Pläne der EU-Kommission Alexa und Siri droht Regulierung aus Europa

Wieder sind die Techkonzerne im Fokus: Über die Sprachassistenten bestimmen sie, wie User das Internet nutzen. Behindern sie den Einsatz alternativer Systeme? Die EU-Kommission will neue Regeln vorlegen.
Ein digitaler Assistent bietet seine Dienste an: Wer die Technik kontrolliert, kann einen Milliardenmarkt beeinflussen

Ein digitaler Assistent bietet seine Dienste an: Wer die Technik kontrolliert, kann einen Milliardenmarkt beeinflussen

Foto: Nathalie Lieckfeld / imago images/imagebroker

Sprachassistenten wie Alexa und Siri sind nicht nur beliebt, sondern geben ihren Herstellern große Kontrolle darüber, wie ihre User das Internet nutzen. Die EU-Kommission hat in einer Marktuntersuchung bedenkliche Entwicklungen festgestellt und will in den kommenden Monaten an Plänen für eine Regulierung arbeiten.

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Wie schon bei vorangegangenen Verfahren hat die Kommission die großen Internetkonzerne wie Google, Amazon und Apple im Blick. »In der Praxis bestimmen diese Unternehmen, wie unterschiedliche Geräte und Dienstleistungen miteinander kommunizieren und interagieren können«, sagte die zuständige Vizepräsidentin Margrethe Vestager am Mittwoch bei der Vorstellung einer Marktuntersuchung, die sich insbesondere dem »Internet Of Things« widmet. Dazu gehören Audio-Assistenten, aber auch Haushaltsgeräte wie Smart-TVs oder vernetzte Rauchmelder.

An der einjährigen Untersuchung haben sich bisher 200 Unternehmen beteiligt. Häufiger Kritikpunkt ist die exklusive Kontrolle der Konzerne über die Audio-Assistenten. So werde teilweise der Einsatz alternativer Systeme verhindert. Auch der Zugriff auf große Mengen an Nutzerdaten wird kritisiert.

In der Vergangenheit hatten ähnliche Untersuchungen beispielsweise im Einzelhandel oder der Finanz- und Pharmabranche Verfahren und Bußgelder nach sich gezogen. Die gesammelten Informationen können aber auch in die Beratungen über das geplante Gesetz über digitale Märkte einfließen. Der Abschlussbericht zu der Untersuchung soll laut EU-Kommission in der ersten Jahreshälfte 2022 veröffentlicht werden.

tmk/dpa