Neue Tarife der Telekom 5G-Frühstarter brauchen noch etwas Geduld

Als die Telekom vor wenigen Tagen ihre ersten 5G-Tarife angekündigt hat, meinte sie damit wirklich nur die Tarife. Auf die ersten 5G-Netze wird man noch warten müssen. Das hat auch rechtliche Gründe.
Telekom-Website zu den neuen "5G Ready-Tarifen"

Telekom-Website zu den neuen "5G Ready-Tarifen"

Foto: Telekom

Ihre Pressemitteilung zur Einführung der ersten 5G-Tarife  in Deutschland hatte die Telekom fein formuliert. Die ersten 5G-Geräte und -Tarife seien "ab sofort für Kunden verfügbar", heißt es darin. Bis zum Jahresende würden rund 300 5G-Antennen an mehr als 100 Standorten "gebaut und in Betrieb genommen werden". Davon, dass man 5G sofort würde nutzen können, wenn man sich jetzt für einen der neuen Tarife entscheidet, war nie die Rede.

Bei vielen war aber offenbar der Eindruck entstanden, dass dem so sei. Schließlich hatte die Telekom am Mittwoch in Berlin auch "den Startschuss für 5G in Deutschland" verkündet und erklärt, 5G-Geräte und 5G-Tarife seien "ab sofort" für Kunden verfügbar.

Das konnte man falsch als "5G kann man jetzt benutzen" interpretieren. Doch tatsächlich hatte der Konzern konsequent nur davon gesprochen, dass es jetzt die passenden Geräte und Tarife gibt. Von einem funktionierenden öffentlichen 5G-Netz war nicht die Rede. Auf der mittlerweile ans Netz gegangenen Website zu den neuen Tarifen werden diese wohl auch deshalb nur als "5G Ready", als "für 5G vorbereitet" bezeichnet.

Man wolle damit aber "in den nächsten Wochen" loslegen, sagte ein Konzernsprecher am Freitag in Bonn. Auf der Website des Unternehmens ist allerdings angegeben, dass erst im vierten Quartal - also im Herbst - das Downloadtempo "an einzelnen 5G-Standorten mit geeignetem Endgerät" bei mehr als 300 Megabit pro Sekunde liegen werde. Das sei ein "Worst-Case-Szenario", so der Sprecher. Er sei zuversichtlich, dass es in den nächsten Wochen losgehen werde. Nicht erst im Herbst.

Hinweis auf Wartezeit bis zum 5G-Start auf der Telekom-Website

Hinweis auf Wartezeit bis zum 5G-Start auf der Telekom-Website

Foto: Telekom

Aus der begrenzten 5G-Verfügbarkeit hatte das Bonner Unternehmen keinen Hehl gemacht. Doch erst jetzt wird deutlich, dass der bereits erhältliche 5G-Tarif zunächst nur maximal 4G, also LTE, ermöglicht und erst später mancherorts 5G. Das Fachportal "teltarif.de " hatte zuerst darüber berichtet.

Man könne mit dem 5G-Betrieb erst anfangen, wenn der Telekom die ersteigerten Frequenzen von der Bundesnetzagentur zugewiesen worden seien, erklärte der Telekom-Sprecher die Differenz zwischen dem Verkaufsstart von 5G-Verträgen und dem 5G-Nutzungsbeginn für Kunden. Zudem würden Interessenten darauf hingewiesen, dass die 5G-Verfügbarkeit am Anfang nur sehr eingeschränkt sein werde.

Huawei präsentierte sein Mate 20 X (5G) einen Tag bevor die Telekom ihre 5G-Tarife ankündigte

Huawei präsentierte sein Mate 20 X (5G) einen Tag bevor die Telekom ihre 5G-Tarife ankündigte

Foto: DPA

Als Endgeräte bietet die Telekom ihren Kunden die 5G-Smartphones Samsung Galaxy S10 5G und Huawei Mate 20 X (5G) an. Kunden, die stattdessen mehrere Geräte per WLAN an das 5G-Netz anbinden wollen, wird der HTC Hub 5G für reine Datenverbindungen angeboten. Der 5G-Datentarif "Magenta Mobil Speedbox XL" kostet monatlich knapp 75 Euro, der 5G-Smartphone-Tarif "Magenta Mobil XL Special" knapp 85 Euro pro Monat. Beide haben keine Begrenzung des nutzbaren Datenvolumens, sind also echte Flatrates.

mak/dpa