Digitale Videobibliothek Liebe Leserin, lieber Leser,

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die Digitalwelt ist schnelllebig. Irgendwo entsteht immer irgendein neuer Dienst, irgendwo anders wird derweil wieder einer geschlossen, den man vielleicht längst aus den Augen verloren hatte. Das Aus mancher Angebote aber ist nicht nur ein Zeichen einer sich verändernden Medienwelt, sondern für Nutzer durchaus auch ein Ärgernis, wie jetzt bei UltraViolet.

UltraViolet ist ein Videodienst, über den sich - in Kooperation mit und über die Seiten von Partnern wie Flixster - Videos, die man zuvor auf DVD oder Blu-ray erworben hat, als Stream abrufen lassen. Wer Filme oder Serien noch auf Datenträgern kauft, bekommt eine Cloud-Variante kostenlos dazu, so lautete sinngemäß das Versprechen der Filmstudios, die hinter dem Dienst standen. In vielen DVD- und Blu-ray-Hüllen fanden sich entsprechende Codes, die es ermöglichten, die gekauften Filme beispielsweise auch auf Tablets und Smartphones anzuschauen.

"Immer wenn Sie einen UltraViolet-Film oder eine Fernsehsendung kaufen, können Sie einen digitalen 'Kaufnachweis' zu Ihrer UltraViolet-Bibliothek hinzufügen", beschrieb UltraViolet sein Modell.

Logo der Website von UltraViolet
Ultraviolet

Logo der Website von UltraViolet

Nun aber macht UltraViolet dicht - laut Website aufgrund mehrerer, im Detail kaum erklärter "Marktfaktoren". Der Schritt war bereits vor Monaten angekündigt worden. Das offizielle Ende wurde ist für Mittwoch, den 31. Juli, angekündigt. Die Cloud-Versionen der gekauften Videos tauchen dann nur noch auf den Partnerseiten auf, nicht mehr aber gesammelt auf der UltraViolet-Website.

Jetzt die Bibliothek mit Videociety oder Flixster verlinken

Wichtig ist es daher, so dies noch nicht gemacht wurde, die eigene UltraViolet-Bibliothek mit jenen Partnerseiten zu verlinken. Kunden aus Deutschland stehen derzeit offenbar aber nur noch zwei Verlinkungspartner zur Verfügung, nämlich Videociety und Flixster (wie die Verlinkung funktioniert, steht hier).

Hinzu kommt, dass laut eigenen Angaben auch Flixster am 31. Oktober den Betrieb einstellt. Flixster-Nutzer sollen bis dahin ihre Filme zu Google Play übertragen, rät jener Partnerdienst. Dies sei mit der Ausnahme bestimmter Videos möglich. Allerdings nicht jetzt sofort, wie wiederum eine E-Mail an Flixster-Kunden nahelegt, weitere Informationen folgen wohl erst. Sofern möglich, ist die Übertragung zu Videociety also wohl mit weniger Aufwand verbunden.

UltraViolet beschreibt das, was ab dem 1. August passiert, so: "Ihre UltraViolet-Bibliothek wird automatisch geschlossen, und Ihre Filme und Fernsehsendungen bleiben mehrheitlich bei zuvor verlinkten Einzelhändlern zugänglich." Das klingt harmlos, das "mehrheitlich" aber scheint anzudeuten: Einigen Kunden könnte durch das UltraViolet-Aus neben Bedienkomfort auch ein Teil ihrer gekauften Inhalte verloren zu gehen. Das Versprechen von der unkompliziert nutzbaren Cloud-Kopie wäre dann nicht mehr erfüllt.

Immerhin: Im Unterschied zu Shops von reinen Digitaldiensten, bei denen Kunden danach wirklich gar keinen Zugang mehr zu E-Books oder Musik-Playlists haben, dürfen sich von UltraViolet im Stich gelassene Kunden zumindest ein Stück weit besser fühlen: Sie haben ja - man will es für sie hoffen - zumindest noch den gekauften Datenträger daheim.

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Seltsame Digitalwelt: Kampf der Controller

Haben Sie es mitbekommen? Am Sonntagabend hat sich der 16-jährige Amerikaner Kyle "Bugha" Giersdorf drei Millionen Dollar erspielt, beim WM-Finale zum Spiel "Fortnite: Battle Royale". Ich habe mir Teile des Events im Livestream angeschaut - und war beeindruckt von der Fingerfertigkeit und den Reaktionszeiten der Spieler. Im "Fortnite"-Überlebenskampf müssen im Sekundentakt mal kleine, mal große Entscheidungen getroffen werden.

So sieht ein Sieger aus: "Fortnite"-Weltmeister "Bugha"
AFP

So sieht ein Sieger aus: "Fortnite"-Weltmeister "Bugha"

Interessant fand ich auch, dass Spieler, die aus persönlicher Präferenz ein Gamepad benutzten, mitunter doch relativ gut mit Spielern mithalten konnten, die auf Maus und Tastatur setzten, die klassische Shooter-Steuerung also. So wurde etwa im Doppelmodus ein Brite Zweiter, der mit einem Pad spielte.

