Übernahme durch US-Firmen So soll der TikTok-Deal angeblich aussehen

Die von Donald Trump gesetzte Frist für einen Deal um das US-Geschäft von TikTok läuft aus. Im Fokus stehen jetzt die Konditionen der amerikanischen Regierung, überraschende Aussagen des Präsidenten und eine interessante Personalie.
Der von Donald Trump erzwungene TikTok-Deal soll angeblich bald stehen

Der von Donald Trump erzwungene TikTok-Deal soll angeblich bald stehen

Foto: - / dpa

Einem Insider zufolge gibt es eine Einigung zwischen dem chinesischen TikTok-Eigentümer Bytedance und der US-Regierung über die Zukunft des US-Geschäfts der App. Nach einem neuen Entwurf aus dem US-Finanzministerium, dem Bytedance bereits zugestimmt habe, sollten die US-Konzerne Oracle und WalMart sowie die US-Anteilseigner von Bytedance mindestens 60 Prozent an TikTok halten, sagte eine über die Sachlage informierte Person demnach am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

US-Präsident Donald Trump bezeichnet TikTok als Sicherheitsrisiko mit der Begründung, dass chinesische Behörden an Daten von Amerikanern gelangen könnten. TikTok und Bytedance bestreiten dies. Am 20. September endet die Frist, die Trump per Exekutivanordnung gesetzt hatte - danach dürfen US-Bürger und US-Unternehmen keine Geschäfte mehr mit TikTok machen, es droht damit das Aus der App in den USA. Dort gibt es rund 100 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Ein Deal um TikTok muss vom Präsidenten abgesegnet werden.

Dem Papier aus dem US-Finanzministerium zufolge soll eine neue Gesellschaft namens TikTok Global entstehen, die von einem Amerikaner geleitet wird und mehrheitlich Amerikaner in ihrem Board of Directors hat. Der Softwarekonzern Oracle, der zunächst eine Partnerschaft mit TikTok angestrebt hatte, wolle nun 20 Prozent der Anteile erwerben.

Microsoft laut Trump noch im Rennen

Trump selbst sagte  am Donnerstag überraschend: "Ich schätze, Microsoft ist auch immer noch dabei". Das Unternehmen hatte über einen Kauf des TikTok-Geschäfts in den USA und anderen Ländern verhandelt, teilte vor wenigen Tagen aber mit, dass sein Angebot von Bytedance abgelehnt worden sei.

Microsofts Gespräche waren zudem von der chinesischen Regierung torpediert worden: Sie führte eine Regel ein, nach der sie dem Verkauf von Software-Algorithmen ins Ausland zustimmen muss. TikToks Herzstück ist der Empfehlungsalgorithmus, er entscheidet darüber, welche Videos einem Nutzer als nächste vorgeschlagen werden.

Danach wurde schnell ein Ersatzplan ausgearbeitet, nach dem Oracle als Technologiepartner von TikTok auftreten soll und das globale Geschäft der Video-App in eine neue Firma mit Sitz in den USA eingebracht wird.

Nach Medienberichten sollte dabei Oracle die Speicherung der Daten von US-Nutzern übernehmen und auch Einblick in die Software bekommen, damit es keine Hintertüren für chinesische Behörden geben könne.

Instagram-Mitgründer als Chef von TikTok Global?

Der Sender CNBC berichtete, TikTok Global könne in einem Jahr an die Börse gebracht werden. Die "New York Times" schrieb , als ein Kandidat für den Chefposten sei Kevin Systrom, einer der Instagram-Gründer, angesprochen worden. Systrom hatte Instagram nach der Übernahme durch Facebook verlassen, angeblich wegen Unstimmigkeiten mit Facebook-CEO Mark Zuckerberg.

Der Finanzdienst "Bloomberg" schrieb , Bytedance sei zuversichtlich, die Zustimmung der chinesischen Regierung für den aktuellen Deal zu bekommen. Solange die Algorithmen nicht den Besitzer wechselten, gelte das auch für den Fall, dass der chinesische Konzern die Mehrheit an TikTok abtreten müsste, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

pbe/Reuters/dpa
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