Hochgeschwindigkeits-Mobilfunk EU kooperiert bei 5G-Netzen mit Südkorea

Die schnellen LTE-Netze werden in absehbarer Zeit zu langsam für neue Anwendungen. Der mobile Datenfunk der fünften Generation soll neue Kapazitäten schaffen. Nun hat sich die EU mit Südkorea verbündet, um entsprechende Standards festzulegen.
Mobilfunkmast: Europäisch-südkoreanische Zusammenarbeit an den Netzen der Zukunft

Mobilfunkmast: Europäisch-südkoreanische Zusammenarbeit an den Netzen der Zukunft

Foto: Daniel Reinhardt/ dpa

Seoul - Bei der Entwicklung von Mobilfunknetzen der nächsten Generation (5G) will die Europäische Union eng mit Südkorea zusammenarbeiten. Das Ziel sei es, bei der Forschung zu kooperieren und auf globale Standards hinzuarbeiten, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung für eine strategische Kooperation, die am Montag in Seoul unterzeichnet wurde. Die Seiten seien sich zudem einig, dass die Einigung auf ein einheitliches Frequenzband zur Vorbereitung auf globale Standards bis 2015 beschleunigt werden müsse.

Die 5G-Netze sollen die Nachfolge des heute schnellsten Datenfunk-Standards LTE antreten. Die Entwicklung steht erst am Anfang, die technischen Details sind noch völlig offen. Klar ist allerdings, dass die 5G-Netze extreme Datenmengen umschlagen und sehr flexibel sein müssen.

Die EU will bei der Entwicklung der neuen Datenfunk-Technik eine führende Rolle spielen. Experten rechnen damit, dass der 5G-Standard von 2020 an eingeführt werden könnte. Ein kompletter Spielfilm etwa soll dann binnen weniger Sekunden auf ein Smartphone oder Notebook übertragen werden. "5G wird nicht nur schneller sein, es wird auch neue Funktionalitäten und Anwendungen mit hohem sozialen und wirtschaftlichen Wert bringen", betonte die EU-Kommission.

"Lebenselixier der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft"

5G werde das neue "Lebenselixier der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft sein", wurde die Vizepräsidentin der EU-Kommission für die digitale Agenda, Neelie Kroes, zitiert. Es sei das erste Mal überhaupt, dass sich öffentliche Behörden in Zusammenarbeit mit der privaten Industrie zusammengeschlossen hätten, um den Prozess der Standardisierung voranzutreiben. Der sogenannten 5G-Infrastruktur-Vereinigung der EU gehören unter anderem die Deutsche Telekom, Alcatel-Lucent, Atos, Ericsson und Nokia an.

Auf südkoreanischer Seite unterzeichnete Wissenschaftsminister Choi Mun Kee das Abkommen mit der EU. Die gemeinsamen Forschungsprojekte sollen 2016 auf den Weg gebracht werden. Kroes hatte im Februar angekündigt, dass die EU die Forschung und Entwicklung mit rund drei Milliarden Euro unterstützt werde.

Südkorea gilt auf dem Gebiet des Mobilfunks als ein Vorreiter. Der Smartphone-Weltmarktführer Samsung hatte im vergangenen Jahr erklärt, erste Fortschritte bei der Entwicklung eines 5G-Netzes erzielt zu haben. Dabei sei in einer Testumgebung bei der Übertragung von Daten eine Geschwindigkeit von mehr als einem Gigabit pro Sekunde erreicht worden. Das ist etwa das Zehnfache der Geschwindigkeit in einem LTE-Netz. Auch die europäischen Netzausrüster arbeiten unter Hochdruck an der Entwicklung der Zukunftstechnik.

mak/dpa
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