Twitter stellt Video-App ein Bitte nicht vinen

An einem Tag hat Twitter gleich zwei folgenschwere Entscheidungen getroffen: Der Kurznachrichtendienst streicht nicht nur fast jede zehnte Stelle. Auch für eine beliebte App ist bald Schluss.
Mit Vine erstelltes Video

Mit Vine erstelltes Video

In ganz kurzer Zeit haben Loop-Videos Kultstatus erreicht. Doch die Software, mit der sie erstellt werden, wird es schon bald nicht mehr geben. Twitter stellt seine Video-App Vine ein. Das erklärten Twitter und Vine in einer Mitteilung .

Die App soll zunächst unangetastet bleiben. Die User werden weiterhin auf ihre Vines zugreifen und sie herunterladen können. Auch die Website wird laut der Pressemitteilung zunächst online bleiben. "Ihr werdet benachrichtigt, bevor wir irgendwelche Veränderungen an der App oder der Website vornehmen."

Mit Vine kann man kurze Videoclips in Endlosschleifen verbinden und online stellen. Twitter hatte sie wenige Monate nach dem Start im Herbst 2012 gekauft. Inzwischen fokussiert sich Twitter bei Video stärker auf die Livestreaming-App Periscope.

Unter dem Hashtag #RipVine twittern User bereits ihre liebsten Vine-Videos.

Kurz zuvor hatte Twitter bekannt gegeben, dass es neun Prozent seiner weltweiten Stellen abbauen werde. Ziel des Umbaus sei es, "2017 Richtung Rentabilität zu kommen", sagte Finanzchef Anthony Noto. Der defizitäre Kurznachrichtendienst beschäftigte zuletzt weltweit 3860 Mitarbeiter.

Von Juli bis September verbuchte Twitter ein Minus von 103 Millionen Dollar, nach einem Verlust von 132 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Der vor allem mit Werbung erzielte Umsatz stieg um acht Prozent auf 616 Millionen Dollar.

Der vor zehn Jahren gegründete Internetdienst hat noch nie Gewinn gemacht. Die Nutzerzahlen steigen zudem mittlerweile nur noch langsam. Für das dritte Quartal meldete Twitter 317 Millionen monatlich aktive Nutzer - eine geringe Steigerung nach 313 Millionen im zweiten Quartal.

asa

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