Spionagesoftware Politiker und Militärs über WhatsApp ausspioniert

Mit Software der israelischen Firma BNSO wurden nicht nur Dissidenten und Journalisten in mehreren Ländern überwacht: Angeblich gehörten auch hochrangige Regierungsmitarbeiter und Offiziere zu den Zielen.

Politische Dimension: WhatsApp-Nutzer
David W Cerny/REUTERS

Politische Dimension: WhatsApp-Nutzer


Die Klage von WhatsApp-Mutter Facebook gegen den israelischen Überwachungssoftware-Hersteller NSO hat nach Reuters-Informationen einen brisanten Nebenaspekt. NSO war es im Frühjahr demnach nicht nur gelungen, über WhatsApp-Anrufe eine Spionagesoftware auf die Smartphones von Journalisten und Dissidenten zu verbreiten. Vielmehr sollen auch mehrere hochrangige Regierungsmitarbeiter und Militärs aus mindestens 20 Ländern unter den Betroffenen gewesen sein. Das sagten mehrere Personen, die mit einer internen Untersuchung der Facebook-Tochter vertraut sind.

Am Dienstag hatte Facebook in Kalifornien Klage gegen NSO eingereicht, weil sich die israelische Firma über eine - inzwischen geschlossene - WhatsApp-Sicherheitslücke Zugriff auf Hunderte Smartphones verschaffen wollte. Allein in weniger als zwei Wochen im April und Mai dieses Jahres habe die israelische Firma NSO rund 1400 Geräte angegriffen, erklärte Facebook.

Wer letztlich hinter den Hackerattacken gegen die Regierungsmitarbeiter und Militärs steckte, ist unklar. Sollten es staatliche Stellen sein, käme das Spionageversuchen mithilfe eines privaten Dienstleisters gleich. Die Facebook-Klage könnte deshalb eine politische Dimension bekommen.

"Pegasus" ist ein mächtiges Spionagewerkzeug

Die eingesetzte NSO-Software heißt "Pegasus" und installierte sich auf den Geräten der Opfer selbst dann, wenn diese den Anruf nicht annahmen. Danach stellte es eine Verbindung zu Servern der israelischen Firma her und gewährte ihnen unter anderem Zugang zu Kontaktdaten und Inhalten von Nachrichten auf den Geräten. Die erbeuteten Daten gab NSO an seine Kunden weiter.

NSO hatte dazu erklärt, seine Spionagesoftware nur an Regierungen zu verkaufen, damit diese sie zur Terror- und Kriminalitätsbekämpfung einsetzen könnten. Zu den neuen Vorwürfen war von NSO zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Hinweis: Am Freitag erklärte der israelische Umweltschutzminister Zeev Elkin, Mitglied des Sicherheitskabinetts, dazu: "Es gibt hier keine Beteiligung der israelischen Regierung, es geht hier nicht um Israel".

pbe/Reuters/dpa



insgesamt 44 Beiträge
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In Kognito 31.10.2019
1. Wo ist DAS Problem?
Ob WhatsApp, MS, Skype oder google - N(ot)S(uch)A(gency) is watching you. Und wo die nicht, die Russen oder Chinesen und vielleicht der BND (Netz vorausgesetzt)
CW-Wert 31.10.2019
2. Am besten man löscht WhatsApp ganz...
... Faceboo wird die App niemals richtig sicher machen (wollen). Wer schlau ist, ist schon lange auf Threema umgestiegen. Und jetzt klagt FB/WA die NSO auch noch an, weil diese die Sicherheitslücken, die Facebook/WhatsApp selbst hinterlassen hat, ausgenutzt hat. Das ist so, als wenn ein Autohersteller Fahrzeuge mit kaputten Bremsen ausliefert und dann auch noch jeden verklagt, der Jemanden, mit einem solchen Auto versehentlich zu Tode gefahren hat. Da fällt Dir nichts mehr ein.....
Bernd Hofstetter 31.10.2019
3. Aua, aua!
Ich frage mich, welcher ansatzweise vernunftbegabte Mensch heute noch per Whatsapp kommuniziert? Dass diese App der Prototyp der 100%-Spionagesoftware ist, sollte doch mittlerweile jedem klar sein.
SamZidat 31.10.2019
4. Tscha ...
... das Problem ist die Bequemlichkeit. "Alle anderen haben es doch auch!" und gerne auch "Mein Gott, regt euch doch nicht über sowas auf! Wen interessiert schon, was ich schreibe!". Die Peinlichkeit lässt sich steigern, wenn eine Klasse von IT-Umschülern mit 80/20 beschließt, auf WhatsApp zu setzen. Keinen Bock, irgendwas anderes zu installieren. Außerdem, siehe oben.
kaiservondeutschland 31.10.2019
5. Menschheit ist verschaft
Die Menschheit folgt wie die Schafe dem Herdentrieb, ist also "verschaft". Die Verwendung von WhatsApp ist nur ein Beispiel der aus dem Herdentrieb folgenden Idiotie. Andere Beispiele sind das Konsumieren von TV, das öffentlich rechtliche und das private. Es ist erwiesen, dass man durch Fernsehen verböget. Es tut aber trotzdem (fast) jeder.
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