Apples kabellose Kopfhörer Die neuen AirPods im Test

AirPods sind laut Marktforschern die beliebtesten komplett kabellosen Kopfhörer der Welt. Wir haben getestet, ob die neue Version des Apple-Headsets wirklich besser ist als ihr Vorgänger.

Matthias Kremp/ SPIEGEL ONLINE

Von


Apples AirPods werden immer wieder gerne kritisiert. Den einen gefällt das Design nicht, den anderen sitzen sie nicht fest genug im Ohr. Im März 2019 verbreitete sich sogar das Gerücht, Ärzte würde sie als Krebsgefahr ansehen. Ein Irrtum, der auf einem falsch interpretierten Zitat basierte und nichts daran änderte, dass Apples Headset den Markt für sogenannte Hearables, die komplett kabellosen Headsets, dominiert.

Den Marktforschern von Counterpoint zufolge lag Apples Marktanteil Ende 2018 bei 60 Prozent. Er hätte noch höher sein können, glauben die Experten. Viele potenzielle Käufer haben offenbar auf die neue Version gewartet, die jedoch erst Anfang 2019 vorgestellt wurde.

Äußerlich hat sich dabei nichts verändert. Das Design der neuen AirPods ist exakt dasselbe wie bei der ersten Version. Mit ihren langen Auslegern, in denen Antennen, Akkus und Mikrofone stecken, erinnern sie ein wenig an Noten. Wer schon mal AirPods gehabt hat, muss sich bei den neuen nicht umgewöhnen - außer beim Aufladen der Akkus.

Denn das geht jetzt auch kabellos. Es genügt, das Case der neuen AirPods auf eine beliebige Ladematte zu legen, die nach dem weitverbreiteten Qi-Standard arbeitet. Es funktionieren also alle Ladegeräte, mit denen sich auch eines der neuen iPhones kabellos aufladen lässt. Die Lade-LED wurde dafür von innen auf die Vorderseite des Lade-Case verlegt. Leuchtet sie orange, wird der Akku geladen, leuchtet sie grün, ist er voll. Nach ein paar Sekunden schaltet sich das kleine Licht ab.

Kostenlos gibt es diesen Luxus allerdings nicht. Mit dem kabellosen Lade-Case - das man notfalls auch per Kabel laden kann - kosten die neuen AirPods 229 Euro. Mit dem kabelgebundenen Lade-Case der Vorgängergeneration sind es nur 179 Euro. Wer schon AirPods besitzt, aber scharf auf die drahtlose Ladefunktion ist, kann das kabellose Lade-Case für 89 Euro auch einzeln kaufen.

Das ist fraglos ein stolzer Preis. Ob der sich lohnt, hängt davon ab, wie intensiv man die Kopfhörer benutzt - und wie lästig man es findet, Kabel für seine Geräte mitzunehmen.

Mehr Zeit für lange Telefonate

Wer nur das Case kauft, muss allerdings auf ein paar Neuerungen verzichten, die vor allem Apples neuer Kopfhörer-Chip H1 mitbringt. So sorgt der H1 laut Apple dafür, dass man mit den neuen AirPods jetzt drei statt zwei Stunden lang mit einer Akkuladung telefonieren kann. Das werden wohl eher wenige Nutzer tatsächlich ausreizen, schließlich kauft man AirPods in erster Linie zum Musikhören. Und da ändert sich nichts. Im Alltag komme ich mit einer Akkuladung auf fünf bis sechs Stunden Ausdauer.

Mit meinen Mitteln nicht messbar ist Apples Angabe, dass sich die neuen AirPods jetzt schneller per Bluetooth mit anderen Geräten verbinden. Im direkten Vergleich ist zwar ein Unterschied zu den alten Modellen spürbar, aber eigentlich waren ja auch die schon immer sehr fix dabei, sich mit neuen Geräten zu verbinden.

Die neuen klingen anders

Weiterhin kann man Siri jetzt mit dem Sprachbefehl "Hey Siri" aktivieren, muss die Sprachsteuerung nicht mehr per Doppeltipp auf einen der Ohrhörer starten. Das ist praktisch, wenn man etwa beim Sport, beim Kochen oder der Gartenarbeit keine Hand frei hat. So kann man per Sprachbefehl beispielsweise die Lautstärke regeln oder Songs vorspulen. Bei starken Windgeräuschen klappte die Sprachaktivierung im Test allerdings nicht immer.

