Neue Hightech-Messe Liebe Leserin, lieber Leser,

Von


ich rechne nicht damit, dass es im Herbst 2020 ungewöhnliche Staus auf den Straßen nach Hannover geben wird. Für diesen Zeitpunkt hat zwar die Deutsche Messe AG eine neue Hightech-Messe angekündigt, die offenbar die Cebit beerben und dafür sorgen soll, dass auf dem Messegelände wieder Hightech gezeigt wird. Doch das geschieht ja eigentlich schon jetzt. Die großen Themen der gerade beendeten Hannover Messe - die früher mal das Wort "Industrie" im Namen trug - waren sowieso schon der künftige Mobilfunkstandard 5G, künstliche Intelligenz und Robotik.

Eine LKW transportiert 5G - als Symbol - auf das Messegelände in Hannover
DPA

Eine LKW transportiert 5G - als Symbol - auf das Messegelände in Hannover

Das dürfte für die Messegesellschaft Bestätigung genug gewesen sein, den wohl schon länger gehegten Plan umzusetzen. Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe, sagt: "Erst mit 5G wird das Konsumenten-Internet zum Industrie-Internet." Dazu passt auch der Titel der Veranstaltung, die im Herbst 2020 erstmals stattfinden soll: 5G CMM Expo. Das Kürzel CMM steht dabei für "Connected Mobile Machines".

Genau darum wird es gehen: Wie Maschinen 5G nutzen, um miteinander zu kommunizieren. Das Messegelände soll dabei "zu einem Schaufenster der Zukunft" werden. Möglich machen soll das ein eigenes 5G-Netz, das die hundert Hektar Messegelände samt Messehallen und Parkplätzen abdecken soll. Firmen sollen es auch abseits der Messetage nutzen können, um 5G-Anwendungen "in einer geschützten und kontrollierten Umgebung" zu testen. Ein Publikumsrenner wird das aber nicht, fürchte ich.

5G-Grafik auf der Hannover Messe
JENS SCHLUETER/EPA-EFE/REX

5G-Grafik auf der Hannover Messe

Denn eigentlich sollte man hoffen, dass ein solches Spezialnetz bald gar nicht mehr nötig sein wird, um 5G auszuprobieren. Schließlich läuft in Mainz gerade die Versteigerung der 5G-Frequenzen an die Netzbetreiber. Doch deren Ausgang scheint derzeit ungewiss. Waren Beobachter Anfang vergangener Woche noch von einem baldigen Ende ausgegangen, trieb Newcomer 1&1 Drillisch die Preise Mitte der Woche mit neuen Geboten in die Höhe.

Von der Bieterrunde 125 bis zur Runde 143 stiegen die Gebote um rund eine Milliarde Euro auf jetzt knapp 3,8 Milliarden Euro. Mehrere Hundert Millionen davon sind Strafgebühren für zurückgezogene Gebote. Was es mit diesem neuen Preiskampf auf sich hat und wann er enden wird, ist am Montag völlig unklar. Sicher ist nur: Für die Verbraucher sind die hohen Auktionserlöse kein gutes Zeichen. Je mehr die Konzerne für die Frequenzen ausgeben müssen, umso weniger bleibt in ihrer Kasse für den Netzausbau übrig.

Sie mögen Netzwelt-Themen? Dann abonnieren Sie Beiträge wie diesen hier. Der Newsletter Startmenü ist kostenlos und landet jeden Montagnachmittag in Ihrem Postfach.

Seltsame Digitalwelt: Auf Android mögen AirPods nicht allein sein

Einzelner AirPod sucht Partner
SPIEGEL ONLINE

Einzelner AirPod sucht Partner

Seit Kurzem hat meine Tochter ein paar AirPods . Das schien zunächst einmal komisch, weil sie ein Android-Smartphone benutzt, seit ihr iPhone in einer Regenpfütze abgesoffen ist. Doch AirPods funktionieren eigentlich prima an Handys von Samsung, Huawei, OnePlus und Co. - solange sie ein Pärchen sind.

Reißt man sie dagegen auseinander, ist alles vorbei, wie meine Tochter bitter erfahren musste. Am iPhone ist das kein Problem, man kann auch mit nur einem AirPod telefonieren oder zum Beispiel zu zweit mit je einem AirPod Musik hören - was auch bei Android funktioniert. Als sich aber einer ihrer AirPods im Schal einer Freundin verfing und diese mit der U-Bahn in eine andere Richtung abfuhr, war es mit den AirPods aus.

Merke: Ein einzelner AirPod funktioniert nur am iPhone, aber nicht am Android-Handy. Gut, wenn man denjenigen kennt, der den fehlenden AirPod hat. Ansonsten bleibt einem nur übrig, den fehlenden Ohrhörer nachzukaufen. Zum Glück gibt es die bei Apple auch einzeln. Leider nicht billig.

App der Woche: "Cultist Simulator"
getestet von Tobias Kirchner

Playdigious

Das Kartenspiel "Cultist Simulator" ist einzigartig und anspruchsvoll. So muss der Spieler selbst herausfinden, wie sich die Karten auf das Geschehen auswirken. Eine kleine Hilfefunktion sorgt dafür, dass man nicht komplett verloren ist.

