FTC-Beschwerde US-Bürgerrechtler fordern schnellere Android-Updates

Ein Android-Handy ist nicht wie das andere - und zwar nicht nur wegen der unterschiedlichen Hardware. Auf den Telefonen mit dem Google-Betriebssystem laufen diverse Versionen, viele davon sind Jahre alt. Dagegen legten US-Bürgerrechtler nun eine offizielle Beschwerde ein.
Android: Die aktuelle Version des Betriebssystems läuft auf zwei Prozent der Geräte weltweit

Android: Die aktuelle Version des Betriebssystems läuft auf zwei Prozent der Geräte weltweit

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Im allgemeinen gehört die Sorge um möglichst aktuelle Betriebssysteme nicht zu den zentralen Themenfeldern von Bürgerrechtlern. Doch die American Civil Liberties Union (Aclu) machte jetzt im Fall von Googles Mobilbetriebssystem Android eine Ausnahme. Sie wandte sich mit einer Beschwerde an die US-Handelskommission FTC. Konkret richtet sich die Kritik gegen die Mobilfunkbetreiber Sprint, T-Mobile, AT&T und Verizon.

Die Mobilfunker würden Software-Updates, die ihnen von Google zur Verfügung gestellt würden, nur sehr gemächlich oder nie an ihre Kunden weiterleiten. Die Folge dieser Verschleppungstaktik sei eine große Anzahl von Android-Geräten mit veralteten Programmversionen, aus Sicherheitsgründen äußerst bedenklich. Die Konzerne legten ein "unfaires und betrügerisches Gebaren" an den Tag, wenn sie ihre Kunden nicht über die bekannten Sicherheitslücken in den von ihnen verkauften Geräten informierten, moniert die Aclu. Vor dem Hintergrund, dass IT-Sicherheitsexperten und Regierungsoffizielle nicht müde würden, vor Sicherheitslecks in Computern zu warnen, sei die Haltung der Mobilfunker doppelt ärgerlich. Sie würden ihre Kunden realen Gefahren aussetzen. In dem 16-seitigen Beschwerde-Dokument wird die FTC aufgefordert, entsprechende Untersuchungen einzuleiten .

Wie umfassend nicht nur amerikanische Mobilfunker trödeln, lässt sich anhand weniger Zahlen verdeutlichen. Die aktuelle Version des Google-Betriebssystems läuft auf gerade einmal zwei Prozent der weltweit genutzten Android-Geräte. 40 Prozent der Android-User nutzen Programmversionen, die älter als zwei Jahre sind . Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AP wollte die FTC abgesehen von der Bestätigung der Aclu-Beschwerde keine weitere Stellungnahme abgeben. Dagegen verwahrten sich Sprint und Verizon gegen gegen die Vorwürfe. Sie würden alles tun, um ihre Kunden zu schützen und Sicherheits-Updates "so schnell wie möglich" ausliefern . AT&T und T-Mobile ließen laut AP Anfragen unbeantwortet.

Ein New Yorker Telekommunikationsexperte wurde mit der Einschätzung zitiert, die Verzögerungen seien gerade angesichts des hart umkämpften amerikanischen Handy-Markts völlig unverständlich. "Es ist schwer zu sagen, warum sie die Programme nicht auf dem neuesten Stand halten. Sie haben jeden denkbaren Anreiz dazu."

Wie "Ars Technica" anmerkt , zieht die Aclu-Beschwerde nicht automatisch eine Untersuchung durch die FTC nach sich. Sollte sich die Handelskommission jedoch für Ermittlungen entscheiden, so würden diese aller Voraussicht nach mehrere Monate beanspruchen.

meu
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