Amazon Prime Day Liebe Leserin, lieber Leser,


heute Nacht um 0:01 Uhr hat ein weiterer Amazon Prime Day begonnen. Und damit auch wieder ein Sonderangebots-Marathon für Kunden mit einer Prime-Mitgliedschaft. Ähnlich wie beim Black Friday dauert Amazons Angebotstag viel länger als nur einen Tag, nämlich 48 Stunden. Ein großer Unterschied zum Black Friday: Mein E-Mail-Postfach blieb bisher erstaunlich frei von Offerten, die ich angeblich nicht ablehnen kann.

Ob Sie für einige Prozent Rabatt bis spät in die Nacht wach bleiben oder gar früh am Morgen aufstehen, das müssen Sie schon mit sich selbst ausmachen. Bevor deswegen die smarte Kaffeemaschine vorprogrammiert und der Wecker gestellt wird, lohnt fast immer ein Preisvergleich bei anderen Anbietern. Denn auch wenn Amazon großspurig bis zu 40 Prozent Rabatt verspricht, nicht bei allen Produkten sparen Sie auch tatsächlich. Vor dem Klick auf "In den Einkaufswagen" sollte man auf Preisvergleichsseiten wie Guenstiger.de, Geizhals.de und Idealo.de schauen, ob die vermeintlichen Schnäppchen wirklich welche sind. Und auch die 69 Euro Jahresgebühr für die Prime-Mitgliedschaft sollte man in seine Preiskalkulation mit einbeziehen.

Amazon-Pakete mit Prime-Day-Aufklebern in einem UPS-Transporter
AP

Amazon-Pakete mit Prime-Day-Aufklebern in einem UPS-Transporter

Amazons eigene Produkte bekommt man am Prime Day dagegen fast immer zu günstigen Preisen. So kostet der E-Reader Kindle aktuell 30 Euro weniger als sonst. Und wenn Sie sich für Amazons Smartspeaker Echo Plus interessieren, zahlen Sie am Montag und Dienstag statt 150 nur 100 Euro dafür. Nur am Dienstag gibt es 150 Euro Rabatt auf ein Dreierpack der Blink-XT-Überwachungskameras. Blink Home Security ist eine Tochterfirma von Amazon und spezialisiert auf Indoor- und Outdoor-Kameras. Für Gamer bietet Amazon die Playstation 4 in verschiedenen Varianten ebenfalls vergünstigt an.

Preisabfragezeitpunkt:
15.07.2019, 11:09 Uhr
Ohne Gewähr

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Günstigerer Preis am Prime Day

Doch bevor Sie die digitale Shoppingtour starten, denken Sie kurz darüber nach, ob Sie das Produkt der Wahl auch wirklich haben wollen. Die Diskussion um die Vernichtung von Retouren durch Amazon ist gerade erst abgeklungen. Neben der täglichen Zerstörung von Kühlschränken, Handys und Matratzen ist auch die Umweltbelastung durch den Versand von Retouren nicht zu unterschätzen. Einer Studie der Universität Bamberg zufolge wird in Deutschland jedes sechste Paket zurückgeschickt. Der Rückversand allein sorgte 2018 für einen CO2-Ausstoß von 238.000 Tonnen. Das entspricht täglich rund 2200 Autofahrten von Hamburg nach Moskau.

Pünktlich zum Beginn des Prime Day legten Angestellte übrigens an sieben deutschen Standorten von Amazon die Arbeit nieder. Sie fordern flächendeckende Tariflöhne für die Mitarbeiter.

Also: Bewahren Sie angesichts der Flut von Angeboten die Ruhe, kaufen Sie nur, was Sie auch wirklich brauchen und vergleichen Sie Amazons Preise vor jedem Kauf mit denen bei anderen Anbietern.

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Seltsame Digitalwelt: Mein erstes Mal

DPA

Auch ich habe es endlich geschafft, mich auf einen dieser E-Scooter zu stellen, die in Hamburg seit einigen Wochen an jeder Ecke aus dem Boden schießen. Mit ihnen soll ja die Verkehrswende kommen. Wirklich überzeugt bin ich nach meiner ersten Testfahrt nicht. Weder davon, dass sie die Verkehrswende einläuten noch von den Gefährten selbst. Für die Strecke von der Redaktion zu einer U-Bahn-Haltestelle, rund 700 Meter Fußweg, brauchte ich mit dem Roller eine gute Viertelstunde und musste 2,60 Euro zahlen.

