Ab 75 Euro pro Monat Telekom bietet erste 5G-Tarife an

Früher als erwartet bietet die Telekom 5G-Tarife an. Wer zu den ersten gehören will, die die neue Technik nutzen, muss allerdings ein dickes Portemonnaie haben - und mit einigen Einschränkungen leben.
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Die Versteigerung der 5G-Frequenzen ist gerade erst abgeschlossen, von so etwas wie einer flächendeckenden Versorgung mit dem neuen Mobilfunkstandard ist Deutschland noch Jahre entfernt. Trotzdem hat die Telekom schon jetzt die ersten Tarife für das neue Netz angekündigt. Mit ihnen wolle man vor allem sogenannte Early Adopter bedienen, die bei neuer Technik immer als erste dabei sein wollen und dafür auch bereit sind, etwas mehr zu bezahlen, sagt Michael Hagspihl, der bei der Telekom als Geschäftsführer das Privatkundengeschäft verantwortet.

Die Telekom ist damit der erste Netzbetreiber, der in Deutschland so etwas wie einen 5G-Regelbetrieb einführt. Preislich liegen die neuen Angebote im oberen Bereich. Das Unternehmen bietet interessierten Kunden zwei "Frühstarter-Pakete" an. Zum einen ist dies das Paket "Magenta Mobil XL Special", mit einem Monatspreis von 84,95 Euro. Weil man den nur mit einem passenden Smartphone nutzen kann, wird dazu das Samsung Galaxy S10 5G für 899,95 Euro angeboten.

Wer stattdessen mehrere Geräte per WLAN an das 5G-Netz anbinden will, kann für 74,95 Euro im Monat den reinen Datentarif Magenta Mobil Speedbox XL buchen. Für diesen bietet die Telekom den HTC 5G Hub als Hotspot an, über den man die Datenverbindung per WLAN mit mehreren Geräten nutzen kann. Der Preis für dieses Gerät beträgt bei der Telekom 555,55 Euro.

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Bei beiden Angeboten beträgt die Laufzeit der Verträge 24 Monate. Ausschlaggebend für eine sinnvolle Nutzung im 5G-Netz ist, dass beide Angebote ein unlimitiertes Datenvolumen enthalten. Wer damit also zum Beispiel 70 oder auch 700 Gigabyte im Monat über das Netz herunterladen will, kann das ohne Aufpreis tun.

Erst mal etwas für die großen Städte

Der Haken bei diesen Angeboten ist - neben den Preisen - die in Deutschland bisher nur sehr punktuelle Versorgung mit 5G-Netzen. Bis zum Jahresende sollen laut Telekom rund 300 5G-Antennen an mehr als 100 Standorten "gebaut und in Betrieb genommen werden". Zum Start werden diese Antennen in erster Linie in Berlin und Bonn, danach dann in Darmstadt, Hamburg, Leipzig und München anzutreffen sein. Im Anschluss sollen binnen der kommenden 18 Monate die 20 größten Städte Deutschlands mit 5G-Masten versorgt werden.

Parallel zum 5G-Ausbau stehe der Ausbau der LTE-Netze, also mit 4G, weiter im Fokus, heißt es von der Telekom. In diesem Jahr wolle man dafür noch rund 2000 Mobilfunkstandorte neu aufbauen. "Es geht darum, besonders im ländlichen Raum Lücken zu schließen", sagt Telekom-Vorstand Dirk Wössner.

In ihrem Bonner 5G-Testnetz seien mit kommerziellen Geräten Übertragungsraten von mehr als 1 Gigabit pro Sekunde erreicht worden, meldet die Telekom. Wie das dortige Netz sollen auch alle anderen Testnetze des Konzerns noch in diesem Jahr für Kunden in den 5G-Livebetrieb geschaltet werden.