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Violine aus dem Drucker: Hier entsteht die Stradivari der Zukunft

Foto: Thomas Tetu

3Dvarius Das ist die erste Violine aus dem 3D-Drucker

Ein französischer Musiker hat die erste computergenerierte Violine hergestellt. Das gedruckte Instrument soll alte Geigenbaukunst mit moderner Technologie vereinen.

Innerhalb weniger Jahre ist der 3D-Druck beinahe zu so etwas wie einer Alltagstechnologie geworden. Niemand wundert sich über den Einsatz dieser Drucktechnik in der industriellen Fertigung oder selbst bei der Herstellung medizinischer Prothesen. Ob es aber eine gedruckte Violine mit einer traditionellen Stradivari aufnehmen kann?

Das ist das Ziel des französischen Violinisten Laurent Bernadac. Der Musiker betätigte sich als Geigenbauer und setzte dabei auf Computertechnik. So wollte er die Präzision des 3D-Drucks mit der Kunstfertigkeit der Geigenbaumeister wie Stradivari vereinen. Diese Kombination gab dem Ergebnis auch den Namen, ein Instrument namens 3Dvarius .

Tatsächlich beruht der Entwurf auf dem Violin-Design, wie es Antonio Stradivari um 1700 für den Bau seiner Instrumente verwendete. Doch für die Umsetzung im 3D-Drucker wurde es mithilfe von Algorithmen verbessert und angepasst. So entstand ein ganz neuartiger und durchsichtiger Entwurf. Geradezu futuristisch sieht die Geige aus.

Pop statt Mozart

Das aus einem einzigen Teil bestehende Werkstück wurde per Stereolithografie gefertigt. Dabei wird eine durchsichtige Flüssigkeit schichtweise aufgetragen, die unter UV-Licht sofort aushärtet. Im nächsten Schritt entfernte Bernadac überstehende Kanten, glättete und säuberte den Korpus. Danach wurde er durch weitere UV-Bestrahlung polymerisiert und der Kunststoff haltbar gemacht. Dann kam der entscheidende Schritt: die Bespannung der Violine mit Saiten. Hier musste sich erweisen, ob der Kunststoff dem durch die Saiten ausgeübten Druck und Zug auch wirklich standhält. Es hat geklappt.

Getreu dem modernen Baukonzept wird das Instrument als elektrische Violine gespielt, Klang und Volumen sollen durch Verstärker weiter verbessert werden. Bernadac spielt auf der 3Dvarius übrigens keine Mozart-Sonaten oder andere klassischen Repertoirestücke. Vielmehr bewegt er sich im Rock- und Popgenre , auch sonst kombiniert er gern die Musik verschiedener Künstler miteinander .