Nach Musk-Übernahme Twitter aktiviert Abo für acht Dollar im Monat – inklusive blauem Haken

Wie von Elon Musk kurzfristig angekündigt, startet Twitter ein neues Abo-Angebot in den USA. Den blauen Haken zur Verifikation bekommen Kunden nun einfach dazu. Inzwischen meldete sich auch Ex-Twitter-Chef Dorsey zu Wort.
Für acht Dollar im Monat erhältlich: der blaue Haken hinter dem Namen auf Twitter

Für acht Dollar im Monat erhältlich: der blaue Haken hinter dem Namen auf Twitter

Foto: DADO RUVIC / REUTERS

Mit seiner Ankündigung, für bestimmte Serviceleistungen bei Twitter Geld zu verlangen, sorgte Elon Musk für große Aufregung. Nun ist es passiert: Nutzer können für 7,99 Dollar im Monat ein Abonnement des Kurznachrichtendienstes abschließen – und bekommen dazu einen blauen Haken für ihr Profil. Bisher wurde dieser nur an verifizierte Konten vergeben. Neueigentümer Musk überarbeitet damit das Verifizierungssystem der Plattform kurz vor den Zwischenwahlen in den USA.

In einem Update für Apple-iOS-Geräte heißt es von Twitter, dass Nutzer, die sich jetzt anmelden, »das blaue Häkchen neben ihrem Namen erhalten können, genau wie Prominente, Unternehmen und Politiker, denen sie bereits folgen«. Bislang scheinen bereits verifizierte Konten ihre blauen Haken nicht zu verlieren.

Betrüger könnten blauen Haken für sich nutzen

Die Möglichkeit, den blauen Haken zu erhalten, könnte vor den Zwischenwahlen in den USA zu Verwirrung und Desinformation führen. Betrüger könnten ein Abonnement abschließen und die Namen von Politikern und Wahlhelfern übernehmen. Viele befürchten, dass die soziale Plattform, die von Behörden, Wahlvorständen, Polizeidienststellen und Nachrichtenagenturen genutzt wird, um Menschen zu informieren, gesetzwidrig werden könnte, wenn die Inhaltsmoderation und -überprüfung abgeschafft wird. Das meldet die Presseagentur Associated Press.

Die Änderung bedeutet das Ende von Twitters derzeitigem Verifizierungssystem. Das 2009 eingeführte System sollte verhindern, dass Prominente und Politiker auf der Plattform nachgeahmt werden. Vor der Neustrukturierung waren auf Twitter etwa 423.000 verifizierte Konten aktiv. Darunter waren viele Journalisten aus aller Welt, die das Unternehmen unabhängig von der Anzahl ihrer Follower verifizierte. Experten haben große Bedenken geäußert, das Verifizierungssystem der Plattform umzukrempeln. Es habe den 238 Millionen Twitter-Nutzern geholfen, zu erkennen, ob die Konten, von denen sie Informationen erhalten, authentisch sind.

Musk, der zuvor gesagt hatte, er wolle »alle Menschen« auf Twitter verifizieren, hat angedeutet, dass Personen des öffentlichen Lebens auf andere Weise als durch den blauen Haken identifiziert werden könnten. Derzeit werden etwa Regierungsvertreter mit einem Text unter ihrem Namen gekennzeichnet, der besagt, dass sie von einem offiziellen Regierungskonto aus posten. Auf dem Konto von Präsident Joe Biden  steht zum Beispiel in grauen Buchstaben, dass es einem »Regierungsbeamten der Vereinigten Staaten« gehört.

Mitgründer Dorsey entschuldigt sich bei Mitarbeitern

Nach der Übernahme durch Musk wurde etlichen Mitarbeitern gekündigt. Nun hat sich Twitters Mitgründer und früherer Chef Jack Dorsey bei den Mitarbeitern entschuldigt. »Mir ist klar, dass viele sauer auf mich sind«, schrieb Dorsey auf Twitter . Er sei dafür verantwortlich, dass die Twitter-Angestellten sich jetzt in dieser Lage befänden: »Ich habe das Unternehmen zu schnell wachsen lassen. Dafür entschuldige ich mich.«

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Eine Woche nach der Übernahme durch Multimilliardär Elon Musk hatte Twitter am Freitag rund die Hälfte seiner 7500 Angestellten entlassen. Direkt nach der Übernahme hatte Musk bereits das Twitter-Management gefeuert. Musk hatte Twitter für 44 Milliarden Dollar (rund 44 Milliarden Euro) übernommen.

Die Leute bei Twitter seien »stark und widerstandsfähig«, schrieb Dorsey zu den Entlassungen. Sie würden einen Weg finden, auch wenn die Situation derzeit vielleicht gerade schwierig sei. Dorsey hatte das Unternehmen 2006 mitgegründet und war im vergangenen Jahr als Geschäftsführer zurückgetreten. Im Frühling zog er sich auch aus dem Aufsichtsrat zurück.

jpa/dpa/afp
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