Bericht der Bundesnetzagentur Internet ist oft langsamer als versprochen

Internet in Deutschland ist meistens nicht schnell genug: Laut Bundesnetzagentur können nur 24 Prozent der Nutzer mit der vertraglichen Maximalgeschwindigkeit surfen.
Glasfaserkabel (Symbolbild): Für viele Deutsche noch nicht verfügbar

Glasfaserkabel (Symbolbild): Für viele Deutsche noch nicht verfügbar

Foto: Julian Stratenschulte/ picture alliance / dpa

Internet ist für viele Verbraucher oft nicht so schnell, wie der Vertrag eigentlich in Aussicht stellt. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Bundesnetzagentur  hervor. Nur knapp drei Viertel (73,6 Prozent) der dafür untersuchten Festnetz-Breitbandanschlüsse in Deutschland erreichen demnach mindestens die Hälfte der zugesicherten maximalen Datenübertragungsrate. Gerade einmal bei 24 Prozent der Nutzer wurde der Wert voll erreicht oder überschritten. Die Behörde bezog sich dabei auf rund 950.000 Messungen im Zeitraum Oktober 2019 bis September 2020.

Im Vergleich zum Berichtszeitraum davor, also von Oktober 2018 bis September 2019, waren besagte Anteile mit 70,8 Prozent und 16,4 Prozent noch niedriger. »Gegenüber den Vorjahren ist die Entwicklung positiv«, erklärte Netzagentur-Chef Jochen Homann. Zwar erreichten Kunden nach wie vor oft nicht die Geschwindigkeit, die im Vertrag als »Bis zu«-Höchstwert angegeben worden ist, aber es ließen sich leichte Verbesserungen feststellen.

Im Mobilfunk sieht es deutlich schlechter aus. Hierzu wertete die Behörde rund 450.000 Messungen aus. Nur 17,4 Prozent der App-Nutzer bekommen demzufolge im Download mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten, maximalen Datenübertragungsrate. Der Anteil stieg im Vergleich zu 2018/19 um 2,5 Prozentpunkte – die Zahlen verbesserten sich also nur geringfügig.

Recht auf schnelles Internet rückt näher

Der Bundestag hatte noch am Donnerstag für ein Telekommunikationsmodernisierungsgesetz votiert, das Bundesbürgerinnen und -bürger unter anderem ein Recht auf schnelles Internet zusichern soll. Voraussichtlich ab Mitte 2022 sollen dann für Datenübertragungsraten Mindestvorgaben gelten. Bei Verstößen könnten Verbraucher dann bessere Festnetz-Verbindungen einfordern. Der Bundesrat muss noch zustimmen.

ime/dpa