Facebook-Mutterkonzern Australische Behörde verklagt Meta wegen Kryptowerbung

Die Anzeigen nutzten Testimonials von Promis – führten aber auf Betrugsseiten: Meta muss sich in Australien wegen irreführender Werbung für Kryptowährungen verantworten. Es drohen Strafzahlungen.
Meta-Logo (Archivbild)

Meta-Logo (Archivbild)

Foto: META HANDOUT / EPA

Dem Facebook-Eigentümer Meta droht Ärger in Australien. Die dortige Wettbewerbsbehörde ACCC hat ein Verfahren eingeleitet. Wie die Behörde am Freitag mitteilte, soll das Social-Media-Unternehmen in Australien falsche oder irreführende Werbung für Kryptowährungen gemacht haben.

Facebook habe Anzeigen mit prominenten australischen Persönlichkeiten veröffentlicht, die für Investitionen in Kryptowährungen warben, was laut der Regulierungsbehörde als Betrug gelte.

»Der Vorwurf ist, dass Meta wusste, dass die Werbung für Kryptowährungsbetrug mit prominenter Unterstützung auf Facebook angezeigt wurde, aber keine ausreichenden Schritte unternahm, um das Problem zu lösen«, so die ACCC.

Laut der Aufsichtsbehörde seien Facebook-Nutzer auf einen gefälschten Medienartikel umgeleitet worden, der Zitate von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens enthielt und die Leser aufforderten, sich anzumelden. Die Nutzer seien anschließend von Betrügern gezwungen worden, Geld in gefälschte Systeme einzuzahlen.

Kidman und Jackman tauchten in den Anzeigen auf

»Wir behaupten, dass die Technologie von Meta es ermöglicht, Anzeigen auf die Nutzer auszurichten, bei denen die Wahrscheinlichkeit am größten war, dass sie sich darauf einlassen werden«, sagte der ACCC-Vorsitzende Rod Sims.

Die Behörde will mit der Klage nun unter anderem Unterlassungsanordnungen und Strafzahlungen erwirken. Meta reagierte nicht sofort auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme.

Bei den Prominenten habe es sich unter anderem um die Hollywoodstars Nicole Kidman und Hugh Jackman gehandelt, berichten australische Medien . Aber auch der Geschäftsmann und Milliardär Andrew »Twiggy« Forrest wurde in den Anzeigen erwähnt. Er hatte deswegen bereits im Februar rechtliche Schritte gegen Meta angekündigt. Er argumentierte ebenfalls, Meta habe keine ausreichenden Maßnahmen eingeleitet, um die irreführende Werbung zu unterbinden.

jok/Reuters