Corona-Soforthilfen Betrüger mailen im Namen der Förderbanken

Wo schnelles Geld zu holen ist, sind Kriminelle stets einfallsreich: So war es auch bei den Corona-Soforthilfen. Und die nächste Online-Betrugswelle dazu läuft schon.

Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen und mehrere Förderbanken warnen vor einer neuen Online-Betrugsmasche rund um staatliche Corona-Soforthilfen. Kriminelle hatten das Thema schon vor gut einem Monat für sich entdeckt: Indem sie Fake-Websites aufsetzten und so Daten echter Unternehmer sammelten, bot sich ihnen zumindest zeitweilig die Chance, im Namen der Ausgetricksten Fördergelder abzugreifen .

Bei der neuen Masche wird nun offenbar erneut versucht, möglichst viele authentische Daten zu sammeln. Womöglich sollen Opfer mit ohnehin schon schlechtem Gewissen auch dazu gebracht werden, Geld an Kriminelle zu überweisen.

Wie das LKA berichtet, geht es diesmal um E-Mails im Namen verschiedener Landesförderinstitute, die sich um eine mögliche Rückzahlung von zu viel erhaltenen Fördergeldern drehen. In einer Fake-Mail im Namen der niedersächsischen NBank, die das LKA als Beispiel auf seiner Website zeigt , wird der Empfänger zunächst aufgefordert, eine Bescheinigung auszufüllen und zu übermitteln, angeblich zur Versteuerung erhaltener Hilfe beim Finanzamt.

Außerdem heißt es in der Nachricht zu bereits erhaltenen Soforthilfen: "Sollten Sie im Nachgang feststellen, dass einige Angaben nicht zutreffend waren, sind Sie gehalten, den Zuschuss bzw. auch Anteile des Zuschusses an die NBank teilweise oder komplett zurückzuüberweisen." Das LKA sieht darin den bewussten Aufbau einer "Drohkulisse" und betont: "Auch wenn Rückzahlungen gegebenfalls erforderlich sind: Diese Mails stammen nicht von den vorgegebenen Stellen!"

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Es sind nicht die echten Banken

Sprachlich kommen die Nachrichten, die noch zwei PDF-Anhänge enthalten, indes glaubhaft daher - anders als viele andere betrügerische E-Mails voller Tipp- und Grammatikfehler. Verschickt werden die Mails dem LKA zufolge mit folgenden Absenderadressen (die keine echten Adressen der jeweiligen Banken sind, zu erkennen ist dies auch am ".com" in den Domainnamen):

corona-zuschuss@nbank.de.com
corona-zuschuss@nrw.de.com
corona-zuschuss@ib-sachsen-anhalt.de.com
corona-zuschuss@ifbhh.de.com
corona-zuschuss@l-bank.de.com
corona-zuschuss@stmwi-bayern.de.com
corona-zuschuss@aufbaubank.de.com
corona-zuschuss@hessen.de.com
corona-zuschuss@rlp.de.com

Keine Datenabfragen per E-Mail

Auf ihren Websites warnen auch die betroffenen Geldhäuser selbst vor der Masche, meist direkt auf der Startseite. "Betrüger versuchen derzeit per Mail Daten abzugreifen, um sich zu bereichern", heißt es etwa auf der Seite der IFB Hamburg : "Das in der Betrugsmail beigefügte Schreiben ist nicht echt!"

Auch die NBank schreibt : "Empfohlen wird, eine solche Mail keinesfalls zu öffnen, sondern umgehend Anzeige bei der Polizei zu erstatten." Keinesfalls solle man Kontakt mit der Absenderadresse aufnehmen oder antworten.

Und die Thüringer Aufbaubank  betont in ihrer Warnung auch noch einmal, dass sie Daten und Anträge nicht per E-Mail abfrage, "sondern nur über die eigenen Förderportale". Ihr zufolge werden die Nachrichten mit dem Betreff "Corona Zuschuss - Bestätigung und Belehrung" verschickt.

Interessant ist auch noch die Reaktion der hessischen WIBank : "Die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen war nicht mit der Auszahlung der Corona-Soforthilfen beauftragt", heißt es auf ihrer Website. "Daher handelt es sich bei dieser E-Mail um eine Phishing-Mail, die nur darauf abzielt, an Ihre Daten zu kommen."

Nur auf offizielle Informationen verlassen

So gilt am Ende allgemein: Beim Thema Soforthilfen ist nach wie vor allerhöchste Vorsicht angebracht. Verlassen Sie sich daher nur auf Informationen, die Sie direkt von den Banken und ihren offiziellen Websites bekommen.

Und wenn Sie einmal wirklich unsicher sind, ob eine überraschend eingetroffene E-Mail zu Soforthilfen nicht etwa doch echt ist, rufen Sie lieber einmal zu viel bei einer der offiziellen Banken-Hotlines an, bevor Ihnen im schlechtesten Falle Kriminelle Tipps zu den Themen Steuern und Rückzahlungen geben.

mbö
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