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Roboter im Test: So arbeitet der Fensterputzer Hobot-168

Foto: Matthias Kremp

Mensch gegen Maschine Dieser Roboter putzt Fenster

Automaten bauen Autos, erkunden ferne Planeten - und putzen jetzt auch Fenster. Wir haben getestet, wie gut so eine elektrische Putzhilfe arbeitet - und ob man danach ungetrübten Durchblick hat.

Wenn es eine Hausarbeit gibt, die ich zwar regelmäßig, aber immer ungern erledige, ist es das Fensterputzen. Elf normale und fünf Dachflächenfenster müssen in meinem Haus gereinigt werden. Das dauert. Als der Pearl-Versand einen Fensterputzroboter ankündigte, klang das für mich wie die Verheißung eines bequemeren, immer sauber ausgeleuchteten Lebens.

Ganz billig würde der Komfort allerdings nicht werden, das wurde schnell klar. Immerhin 299 Euro muss man bei Pearl für den Sichler Hobot-168 hinblättern. Im Katalog steht: "Dieser kleine Roboter sorgt blitzschnell und zuverlässig für streifenfreien Fensterglanz - und Sie können vom Sofa aus zusehen." Ob das stimmt?

Als ich den Roboter in Betrieb nehmen will, weicht die anfängliche Begeisterung stummer Ernüchterung. Der elektronische Fensterputzer ist nicht so autark, wie ich gehofft hatte. Zwar hat er einen Akku, doch der dient nur als Notreserve, falls der Strom ausfällt. Der Hobot-168 saugt sich mit Unterdruck an der Fensterscheibe fest, der Akku soll also sicherstellen, dass der Roboter nicht abstürzt, sollte der Strom ausfallen.

Fürs eigentliche Putzen aber muss er mit einer Steckdose verbunden sein. Das ist vor allem dann lästig, wenn man Außenflächen an Stellen putzen lassen will, wo es keine Steckdose gibt. In meinem Garten musste ich mir deshalb mit einem Verlängerungskabel behelfen.

Bitte nicht am Abend putzen

Ebensowenig habe ich eine Sicherungsleine erwartet, wie sie am Hobot hängt. Laut Anleitung soll sie den Roboter genau wie der Akku vor einem möglichen Absturz bei der Arbeit schützen. Die Strippe soll logischerweise oberhalb des Fensters arretiert werden. Bei mir ist das schlicht deshalb nicht möglich, weil es oberhalb meiner Fenster nur blanke Wand gibt. Grundsätzlich hätte ich also Sicherungshaken anbringen müssen, was ich nicht tat: No risk, no fun.

Schließlich sorgt das Arbeitsgeräusch des elektronischen Reinigungspersonals für Unzufriedenheit. Der Hobot-168 hält sich mit Unterdruck am Glas fest. Der dafür nötige Lüfter ist so laut, dass neben dem arbeitenden Roboter keine ruhige Unterhaltung mehr möglich ist. Der Luftstrom entspricht dem eines Föhns. Abends oder am Wochenende sollte man also davon absehen, mit dem Gerät Außenflächen zu reinigen. Die Nachbarn werden es einem danken.

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Zum Start hält man den Roboter an die Scheibe, schaltet ihn ein und wartet einen Augenblick, bis er sich festgesaugt hat. Ist das erledigt, wandert die Maschine mit leichten Links-Rechts-Bewegungen am Fenster hinauf, um von dort aus den Reinigungsvorgang zu beginnen. Dabei wischt der Roboter von einer Seite zur anderen, wackelt ein paar Zentimeter herunter, um den Vorgang in umgekehrter Richtung fortzusetzen, bis er unten angekommen ist.

Wellenformen am Fenster

Besonders zügig geht er dabei nicht zu Werke: Um ein Fenster von etwa 1,5 Quadratmetern zu bearbeiten, ist er rund sechs bis sieben Minuten beschäftigt, pro Seite, versteht sich. Wenn ich dieselbe Aufgabe von Hand erledige, brauche ich höchstens halb so lange. Der Hersteller empfiehlt zudem, stark verschmutzte Scheiben erst einmal trocken reinigen zu lassen, bevor man mit der feuchten Reinigung beginnt. Kann man natürlich, nur dauert es dann noch länger. Am besten war die Reinigung, wenn ich die beigelegten Wisch-Pads mit wenig warmem Wasser und Spülmittel tränkte. Die Pads sollte man nach jeder geputzten Fensterseite einmal durchspülen.

Doch selbst wenn er derart vorbereitet war, konnte der Robo-Putzer nicht mit mir mithalten. Das Ergebnis seiner Reinigungsprozedur kann nicht überzeugen. Oft blieben nach dem Reinigen wellenförmige Streifen auf dem Glas zurück (siehe Fotostrecke). Dem Roboter fehlt eben ein Abzieher, wie ich ihn benutze, um Reinigungsrückstände von der Scheibe zu entfernen. Zudem kommt der Roboter mit seinen kreisrunden Wischpads nicht in die Ecken der Fenster, so dass dort stets etwas Schmutz zurückbleibt.

Fazit

Hohe Betriebsgeräusche, geringe Geschwindigkeit, Kabelzwang und mäßige Resultate: Der automatische Fensterputzer kann nicht überzeugen. Die rund 300 Euro, die er kostet, legt man besser anders an. In einen guten Fensterschwamm und einen Abzieher beispielsweise. Dann bleibt noch eine Menge übrig für schönere Dinge als den lärmenden Putzroboter.

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