Warnung vor Fake-Streamingdiensten Nichts schauen, viel zahlen 

Sie heißen Woplay, Streamba oder Oneflix: Jenseits bekannter Dienste wie Netflix gibt es Dutzende Websites mit vermeintlich attraktiven Streaming-Angeboten. Von ihnen sollte man lieber die Finger lassen.

Streamingangebote gibt es im Netz zuhauf - aber nicht alle sind seriös.
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Streamingangebote gibt es im Netz zuhauf - aber nicht alle sind seriös.


Verbraucherschützer warnen vor einer Betrugsmasche, mit der vermeintliche Videoportale die steigende Beliebtheit von Streamingdiensten ausnutzen. Die Namen dieser dubiosen Dienste ähneln oft denen bekannter Anbieter. Konkret erwähnt werden Appleflix, Imaxkino und Cineplex24. Andere Angebote heißen demnach Woplay, Streamba oder Oneflix.

Verbraucher stoßen häufig über Suchmaschinen auf die angeblichen Streamingdienstleister, schreibt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Das Geschäftsmodell der Firmen basiere auf Abofallen.

Die Verbraucherschützer haben inzwischen mehr als 200 der betrügerischen Angebote identifiziert und deren Namen in einer Liste veröffentlicht (unten auf der Seite).

Skeptisch sein sollten Internetnutzer auch, wenn eine der folgenden neun Firmen in einem Impressum auftaucht, heißt es: Turquoiz Limited, Lovelust Limited, Bizcon Limited, Anmama Limited, CIDD Limited, OLJO Ltd, SAFE4MEDIA Ltd, Kino Bino Limited oder Kino Cinemas Ltd.

Die Masche der Betrüger sei in den meisten Fällen dieselbe, heißt es: Online-Anzeigen locken Nutzer mit einem angeblich kostenlosen fünftägigen Probe-Abo auf die Seiten. Zur Registrierung sollen E-Mail-Adresse und Telefonnummer angegeben werden. Nach der Anmeldung erhält man dann eine Fehlermeldung oder kann einfach nicht auf die versprochenen Filme oder Serien zugreifen. Die meisten Nutzer halten ihre Anmeldung deshalb für gescheitert.

Und dann kommt die Zahlungsaufforderung

Nach einigen Tagen werden sie dann aber in aggressiven Schreiben oder auch telefonisch aufgefordert, ein ganzes Jahresabo zu bezahlen. Dabei verlangen die dubiosen Betreiber der Websites den Verbraucherschützern zufolge Beträge zwischen 144 und 359 Euro.

Wenn Betroffene diese Zahlungsaufforderungen bekommen haben, versuchen viele von ihnen, im Internet herauszufinden, ob sie tatsächlich zahlen müssen. Auch das haben die Betrüger bedacht: Denn man stößt online schnell auf Videos, in denen vermeintliche Anwälte suggerieren, dass die Portale im Recht seien. Häufig würden Minderjährige auf die Abzocke reinfallen, so die Verbraucherschützer.

Die Experten raten Betroffenen, sich von den Schreiben nicht einschüchtern zu lassen, die Rechnungen nicht zu bezahlen und Anzeige zu erstatten. "Wenn Sie eine Rechnung erhalten haben und keine Leistung erbracht wurde, müssen Sie die Rechnung über ein vermeintliches Jahresabonnement keinesfalls zahlen", schreiben die Verbraucherschützer.

mbö/dpa

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
skeptikerin007 02.04.2019
1. Und wie soll ich reagieren?
Hätte nie so eine Seite angeklickt, für Streaming bin zu alt. Trotzdem bekomme ich reihenach Zahlungsaufforderung von der verschiedensten Dienste mit entsprechenden Mahnung. Ich leite sie weiter zur Polizei, aber nervlich sind sie. Warum gibt es keine Möglichkeit sie anzuzeigen?
wüste 02.04.2019
2. mmm
Zitat von skeptikerin007Hätte nie so eine Seite angeklickt, für Streaming bin zu alt. Trotzdem bekomme ich reihenach Zahlungsaufforderung von der verschiedensten Dienste mit entsprechenden Mahnung. Ich leite sie weiter zur Polizei, aber nervlich sind sie. Warum gibt es keine Möglichkeit sie anzuzeigen?
Haben Sie Kinder oder sonst jemand der/die sich unter Ihrer Email da angemeldet haben könnte? Wenn Sie von den im Artikel genannten Seiten sprechen, kommen da wie beschrieben von alleine keine Rechnungen (ausser Sie meinen die in letzter Zeit vermehrt vorkommenden absoluten fake spam Mails die Bank, Amazon, iTunes, etc vortäuschen.) Zum Thema, ich finde es recht gerissen, dass die dann schon an Schritt 2 denken - Panische suche im Internet nach dem Thema und ob man zahlen sollte - und dann dubiose Anwaltsvideos schalten. Darauf muss man erst mal kommen..Sozusagen eine Millenials-Falle. Naja wenn man jetzt sucht kommt SPON als erstes..
Oliver Sprenger de Montes 02.04.2019
3. Warum ...
... ignorieren Sie diesen Spam nicht einfach, anstatt sich nerven zu lassen? Alternativ legen Sie sich einfach eine neue Mailadresse zu. Was ich in Ihrem Vortrag nicht so ganz verstehe: Ich bin für Streaming nicht zu alt (wie kann man da zu alt sein? Ist ne weitere Frage), bekomme aber trotz seit Jahren unveränderter Mailadressen nie derartigen Mist zugesendet. Kann das vielleicht doch daran liegen, daß Sie alles anklicken, was bei "3" nicht auf dem Baum ist? Von nix kommt nix. Auch nicht im Netz.
subduction 03.04.2019
4. Niemals Klarnamen
Die Regel Nummer eins im Netz: Niemals seinen echten Namen angeben, immer Pseudonyme. Instant Emailadresse benutzen. Keine Telefonnummer angeben und wenn doch, dann nur die von der anonymen Prepaid SIM vom letzten Urlaub. Am besten zusätzlich nur via VPN. Dann klappts auch mit dem "Internet" Viel Spass
benhadschiomar 03.04.2019
5. So ganz kann das nicht stimmen:
"Wenn Sie eine Rechnung erhalten haben und keine Leistung erbracht wurde, müssen Sie die Rechnung über ein vermeintliches Jahresabonnement keinesfalls zahlen". Bei einer Versicherung muss ich auch im voraus zahlen, ohne schon eine Leistung erhalten zu haben. Kein Vertrag beginnt ohne Zahlungseingang. Ohne Zahlung kein Download. Ist doch nachvollziehbar?
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