Das Problem war dabei nicht der E-Scooter selbst, sondern die zugehörige App des Anbieters. Diese ließ sich partout nicht dazu überreden, die Miete wieder zu beenden. Ich erhielt immer wieder die Mitteilung, ich würde in einer Parkverbotszone stehen und nicht, wie in Wirklichkeit, an einem Fahrradständer vor der U-Bahn-Haltestelle. Erst nach mehrfachem Umparken und Wechseln der Straßenseite war die App bereit, mich aus der digitalen Geiselhaft zu entlassen und die Mietzeit zu beenden. Als Alternative wäre mir nur noch geblieben, den Roller mit nach Hause zu nehmen. Und das wäre dann wirklich teuer geworden.

App der Woche: "321Fit"
getestet von Tobias Kirchner

Matthew Burton

321Fit ist eine übersichtliche App, in der man einfach ein Fitnessprogramm zusammenstellen kann. Die Darstellung erinnert mit den Listen und der Sortierung an einen Music Player in Retro-Optik. Wiederholungen, Übungszeit, Gewicht oder Dauer können definiert werden und dann fehlt nur noch ein Druck auf die Play-Taste. So arbeitet man sich dann nach und nach durch seine eigene Fitness-Playlist. Dabei muss man nicht die ganze Zeit aufs Smartphone starren, denn Ansagen signalisieren, wann die nächste Übung dran ist.

Gratis von Matthew Burton, ohne In-App-Käufe: iOS, Android


Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Meiden

  • "I Tried to Block Amazon From My Life. It Was Impossible" (Englisch, zehn Leseminuten)
    Um ehrlich zu sein, hierbei handelt es sich eigentlich um einen Lesetipp des Kollegen Patrick Beuth und der Artikel ist auch nicht mehr ganz neu. Aber er passt einfach zu gut zum Thema Amazon. Kashmir Hill versuchte, für diesen Text für "Gizmodo" eine Woche lang auf Produkte und Dienstleistungen von Amazon zu verzichten.

  • "Road-tripping with the Amazon nomads" (Englisch, 15 Leseminuten)
    Auch diese Reportage des Technikportals "The Verge" beschäftigt sich indirekt mit Amazon. Josh Dzieza begleitet darin Menschen, die mit dem Auto durch die USA fahren, um zum Beispiel die limitierte Sonderedition der "Game of Thrones"-Oreos zu kaufen und die Kekse dann bei Amazon zum Kauf anzubieten. Herausgekommen ist ein interessanter Blick auf die Konsumgesellschaft - nicht nur die amerikanische.

  • "This Is Palantir's Top-Secret User Manual for Cops" (Englisch, zehn Leseminuten)
    Palantir ist eine der umstrittensten Daten- und Analysefirmen weltweit. Über die Software des Unternehmens wird viel debattiert, detaillierte Einblicke jedoch sind selten. "Motherboard" ist nun an ein Benutzerhandbuch gekommen, das erahnen lässt, wie einfach etwa Polizisten dank Palantirs Datenauswertungen Informationen über Verdächtige, aber auch deren Bezugspersonen abrufen können.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche,

