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08. November 2013, 18:15 Uhr

3D-Printer

Texanische Firma druckt Waffe aus Metall

Waffen aus 3D-Druckern haben bisher einen großen Makel: Sie bestehen aus Kunststoffen, sind ungenau und splittern schnell. Doch jetzt hat eine Firma mit einem Laser eine Waffe aus Metallpulver hergestellt. Bundespolizei und BKA zeigten sich schon früher alarmiert.

Eine texanische Firma hat mit einem 3-D-Drucker eine Metall-Waffe hergestellt, die nach eigenen Angaben "wunderschön funktioniert und schon 50 Schuss erfolgreich abgefeuert hat". Die Firma besitzt eine Lizenz, die ihr die Herstellung von Waffen erlaubt. Zum Einsatz kam dabei eine Technik namens "Laser Sintering". Dabei schmilzt ein Laser Schicht für Schicht aus einem Metallpulver.

Diese speziellen 3-D-Drucker sind allerdings noch sehr teuer. "Der industrielle Drucker, den wir benutzt haben, kostete mehr als meine College-Gebühren", schreibt die Pressevertreterin der Firma auf dem Firmen-Blog. Demnach dürfte der Drucker mehr als 130.000 Dollar gekostet haben. Auch die Nasa benutzt ein ähnliches Verfahren und 3-D-Drucker, um für Testzwecke Raketenbauteile herzustellen.

Im Gegensatz zu Waffen aus Plastikdruckern hält die Pistole aus geschmolzenem Metallpulver auch ein paar Dutzend Schüssen stand. Anfang des Jahres hatte der Jurastudent Cody Wilson eine Bauanleitung für eine Waffe aus einem 3-D-Drucker veröffentlicht. Nach ein paar Schüssen ist die "Liberator", wie Wilson die Waffe nennt, allerdings hinüber. Die Belastungen, die beim Abfeuern einer Patrone entstehen, sind einfach zu stark für das Plastik.

Nun also Metall statt Plastik: Ein Geschäftsgebiet der texanischen Firma Solid Concepts ist es, 3-D-gedruckte Maschinenteile aus Metall zu liefern. Mit der funktionstüchtigen Waffe wollten die Verantwortlichen nach eigenen Angaben zeigen, dass sie maßgeschneiderte Bau- und Ersatzteile liefern können - auch für Waffen, die nicht mehr produziert werden.

Die Pistole aus dem Drucker folgt einer Vorlage aus dem Jahr 1911. Patente auf das Design sind längst abgelaufen. Einer massenhaften Verbreitung solcher Waffen steht eigentlich nur noch der Preis des 3-D-Laserdruckers im Weg.

Mit Waffen aus 3-D-Druckern beschäftigen sich auch schon deutsche Sicherheitsbehörden. Bundeskriminalamt (BKA) und Bundespolizei sind alarmiert, berichtete "Heise" bereits im Juli. Das BKA will demnach eigene Tests mit Plastikwaffen durchführen und sich international mit anderen Behörden abstimmen. Bei der Bundespolizei macht man sich hingegen Gedanken darüber, wie Waffen aus Plastikteilen bei Zugangskontrollen entdeckt werden können.

kpg

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