Ich selbst bewundere eine andere Gruppe von Spielern allerdings noch viel mehr, obwohl sie bei der WM keine Rolle spielte: Smartphone-Spieler. Denn mit einem Pad oder Maus und Tastatur könnte auch ich noch einigermaßen durch die Welt springen und schießen, spätestens am Touchscreen ist für mich aber Schluss. Wer am Handy gut spielt, ist für mich auch ein Stück weit "Fortnite"-Weltmeister.

App der Woche: "Pavilion - Touch Edition"
getestet von Tobias Kirchner

Nvidia Lightspeed Studios

"Pavilion" ist ein wunderschönes Rätselspiel, das knifflige Aufgaben bietet, die vor allem mit Raum, Licht und Perspektiven spielen. Die größte Stärke des Mobile-Games aber ist sein Stil. Die Mischung aus Science-Fiction, Cyberpunk und Fantasy ist für ein Smartphone-Spiel atemberaubend schön. In Verbindung mit dem atmosphärischen Soundtrack ist "Pavilion" vor allem ein audiovisuelles Erlebnis.

Die spielerische Ebene kommt allerdings nicht zu kurz. Der Spieler steuert nicht direkt eine Figur, sondern interagiert insbesondere mit Gegenständen und sorgt so dafür, dass der Held durch die abwechslungsreichen Level kommt.

Für 4,49 Euro, von Nvidia Lightspeed Studios: iOS, Android


Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Woche

Markus Böhm

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insgesamt 8 Beiträge
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herjemine 29.07.2019
1. Und wie übertrage ich nun von Flixter zu Google Play?
Wohl habe ich noch meine Filme auf Flixter, aber wie zum Henker übertrage ich meine Filme resp. die Rechte zu Google Play? Sollte ich hierfür den Code der BlueRays brauchen wäre das schlecht, die liegen 10tausend Kilometer entfernt in irgendeiner von 23 Kisten...
quark2@mailinator.com 29.07.2019
2.
Seit der Einführung der Copy Protection zeigt sich immer wieder das gleiche Schema - die zahlenden Kunden werden bestraft, während die Raubkopierer alle Vorteile haben. Erinnert sich noch jemand an die absurden Kontinentalcodes der DVDs, wo man am Player nur wenige Male umstellen kann, ob man sich in Europa oder anderswo befindet und danach dann nur noch DVDs für jene Region abspielen kann ? Ganz tolle Idee dieser Geierbande. Sorry, aber ich fahre schon lange eine ganz klare Politik - ich gebe kein Geld für etwas aus, daß ich hinterher nicht vollständig in Besitz habe, wie ein Buch, oder eben Computerspiele, die man noch komplett offline hat, etc. Wenn sie mein Geld nicht wollen, kaufe ich halt Bücher oder mach ne Wanderung oder einen Konzertbesuch.
ArnoNyhm1984 30.07.2019
3. @2: Genau so!
Zitat von quark2@mailinator.comSeit der Einführung der Copy Protection zeigt sich immer wieder das gleiche Schema - die zahlenden Kunden werden bestraft, während die Raubkopierer alle Vorteile haben. Erinnert sich noch jemand an die absurden Kontinentalcodes der DVDs, wo man am Player nur wenige Male umstellen kann, ob man sich in Europa oder anderswo befindet und danach dann nur noch DVDs für jene Region abspielen kann ? Ganz tolle Idee dieser Geierbande. Sorry, aber ich fahre schon lange eine ganz klare Politik - ich gebe kein Geld für etwas aus, daß ich hinterher nicht vollständig in Besitz habe, wie ein Buch, oder eben Computerspiele, die man noch komplett offline hat, etc. Wenn sie mein Geld nicht wollen, kaufe ich halt Bücher oder mach ne Wanderung oder einen Konzertbesuch.
Genau so halte ich das auch: Produkte, die ich nicht vollständig und ohne Gängelung offline nutzen kann, kaufe ich nicht. Und Firmen, die sich in der Kundengängelung besonders hervortun, kommen schlichtweg komplett auf meine blacklist. -Mein Aha-Erlebnis war damals Sony mit ihrem root-Virus auf den CDs, die den PC befallen sollten, wenn man eine ihrer CDs auf einem Rechner einlegte.
martinm70 30.07.2019
4. Ultraviolett war zu umständlich
Ich habe weder auf meinem TV noch meinem Blu Ray player eine App dafür gesehen und über den PC Filme ansehen artet praktisch immer in ungleichmässige Frameraten und minderwertige Qualität aus. Auf Smartphones brauche ich das dagegen nicht. Evtl. hätte man mehr mit den TV und Blu Ray Herstellern zusammen arbeiten müssen. Aber ich habe die App auch so nie gebraucht. Ich kaufe sowieso nur 3D Filme und die werden leider nicht gestreamt. Und 2D bekomme ich auch über die VOD Dienste.
marty_gi 30.07.2019
5. Was'n Umstand
Und da halte ich es so aehnlich wie 2 und 3: Grundsaetzlich keine Streams, keine Clouds und aehnliches. Alles ganz klassisch auf Datentraegern oder Papierseiten (bei Buechern). Das kann man wunderbar ablegen, sortieren, nachschauen, weiss schon aufgrund des Platzbedarfs wo es ist - und muss nix neu verlinken oder Angst haben, dass es weg ist, oder das Geraet die neuesten technischen Anforderungen nicht mehr erfuellt oder oder oder oder. Sorry, das mag technikfeindlich klingen, ist aber so schoen entschleunigt praktisch.
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