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Samsungs Galaxy S4 Active: Ein Handy zum Planschen

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Samsung Galaxy S4 Active im Test Dieses Handy geht gerne baden

Samsungs Galaxy S4 bekommt eine Outdoor-Variante: Das S4 Active soll gegen Wasser und Staub besonders geschützt sein. Wir haben getestet, ob das Android-Handy auch wirklich dicht hält.

Bei Samsung scheint man sich darauf verständigt zu haben, alle neuen Handys bis auf weiteres mit dem Kürzel S4 zu versehen. Auf Galaxy S4, S4 Mini und S4 Zoom folgt nun das wasserfeste S4 Active.

Auf den ersten Blick ist dem Android-Gerät nicht anzusehen, dass es ein Outdoor-Handy ist. Nur wenige Millimeter ist es dicker, breiter und höher als das normale Galaxy S4. Die robusten Samsung-Smartphones der Xcover-Serie vermitteln da sehr viel offensiver ihre Bestimmung als Handys fürs Grobe. Aber dass Dichtigkeit gegenüber Staub, Schmutz und Wasser nichts mit Äußerlichkeiten zu tun haben muss, hat schon Sony mit dem Xperia Z gezeigt.

Anders als Sonys Edel-Smartphone ist das S4 Active allerdings ein bisschen dichter und erfüllt die Forderungen der Schutzklasse IP67 (IP steht für International Protection-Code). Damit wird ihm bescheinigt, dass es bis zu 30 Minuten in einem Meter Wassertiefe dichthält und außerdem vollkommen staubdicht ist. Das Xperia dagegen ist nur "gegen Staub in schädigender Menge" geschützt. In der Praxis dürfte das keinen großen Unterschied machen.

Nach unseren Tests in einem künstlichen Wassergraben waren dann auch keine Schäden festzustellen. Zwar fanden wir unter dem abnehmbaren Rückendeckel ein paar Wassertropfen, die konnten aber nichts beschädigen, weil eine umlaufende Gummidichtung alle elektrisch leitenden Teile sicher abschirmte (siehe Fotostrecke). Wichtig ist nur, vorher den Deckel der USB-Buchse sicher zu verschließen. Offenbar hat es in den USA Probleme damit gegeben. Zumindest werden dort durch Wassereinbruch beschädigte S4 Active kostenlos von AT&T ausgetauscht . Wie viele solcher Fälle es bereits gab, ist nicht bekannt.

Fotografieren im Unterwassermodus

Ganz so dicht wie die Lifeproof-Schutzhüllen, die iPhones, iPads und das Galaxy S3 schützen können, ist das S4 Active damit zwar nicht, in der Regel sollte der Schutz aber ausreichen. Weil Touchscreens unter Wasser nicht funktionieren, man also nicht den virtuellen Auslöseknopf auf dem Bildschirm drücken kann, hat die Kamera-App zudem einen Wasser-Modus bekommen.

Ist der aktiviert, kann man per Druck auf die Lautstärketaste Unterwasserfotos knipsen oder Videos aufnehmen. Der Hersteller verspricht zudem, man können in diesem Modus "Unterwasserbilder noch schärfer aufnehmen". In unserem Test konnten wir das allerdings nicht bestätigen. Die typischen Probleme der Unterwasserfotografie, Schwebeteilchen und zu wenig Licht, konnte die Software nicht ausbügeln.

Glove Touch für den Winter

Ohnehin muss man bei der Kamera Abstriche im Vergleich zum S4 hinnehmen. Statt der sehr guten 13-Megapixel-Kamera des S4 steckt im S4 Active nur ein 8-Megapixel-Modell. Abgesehen davon, dass diese Kamera etwas weniger Details aufzeichnet und etwas langsamer zu fokussieren scheint, bietet sie durch Samsungs Kamera-App aber dieselben Funktionen, wie etwa eine Porträtfunktion, die mehrere Aufnahmen des Fotografierten macht, aus denen man die schönste auswählen kann.

Ansonsten arbeitet im S4 Active derselbe Quadcore-Prozessor wie im S4, es hat ebenso viel Arbeitsspeicher und kann ebenso per LTE und mit Gigabit-W-Lan (IEEE 802.11ac) online gehen. Die Gestensteuerung, mit klingenden Namen wie Air View, Air Gesture und Smart Scroll, ist auf dem S4 Active genauso unbefriedigend wie beim S4. Nützlich, zumal im Outdoor-Betrieb, ist nur die als Glove Touch bezeichnete Möglichkeit, den Touchscreen mit Handschuhen zu benutzen. Wenn in einigen Monaten wieder Winter ist, wird man das zu schätzen wissen.

Fazit

Wer gerne draußen unterwegs ist oder öfter mal ein Glas umkippt, bekommt mit dem Galaxy S4 Active das bessere S4. Das Gerät ist gut gegen schädliche Einflüsse abgeschirmt, verfügt bis auf die Kamera aber über dieselbe Ausstattung wie das normale S4 und ist zudem rund 80 Euro billiger. Dafür muss man mit etwas kürzeren Stand-by- und Sprechzeiten klarkommen und darf sich nicht daran stören, dass das aktive S4 mit 153 Gramm alles andere als ein Leichtgewicht ist.

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