Caspar von Allwörden

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insgesamt 89 Beiträge
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Seite 1
Nordstadtbewohner 15.07.2019
1. Das sehe ich anders
"Pünktlich zum Beginn des Prime Day legten Angestellte übrigens an sieben deutschen Standorten von Amazon die Arbeit nieder. Sie fordern flächendeckende Tariflöhne für die Mitarbeiter." Amazon zahlt vielleicht de jure keine Tariflöhne, aber de facto durch die Anlehnung der Entlohnung an den Tarifvertrag der deutschen Logistikbranche. Die Gewerkschaften wollen doch etwas ganz anderes: Sie wollen, dass so ein Amazon-Bandarbeiter wie ein Verkäufer im Einzelhandel verdient, obwohl er keinen Endkundenkontakt hat. Verdi und Co sollten sich von dem Gedanken frei machen, dass ein Anlerntätigkeit mit 20 + X Euro die Stunde vergütet wird. Diese Zeiten sind einfach vorbei. Dazu kommt, dass ich dem Autor bezüglich der Klimaemissionen in Bezug auf Amazon nicht zu 100% zustimmen kann. Wenn die Menschen weniger online einkaufen, fahren sie halt mit ihren Privat-PKW in die Innenstädte, wo sie Staus verursachen (und damit auch CO2) und die Innenstädte verstopfen, so dass zum Beispiel weniger Platz für Radfahrer ist. Die Lebensgewohnheiten der Menschen verändern sich, das betrifft auch den Einkauf.
sonnemond 15.07.2019
2. Sehr gut
Ich bin längst bei Amazon & Co. ausgestiegen. Ein wahrer Klimakiller. Nicht nur die Retouren, sondern die Milliarden Fahrten jährlich allein in Deutschland, die Paketdienste für Amazon unterwegs sind. Ist mir einfach zu doof. Bin ich ein armseliger Couch-Potatoe? Nicht mit meiner Würde als Mensch vereinbar. Zudem möchte ich nicht, dass Bezos auch nur einen Cent von mir bekommt.
mimas101 15.07.2019
3. tststs
Hab' mal schnell drüber geguggt... Ein TV eines koreanischen Herstellers (natürlich auch Made in China) ist ein Auslaufmodell (und das heißt es gibt in spätestens 2 Jahren nix mehr an Software), ein Apfel Handy soll es auch billiger geben. Ist zwar nirgendwo vermerkt, zumindest nicht direkt sichtbar, aber betrachte ich mir die Preise und die hohen Rabatte dann sinds die UVPs der Hersteller auf die die Rabatte bezogen sind. Also wird der übliche Straßenpreis aufgerufen. Wie im WSV / SSV früher üblich sollen hier meist Ladenhüter und Auslaufmodelle unters Volk gebracht werden, gerade bei Elektronik-Artikeln sollte man wegen der eingebauten 36-Monats-Lebenszeit ziemlich vorsichtig sein. Ansonsten muß man damit rechnen das auch extra produzierter Ausverkaufsplunder im Angebot mit drinnen ist. So Nebenbei: Bei den Preisen die Amazonas bereits für eine popelige Wandhalterung für Flach-TVs aufruft kaufe ich das gleiche günstiger und schneller im hiesigen Fachhandel ein. Nö - lohnt nicht dafür pauschal 140,-- DM p.A. dem Laden, für nix und Selbstverständlichkeiten bei anderen Anbietern, in den Rachen zu werfen. Kommt noch hinzu das das Breim Video-Angebot reichlich Miet- und Kaufofferten für die besseren C-Filme enthält und beim Radio solls auch nicht besser sein.
territrades 15.07.2019
4. @1, Nordstadtbewohner
Es geht ja noch weiter. Die Leute im Verdi-Logistikvertrag verdienen WENIGER als die Lagerarbeiter bei Amazon. Allerdings muss auch gesagt werden, dass ein Tarifvertrag mehr Vorteile bietet als nur das reine Gehalt. Und ganz schlecht stehen die Paketzusteller da. Dort sollte Verdi mal dringend ansetzen, die Zustände bei denen sind echt nicht hinnehmbar.
OskarVernon 15.07.2019
5.
Zitat von sonnemondIch bin längst bei Amazon & Co. ausgestiegen. Ein wahrer Klimakiller. Nicht nur die Retouren, sondern die Milliarden Fahrten jährlich allein in Deutschland, die Paketdienste für Amazon unterwegs sind. Ist mir einfach zu doof. Bin ich ein armseliger Couch-Potatoe? Nicht mit meiner Würde als Mensch vereinbar. Zudem möchte ich nicht, dass Bezos auch nur einen Cent von mir bekommt.
Ohne Onlinehandel wären Speditionen von der Herstellern oder Importeuren der Produkte zu den Geschäften unterwegs - und Millionen Kunden von zu Hause dorthin: Bin ganz und gar nicht sicher, ob das dem Klima helfen würde... Und nein, ich bin auch kein Fan von Amazon.
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