Amazon-Stichprobe Zwölf von zwölf Samsung-Akkus gefälscht

Ein Computermagazin hat ein Dutzend vermeintliche Samsung-Akkus bei Amazon bestellt und sie vom Hersteller testen lassen. Das überraschende Ergebnis: Es handelt sich ausschließlich um Fälschungen.
Samsung-Akku (Archiv): Nur selten erkennt man Fälschungen an der Modellnummer

Samsung-Akku (Archiv): Nur selten erkennt man Fälschungen an der Modellnummer

Foto: SPIEGEL ONLINE

Zwölf Original-Akkus wurden bestellt, zwölf Billig-Akkus sind angekommen: Die Computerzeitschrift "c't" hat bei einer Stichprobe herausgefunden , dass über Amazon wohl häufiger gefälschte Akkus für Samsung-Smartphones verkauft werden. Das Magazin hat zwölf als Originalware beworbene Akkus geordert und von Samsung testen lassen. Dabei kam heraus, dass alle bestellten Modelle gefälscht sind. Dabei waren auch teurere Akkus für bis zu 18 Euro bestellt worden.

Einige Akkus entpuppten sich laut Test bereits auf den ersten Blick als Billigware. Bei einigen weicht die Schriftart vom Original-Akku ab, bei anderen fällt die Strichstärke des Logos geringer aus.

Mancher Akku ist so lieblos gefälscht, dass die Beschriftung "Made in China" lautet und nicht wie auf dem Original mit "Cell Made in Korea, Assembled in China". Anhand der Modellnummer lässt sich dagegen nur selten ablesen, ob es sich um ein Originalprodukt handelt. Die Zeichen entsprechen in der Regel der Nummer auf dem echten Akku.

Amazon überprüft die Hinweise

Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE antwortet Amazon, dass die Marketplace-Händler - also Dritthändler, die Amazons Einkaufsplattform nutzen - nur Originalware anbieten dürfen, wenn sie diese auch verkaufen. Das sei in den Teilnahmebedingungen geregelt. "Im konkreten Fall überprüfen wir alle genannten Produkte und werden nach Abschluss der Prüfung entsprechende Maßnahmen ergreifen", sagt eine Sprecherin. Man wolle sicherstellen, dass die "Angebote für die jeweiligen Produkte geltendem Recht genügen".

Für die Händler, die Billig-Akkus als Originalware verkaufen, springt oft ein ordentlicher Umsatz heraus. Die Fälschungen gibt es bereits für ein bis zwei Euro zu kaufen, inklusive Versandkosten. Durch die Originalware-Kennzeichnung können die Verkäufer fast den zehnfachen Preis verlangen. Das Problem mit den gefälschten Akkus: Die Lebensdauer ist meist kürzer als beim Original.

Als "c't" die Marketplace-Händler mit den Fälschungen konfrontierte, wiesen alle die Verantwortung von sich. Schuld seien die Lieferanten, hieß es. Die Fälschungen würden in Kisten häufig mit Originalware vermischt und seien somit kaum zu erkennen. Die meisten Händler haben demnach schon Fälschungen geschickt bekommen, diese aber zurückgegeben und in manchen Fällen den Lieferanten gewechselt.

Die Fälschungen im Test stammen allerdings nicht nur von Marketplace-Händlern. Auch Amazon selbst hat offenbar Akkus falsch etikettiert. Vier der gefälschten Lithium-Ionen-Akkus wurden direkt von Amazon verkauft und versandt. Somit wird der Online-Händler auch sein eigenes Warenangebot künftig besser kontrollieren müssen.

So erkennt man die Akku-Fälschung

Wie kann man als Verbraucher den Original-Akku vom billigen Nachbau unterscheiden? "Heise Online" gibt dazu die folgenden Tipps :

  • Original-Akkus stecken in Blisterverpackungen
  • Die Verpackungen sind mit grauen Buchstaben und Zahlen auf blauen Flächen bedruckt
  • Die Kanten des Samsung-Logos sind auf der Verpackung abgerundet, bei vielen Fälschungen sind die Ecken hingegen kantig
  • Die Original-Akkus kosten zwischen 20 und 30 Euro, bei Angeboten zur Hälfte des Preises könnte etwas faul sein

jbr
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.