der Teilnehmer blockiert wurde. Sehr beliebt ist auch die Methode, wen zu beschimpfen und anschließend die Beschimpfung zu verstecken, indem dem Beschimpften die Beiträge des Angreifers blockiert wurden, so dass nur Dritte die Beschimpfung sahen. Es geht ja selten darum, den politischen Widersacher zu manipulieren, sondern darum, ihn entweder in schlechtem Licht erscheinen zu lassen oder gar mundtot zu machen, indem ihm der Zugang zum Publikum abgeschnitten wird - am liebsten indem er wegzensiert oder sein Account gelöscht wird. Jeder Widerspruch, jede Kritik, jedes Gegenargument wird als Beleidigung, Hassinhalt oder querulatorisches Argumentieren am Thema vorbei gewertet. Nur die Verbeugung vor der eigenen Größe und was der Selbstbestätigung dient, gilt als angemessen und damit zulässig, alles andere als Einmischung, die aus dem Kontext eliminiert werden muss.
Thomas Magnum 22.11.2019
2.
Zitat von demokratie-trollIm Prinzip konnte man ja schon immer unerwünschte Beiträge blockieren, indem der Teilnehmer blockiert wurde. Sehr beliebt ist auch die Methode, wen zu beschimpfen und anschließend die Beschimpfung zu verstecken, indem dem Beschimpften die Beiträge des Angreifers blockiert wurden, so dass nur Dritte die Beschimpfung sahen. Es geht ja selten darum, den politischen Widersacher zu manipulieren, sondern darum, ihn entweder in schlechtem Licht erscheinen zu lassen oder gar mundtot zu machen, indem ihm der Zugang zum Publikum abgeschnitten wird - am liebsten indem er wegzensiert oder sein Account gelöscht wird. Jeder Widerspruch, jede Kritik, jedes Gegenargument wird als Beleidigung, Hassinhalt oder querulatorisches Argumentieren am Thema vorbei gewertet. Nur die Verbeugung vor der eigenen Größe und was der Selbstbestätigung dient, gilt als angemessen und damit zulässig, alles andere als Einmischung, die aus dem Kontext eliminiert werden muss.
Richtig. In dieser Richtung läuft zur Zeit so Einiges auf Twitter, was nicht wirklich freien Diskurs bedeutet. Und dabei gehts nicht mal um echte Hassposts. Es reicht schon aus, wenn jemand feststellt, daß "Transfrauen keine (biologischen) Frauen" sind, und schwups ist der Account weg. Dafür daß jemand die nackte Wahrheit benennt.
sok1950 22.11.2019
3. die eigene Info-Blase wird noch stärker
klar, unangenehme Beiträge/Antworten einfach ausblenden und die eigene Welt ist wieder heil. ...und dann ist man überrascht das "das Volk" nicht so wählt wie man es (und die SPON-Schreiberlinge) erwartet haben, z.B. dass Trump Präsident wird oder Merkel noch eine Amtszeit als Kanzlerin bekommt. Manchmal wünsche ich mir die alten Zeiten ohne Internet zurück - da musste man eine Zeitung kaufen und die wirklich guten Zeitungen haben immer auf der gleichen Seite unterschiedliche und gegensätzliche Meinungen und das auch noch nebeneinander veröffentlicht. Sollte SPON auch mal probieren a la "Zurück in die Vergangenheit"...
klichti 23.11.2019
4.
Zitat von Thomas MagnumRichtig. In dieser Richtung läuft zur Zeit so Einiges auf Twitter, was nicht wirklich freien Diskurs bedeutet. Und dabei gehts nicht mal um echte Hassposts. Es reicht schon aus, wenn jemand feststellt, daß "Transfrauen keine (biologischen) Frauen" sind, und schwups ist der Account weg. Dafür daß jemand die nackte Wahrheit benennt.
Da wird man dafür bestraft, dummes Zeuchs zu labern, das niemanden interessiert, das aber Aufmerksamkeits-Bandbreite von Wichtigerem abzieht.Im Ernst: wer findet denn die Erkenntnis, daß Trans-Menschen genetisch ein anderes Geschlecht haben als vom Aussehen her, noch bemerkenswert? Der wird dann wohl auch total überrascht davon sein, daß es draußen dunkel wird, wenn die Sonne untergeht. Ob so einer überhaupt den Sinn von sozialen Netzwerken versteht (so es einen gibt).
heissSPOrN 23.11.2019
5.
Wenn der Betroffene die Beleidigungen nicht mehr sieht sind sie ja nicht weg; das erinnert an die kindliche Logik "wenn ich Dich nicht sehe kannst Du mich auch nicht sehen". Für wie blöd halten die asozialen Netzwerke ihre Nutzer eigentlich?
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