Es geht dabei vor allem um Ressourcenmanagement und den Aufbau eines eigenen Kults. Nach den ersten Erfolgserlebnissen bleibt man auf jeden Fall dran. So gibt es eine interessante Geschichte zu entdecken, deren Verlauf der Spieler beeinflussen kann. "Cultist Simulator" ist eine Herausforderung mit einem entsprechend hohen Schwierigkeitsgrad. Daraus zieht das Spiel aber auch seinen Reiz - sobald man den Einstieg überwunden hat.

Für 4,89 Euro (Android) oder 5,49 Euro (iOS), von Playdigious, ohne In-App-Käufe: iOS, Android


Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

  • "Metaphern bis zum Mond" (Drei Leseminuten)
    Um Datenmengen anschaulich und begreifbar zu machen, versuchen sich Redaktionen immer wieder an Vergleichen mit der dinglichen Welt. In den Achtziger- und Neunzigerjahren reichte es dafür aus, zu sagen, wie viele DIN-A4-Seiten man bräuchte, um eine Datenmenge niederzuschreiben. Angesichts von Peta-, Exa- und Zettabytes scheitern solche Analogien heute grandios, wie uns die "taz" erklärt.
  • "The Improbable Rise of Huawei" (Englisch, 19 Leseminuten)
    Wie hat es die einst als kleiner Billigheimer verschriene chinesische Telekommunikationsfirma Huawei eigentlich geschafft, zu einem unverzichtbaren Bestandteil moderner Mobilfunknetze zu werden? Und warum wird man beim Thema 5G nicht um den Konzern herumkommen? All das erklärt "Foreign Policy" in einem Lesestück, für das man sich im Sessel zurücklehnen sollte.

  • "Deepfakes: Your Face Isn't Yours Anymore" (Englisch, 15 Minuten Video)
    Das Thema Deepfakes ist nicht neu, aber der YouTube-Kanal "Not Exactly Normal" erklärt hier noch einmal sehr ausführlich und anschaulich, wie man fremde Gesichter auf die Gesichter von Darstellern in einem Video projiziert und wo die Ursprünge solcher Bildfälschungen liegen. Zwischen Minute 12.00 und 13.21 kann man getrost vorspulen, das ist nur Werbung.

Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche Woche,

Matthias Kremp

Mehr zum Thema
Newsletter
Startmenü - der Netzwelt-Newsletter


insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Onkel Drops 08.04.2019
1. total interessant gibt das auch außerhalb der City
Abdeckung 4g bzw Effline mit 4g Pfützen. ebenso zum Thema Breitbandausbau und Datenautobahnsperrung mit bis zu(sofern es denn machbar ist)xx Mbit oder kommt im nächsten Quartal wie T(rödel) Punkt Fachkräfte so jahrelang prognostizieren. geht nicht besser... im Urlaub in den Karpaten am Steißbein der Welt gehts. haben ja auch keine CSU Fachkräfte hust
moriar 08.04.2019
2. ohrstöpsel
was will uns der Autor nur mit dem Bericht sagen?
der_unbekannte 09.04.2019
3. 5G = gesundheitliche Risiken
Bei 5G sollte man auch die gesundheitlichen Risiken nicht außer Acht lassen. Bitte informiert euch darüber. Der Tagesspiegel hat einen interessanten Artikel darüber geschrieben. Europa ignoriert mögliches Krebsrisiko von 5G https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/elektrosmog-europa-ignoriert-moegliches-krebsrisiko-von-5g/23855700.html
etlamu 09.04.2019
4.
Zitat von der_unbekannteBei 5G sollte man auch die gesundheitlichen Risiken nicht außer Acht lassen. Bitte informiert euch darüber. Der Tagesspiegel hat einen interessanten Artikel darüber geschrieben. Europa ignoriert mögliches Krebsrisiko von 5G https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/elektrosmog-europa-ignoriert-moegliches-krebsrisiko-von-5g/23855700.html
Richtig, die Gefahren des Mobilfunks wird von den Regierungen negiert. Auch in den Foren kommen kaum Beiträge, die auf die Gefahren hinweisen. Meist wird ein Abhängen des Exportstandort Deutschland befürchtet, wenn man 5G. Ist dies unsere Gesundheit wert? In Südkorea läuft gerade ein Großversuch mit 5G und wir sollten die Gesundheit der Südkoreaner genau und unabhängig beobachten. Die Kritiken werden von vielen Studien gestützt aber die Regierung und die Firmen wollen es einfach nicht wahr haben. Jetzt gibt es wenigsten eine Petition gegen 5G. Die Webseite von Ulrich Weiner, der ein Voreiter des Mobilfunks ist, ist sehr informativ über den Mobilfunk: https://ul-we.de/ Eine Broschüre über die Gefahren von 5G: https://ul-we.de/wp-content/uploads/2019/02/2019_Broschuere_MobilfunkDieVerschwiegeneGefahr_4Auflage.pdf Hier noch weitere kritische Stimmen über 5G: https://christoph-hörstel.de/5g-verbrechen-linkliste/
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.