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01. März 2019, 10:46 Uhr

Bestellknöpfe

Dash Buttons - Amazon stoppt Verkauf weltweit

Amazon verabschiedet sich von seinen Dash Buttons: Die physische Variante der Bestellknöpfe verschwindet aus dem Sortiment.

Amazon stellt den Verkauf seiner Bestellknöpfe fürs schnelle Nachordern von Alltagsartikeln weltweit ein. Statt auf die sogenannten Dash Buttons wolle sich der Onlinehändler künftig auf verwandte digitale Dienste konzentrieren, heißt es. Dazu gehören virtuelle Varianten der Dash Buttons, die man sich auf der Amazon-Website oder in der App einrichten kann. In der Nacht zum Freitag verschwanden die Knöpfe aus den Amazon-Sortimenten.

Die Dash Buttons waren in sieben Ländern im Angebot: USA, Deutschland, Japan, Großbritannien, Italien, Spanien und Frankreich. "Der amerikanische Markt für den Dash-Button ist ungleich größer als der deutsche", sagte Amazon-Manager Tim Freystedt. In den USA hatte Amazon die Knöpfe im Frühjahr 2015 eingeführt, in Deutschland erst 2016.

Die Batterie der Geräte hält nach Angaben von Amazon fünf bis zehn Jahre - und bereits verkaufte Buttons sollen sich weiter einsetzen lassen. "Wenn man jetzt einen Dash-Button zu Hause hat, bleibt er natürlich funktionsfähig", heißt es von Amazon-Manager Freystedt.

Zu wenig Informationen

In Deutschland waren die Dash Buttons auch wegen ihrer Einfachheit umstritten. Amazon hatte im Januar in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht München einen Rechtsstreit mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen um die Knöpfe verloren. Die Richter entschieden, dass Amazon gegen Gesetze zum Onlinehandel verstoße, weil beim Einkauf klare Informationen zu Inhalt, Preis und der Hinweis auf eine zahlungspflichtige Bestellung fehlten.

Die Buttons, die an eine Türklingel erinnern, bestehen nur aus dem Logo des Anbieters eines Produkts und dem Knopf, der eine Bestellung auslöst.

Das weltweite Aus für den Dash Button sei keine Folge der Niederlage in München, betont Amazon nun. "Die Entscheidung des Oberlandesgerichtes München steht in keinerlei Zusammenhang mit der Entscheidung, den Dash Button weltweit nicht weiter anzubieten", so Tim Freystedt. Grund sei, dass Kunden zunehmend die anderen Angebote zum Nachordern nutzten.

Andere Bestellvarianten

Amazon bietet in den USA mittlerweile auch den "Dash Replenishment Service" an, bei dem vernetzte Hausgeräte automatisch nötige Verbrauchsmittel nachbestellen. Außerdem können Amazon-Kunden per Sprachbefehl an die Alexa-Assistentin zum Beispiel in Echo-Lautsprechern Artikel nachordern.

Den juristischen Streit um die Knöpfe in Deutschland will Amazon trotz des Verkaufsstopps durchfechten. "Wir werden nach wie vor gegen die Entscheidung des OLG Rechtsmittel einlegen, weil wir sie für innovationsfeindlich und falsch halten", sagte Freystedt. Positives Feedback der Kunden bestärke Amazon darin.

Die Knöpfe wurden bis zuletzt weiter in Deutschland angeboten. Zur Auswahl standen rund 70 Varianten für diverse Artikel wie Waschmittel, Windeln, Kondome, Kaffee oder Kosmetik. Bei der Bestellung eines Knopfs zahlt der Kunde 4,99 Euro - die dann aber beim ersten Knopfdruck gutgeschrieben werden.

Bastler funktionierten die Knöpfe zum Teil auch um, sodass sie damit zum Beispiel vernetzte Lampen im smarten Zuhause steuern konnten. Die speziell für solche Anwendungsfälle gedachte Version des Knopfs für Entwickler wird weiter angeboten.

mbö/dpa

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