Telegram-Messenger WhatsApp blockiert Links zur Konkurrenz

WhatsApp hat offenbar begonnen, Verweise auf den Messenger Telegram zu blockieren. Nutzer berichten, dass plötzlich keine Links zur Konkurrenz-App mehr funktionieren.

WhatsApp-Symbol: Keine Verbindung mehr zu Telegram?
DPA

WhatsApp-Symbol: Keine Verbindung mehr zu Telegram?


Ein aktuelles Update verhindert offenbar, dass WhatsApp-Nutzer Links aufrufen können, die auf das Konkurrenzprodukt Telegram verweisen. Wie Anwender auf der Diskussionsplattform Reddit berichten, erscheinen die Links zwar noch in Textform, lassen sich aber weder anklicken, noch per kopieren und einsetzen in einen Webbrowser übertragen. Die einzige Möglichkeit, einen per WhatsApp erhaltenen Telegram-Link zu öffnen, besteht demnach darin, ihn Buchstabe für Buchstabe abzutippen.

Neben Links, die auf die Webadressen telegram.me und telegram.org verweisen, werden auch Links zu telegram.com blockiert, berichtet "The Verge". Diese Adresse allerdings gehört gar nicht zum Telegram-Messenger, sondern zu einer Nachrichten-Webseite aus Massachusetts.

Auf Reddit hat die Meldung für reichlich Aufregung gesorgt. Bis zum Dienstagvormittag wurde sie mehr als 700-mal kommentiert.

Gegenüber "The Verge" hat Telegram bestätigt, dass es aus WhatsApp ausgesperrt wurde. Möglicherweise stehe das Verhalten der App mit einem Update auf die Versionsnummer 2.12.367 in Zusammenhang. Diese Aktualisierung sei zwar nicht neu, allerdings werde nun offenbar eine neue Version des Updates von WhatsApp verteilt.

Weil solche Updates nicht gleichzeitig auf allen Geräten ankommen, tauche das Phänomen der nicht anklickbaren Links auch nicht bei allen Anwendern gleichzeitig auf, erklärt "The Verge".

Neu ist die Methode, Links unklickbar zu machen, nicht. Bereits 2010 berichtete "Wired" davon, dass der Messenger des WhatsApp-Mutterkonzerns Facebook Links zu Filesharing-Seiten wie etwa The Pirate Bay blockiert. Facebook begründete das damals mit Bemühungen, "den Missbrauch des Systems und den Versand von Spam" verhindern zu wollen. Wer versuchte, einen solchen Link zu posten, bekam eine Fehlermeldung mit einem entsprechenden Hinweis angezeigt.

Facebook selbst hat sich zu den Meldungen über blockierte Telegram-Links noch nicht geäußert. Es ist also bislang nicht auszuschließen, dass das Verhalten von WhatsApp einfach auf einen Fehler zurückzuführen und keineswegs Absicht ist.

mak

Mehr zum Thema


insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Spiegelbildlein 01.12.2015
1. Threema
Da fühle ich mich wieder bestätigt, dass wir alle zu "Threema" gewechselt sind...
archontas 01.12.2015
2.
Und diese Aussage nachdem SPON beim "beschuldigen" von telegram als "Lieblings-App" der Terroristen voll mitgemacht hat. Ich meine als erstes hat man doch das Smartphone gesehen bevor man gesehen hat was für "Lieblings-Apps" drauf sind oder? Weiss nun jemand was das "Lieblings-Smartphone" ist?? Ja ja der 3. WK hat schon lange begonnen, nur merken es die meisten nicht!
Einweckglas 01.12.2015
3. Wer die Wahl hat...
Entweder liest eben der NSA mit (Whatsapp) oder die Russen (Telegram). Da muss man sich schon entscheiden, wem man die gesendete Nacktheit eher gönnt! ;-)
scottbreed 01.12.2015
4. Kann nur eins sagen
Ich empfehle euch alle smssecure ;) smssecure verschlüsselt offline und man brauch kein Internet um verschlüsselte sms zu versenden und die app ist kostenlos ;) besser geht's nicht..,
cor 01.12.2015
5. Immer das Gleiche
Und schon sind sie wieder da. Die Fanboys von Threema, smssecure und von Messaging-Dienst XY, die ein unheimlich grosses Bedürfnis haben, der Welt mitzuteilen, welche Alternativen es gibt. Es interessiert einfach nicht, solange der Grossteil bei Whatsapp ist. Es bringt mir nichts, Threema zu benutzen, wenn das kein anderer von meinen Kollegen benutzt. Das funktioniert nur, wenn man maximal 5 fixe Chatpartner hat. Ich hab momentan 20 aktive Chats mit fast 100 Leuten (Teilweise sind es Gruppenchats). Die kann man nicht mal eben zu Threema und Co missionieren. Und ja, man verpasst leider ziemlich viel, wenn man kein Whatsapp hat. Ich habe sogar das Gefühl, dass dieser Dienst nicht weniger, sondern immer mehr benutzt wird. Gerade wenn es darum geht, gemeinsame Aktivitäten in einer Gruppe zu planen, wird fast nur noch Whatsapp benutzt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.