Wahlkampf auf Facebook, Instagram und YouTube Parteien schalteten Werbung für vier Millionen Euro

Auf Facebook & Co. lassen sich Anzeigen passgenau auf Zielgruppen zuschneiden. Eine SPIEGEL-Auswertung zeigt: Im Bundestagswahlkampf haben die Parteien davon rege Gebrauch gemacht.
Die Parteien haben für Wahlwerbung im Internet rund 4,7 Millionen Euro ausgegeben

Die Parteien haben für Wahlwerbung im Internet rund 4,7 Millionen Euro ausgegeben

Foto: Denis Charlet / AFP

Die im Bundestag vertretenen Parteien haben jeweils Hunderttausende Euro in Wahlwerbung auf Facebook, Instagram, YouTube und Google investiert. Insgesamt gaben sie in den drei Monaten vor der Bundestagswahl rund 4,7 Millionen Euro für Anzeigen auf den Plattformen aus. Das geht aus dem Google-Transparenzbericht  und der Facebook-Werbebibliothek  hervor, die der SPIEGEL ausgewertet hat.

Besonders viel ausgegeben haben Grüne und CDU. SPD und AfD setzten stärker auf Facebook und Instagram als auf Google und YouTube. Am wenigsten Anzeigen schalteten CSU und Linke.

Die Summen beziehen sich nur auf Anzeigen, die von den Bundesverbänden der Parteien geschaltet wurden. Hinzu kommen Anzeigen von Landes- und Kreisverbänden sowie von Kandidatinnen und Kandidaten, teilweise im fünfstelligen Bereich: Armin Laschets Facebook-Seite war der Absender von Werbeanzeigen im Wert von rund 59.000 Euro, Christian Lindner kommt auf Facebook-Werbung von rund 38.000 Euro, Annalena Baerbock auf 32.000 Euro.

Onlinewerbung ist für die Parteien attraktiv, weil die Plattformen viele Informationen über ihre Nutzerinnen und Nutzer haben und darauf aufbauend sogenannte »Targeted Ads« anbieten. Das sind Werbeanzeigen, die nur Personen ausgespielt werden, die einer gewünschten Zielgruppe entsprechen. Google ermöglicht politischen Akteuren Targeting nach Geschlecht, Alter und Wohnort. Bei Facebook kann darüber hinaus auch nach Interessen und weiteren Merkmalen Werbung zugeschnitten werden.

Die Parteien hatten im Wahlkampf angegeben, von den Möglichkeiten des Targetings Gebrauch zu machen. Teilweise wurde Werbung gezielt in Postleitzahlengebieten ausgespielt, in denen man viele potenzielle Anhänger vermutete, die mobilisiert werden sollten. Aber auch auf Grundlage von geliketen Facebook-Seiten wurden Nutzerinnen und Nutzer als Adressaten von Anzeigen ausgewählt.

Twitter und TikTok erlauben keine politische Werbung auf ihren Plattformen.

ply
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