Zeitungsbericht Amazon plant angeblich Tablet für 50 Dollar

Amazon will offenbar den Markt für Billig-Tablets aufmischen: Laut einem Zeitungsbericht plant der Konzern ein Gerät, das nur 50 Dollar kostet. Der Kampfpreis soll ein Wunsch des Konzernchefs sein.
Amazon-Logistik-Center bei Augsburg: Der Konzern plant offenbar ein Tablet zum Dumpingpreis

Amazon-Logistik-Center bei Augsburg: Der Konzern plant offenbar ein Tablet zum Dumpingpreis

Foto: © Michaela Rehle / Reuters/ REUTERS

Der Onlinehändler Amazon will im Tablet-Markt offenbar mit einem nur 50 Dollar teuren Gerät Marktanteile gutmachen. Das Modell mit einer Bildschirm-Diagonale von sechs Zoll solle rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt kommen, berichtet das "Wall Street Journal"  mit Verweis auf ungenannte Insider. Amazon hat bereits ein Sechs-Zoll-Tablet im Angebot, der Kindle Fire HD 6. Dieser kostet jedoch 99 Dollar beziehungsweise in Deutschland 99 Euro.

Die Zeitung schreibt nur wenig dazu, wie Amazon es schaffen will, den Preis derart zu drücken. Es wird lediglich erwähnt, dass das Gerät nur einen Lautsprecher statt Stereotons haben soll. Zudem behaupten zwei der zitierten Informanten, die Entwicklung des Produkts sei unter anderem an Firmen in Shanghai und Taiwan ausgelagert worden.

Im Bericht heißt es, Konzernchef Jeff Bezos habe den Entwicklerteams das Ziel gesetzt, sowohl beim Tablet als auch bei Amazons E-Book-Reader Kindle auf die Preismarke von 50 Dollar zu kommen. Beim Lesegerät sei das allerdings nicht gelungen, weil die Displays mit ihrer E-Ink-Technologie dafür zu teuer seien.

Nicht der erste Dumpingpreis

Amazon ist bekannt dafür, seine Hardware praktisch zu den Produktionskosten zu verkaufen, um das Geld dann später über seine Dienste wieder hereinzuholen. Diese Praxis kennt man auch aus anderen Branchen, etwa von Videospielkonsolen. Für Konkurrenten, die tatsächlich mit Hardware ihr Geld verdienen wollen, ist Amazon damit ein sehr unangenehmer Wettbewerber.

Im Bereich Tablets ist 50 Dollar kein völlig ungewöhnlicher Preis: In den USA gibt es in dieser Preisklasse mehrere Geräte zu kaufen, allerdings vorwiegend von eher unbekannten Firmen. Auch hierzulande gibt es solche Angebote gelegentlich. Oft weisen die Geräte, die man derart günstig bekommt, auch eklatante Schwächen auf, etwa sehr veraltete Versionen von Googles Android-Betriebssystem.

Amazon wollte sich zum Bericht des "Wall Street Journal" nicht äußern. In dem Artikel heißt es auch, dass das Unternehmen weitere neue Tablets mit Bildschirmdiagonalen von acht und zehn Zoll vorstellen will. Die Entwicklung eines neuen Smartphones dagegen habe Amazon nach dem Flop des Fire Phone im vergangenen Jahr auf Eis gelegt. In der Hardwareabteilung Lab126 seien Dutzende damit beschäftigte Entwickler entlassen worden.

mbö/dpa/Reuters
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