"Ich bin's, der Weihnachtsmann" Hacker kapern Zugänge zu Kinderzimmer-Kamera

Ein Unbekannter konnte eine Kamera des Herstellers Ring kontrollieren, die im Kinderzimmer einer US-Familie hing. Medienberichten zufolge werden entsprechende Tipps für Hacker in Foren gehandelt.
"Ich bin dein bester Freund": Ein US-Sender hat den Fall eines Kamera-Hacks dokumentiert

"Ich bin dein bester Freund": Ein US-Sender hat den Fall eines Kamera-Hacks dokumentiert

In Onlineforen werden kleine Programme gehandelt, die das Kapern von Accounts für Überwachungskameras ermöglichen. Das berichten Journalisten von "Motherboard" . Die Täter können damit die Kontrolle über die Kameras übernehmen und deren Besitzer ausspionieren.

Ein TV-Sender im US-Bundesstaat Tennessee hat einen solchen Fall auch dokumentiert: Eine Mutter hatte demnach am Black Friday eine Kamera der Amazon-Tochter Ring gekauft und im Schlafzimmer ihrer drei kleinen Töchter installiert, um sie im Auge behalten zu können, auch wenn sie Nachtschicht hat.

Vier Tage später spielte der eingebaute Lautsprecher plötzlich Musik ab, als eine der Töchter im Raum war. Auf ihre Frage, wer da ist, antwortete eine Männerstimme: "Ich bin's, der Weihnachtsmann. Ich bin dein bester Freund." Zu sehen und zu hören ist das in der Videoaufzeichnung, die der Sender auszugsweise veröffentlichte .

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Wie "Motherboard" weiter berichtete , gab es sogar einen Podcast, in dem Hacker öffentlich machten, wie sie die Konten fremder Überwachungskameras von Ring oder auch der Google-Tochter Nest übernahmen und deren Besitzer dann über die integrierten Lautsprecher belästigten und beschimpften. Seit Kurzem versuchten die Betreiber des Podcasts wie auch des zugehörigen Forums aber offenbar, alle Hinweise auf die illegalen Hacks zu entfernen.

Ring: Nutzer sollen selbst für mehr Sicherheit sorgen

Ring reagierte auf die Berichte mit dem Hinweis, dass es sich nicht um Sicherheitslücken oder eine Kompromittierung auf Seiten des Anbieters handele. Vielmehr sollten die Nutzer selbst für mehr Sicherheit sorgen, indem sie einmalige Passwörter für ihre Konten vergeben und eine Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten. Zugangsdaten sollten zudem nicht mit anderen geteilt werden - Ring bietet Gerätebesitzern stattdessen die Option, weitere Nutzer mit eingeschränkten Rechten hinzuzufügen.

Ring und andere Hersteller wollen keine strengen Sicherheitsmaßnahmen erzwingen, weil Geräte im "Internet der Dinge" möglichst einfach zu bedienen sein sollen. Für das Kapern eines Accounts kann es deshalb aber reichen, Zugangsdaten aus großen Leaks oder Listen beliebter Passwörter durchzuprobieren - so funktionieren die in Foren gehandelten Programme offenbar. Denn viele Menschen verwenden dieselbe Kombination aus E-Mail-Adresse und Passwort für mehrere Dienste.

pbe
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.