Preisabfragezeitpunkt:
24.05.2019, 18:40 Uhr
Ohne Gewähr

ANZEIGE
Apple AirPods mit kabellosem Ladecase (Neuestes Modell)
Hersteller:
Apple Computer
Preis:
EUR 229,00

Womit ich nicht gerechnet habe und was ich mir logisch nicht erklären kann: Im direkten Vergleich mit meinen alten AirPods klingen die neuen klarer und haben eine kräftigere Basswiedergabe. Zudem sind sie eindeutig lauter als ihre zwei Jahre alten Vorgänger. Apple sagt dazu in schwammig-verschwurbelter PR-Sprache bloß, der H1-Chip verfüge über "eine spezielle Audioarchitektur und bietet ein revolutionäres Audioerlebnis und verbesserte Synchronisation." Eine Erklärung ist das nicht, aber für mich hören sich die neuen trotzdem besser als die alten an.

Fazit

Vorteile und Nachteile

Guter Klang

Sehr einfache Bedienung

Guter Tragekomfort

Sehr stabile Bluetooth-Verbindung

Sprachsteuerung per Sprache aktivierbar

Keine Lautstärkeregelung am Ohrhörer

Wer schon AirPods hat, muss jetzt nicht losrennen, um sich neue zu kaufen. Sicher sind die neuen Modelle besser als die alten, alles andere wäre auch verwunderlich. Aber die Verbesserungen stecken im Detail. Wer die kabellose Ladefunktion haben will, kann die mit dem neuen Lade-Case auch bei alten AirPods nachrüsten.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort
Über welche Produkte wird im Ressort Netzwelt berichtet?
Über welche Produkte wir in der Netzwelt berichten und welche wir testen oder nicht, entscheiden wir selbst. Für keinen der Testberichte bekommen wir Geld oder andere Gegenleistungen vom Hersteller. Es kann aus verschiedenen Gründen vorkommen, dass wir über Produkte nicht berichten, obwohl uns entsprechende Testprodukte vorliegen.
Woher kommen die Testprodukte?
Testgeräte und Rezensionsexemplare von Spielen bekommen wir in der Regel kostenlos für einen bestimmten Zeitraum vom Hersteller zur Verfügung gestellt, zum Teil auch vor der offiziellen Veröffentlichung. So können unsere Testberichte rechtzeitig oder zeitnah zur Veröffentlichung des Produkts erscheinen.

Vorabversionen oder Geräte aus Vorserienproduktionen testen wir nur in Sonderfällen. In der Regel warten wir ab, bis wir Testgeräte oder Spielversionen bekommen können, die mit den Verkaufsversionen identisch sind. In einigen Fällen kaufen wir Produkte auch auf eigene Kosten selbst, wenn sie bereits im Handel oder online verfügbar sind.
Dürfen die Netzwelt-Redakteure die Produkte behalten?
In der Regel werden Testgeräte nach dem Ende des Tests an die Hersteller zurückgeschickt. Die Ausnahme sind Rezensionsexemplare von Spielen und sogenannte Dauerleihgaben: So haben wir zum Beispiel Spielekonsolen und Smartphones in der Redaktion, die wir über längere Zeit nutzen dürfen. So können wir beispielsweise über Softwareupdates, neues Zubehör und neue Spiele berichten oder Langzeiturteile fällen.
Lassen sich die Netzwelt-Redakteure von Firmen auf Reisen einladen?
Die Kosten für Reisen zu Veranstaltungen, egal ob sie in Deutschland oder im Ausland stattfinden, trägt SPIEGEL ONLINE stets selbst. Das gilt auch dann, wenn beispielsweise aufgrund kurzfristiger Termine ein Unternehmen die Reiseplanung übernimmt.

Veranstaltungen, zu denen wir auf eigene Kosten reisen, sind unter anderem die Messen Ifa, CES, E3 und Gamescom sowie Events von Firmen wie Apple, Google, Microsoft oder Nintendo. Auf Konferenzen wie dem Chaos Communication Congress oder der re:publica bekommen wir in der Regel, wie auch andere Pressevertreter, kostenlose Pressetickets, da wir über die Konferenz berichten und keine klassischen Teilnehmer sind.
Was hat es mit den Amazon-Anzeigen in manchen Artikeln auf sich?
Seit Dezember 2016 finden sich in einigen Netzwelt-Artikeln Amazon-Anzeigen, die sogenannte Partner-Links enthalten. Besucht ein Nutzer über einen solchen Link Amazon und kauft dort online ein, wird SPIEGEL ONLINE in Form einer Provision an den Umsätzen beteiligt. Die Anzeigen tauchen in Artikeln unabhängig davon auf, ob ein Produkttest positiv oder negativ ausfällt.
Mehr zum Thema


insgesamt 74 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Referendumm 27.04.2019
1. Alle Designer gekündigt?
Die Dinger mögen gut sein oder was auch immer, aber das Design geht ja gar nicht. Ich habe inzwischen mehrfach Leute mit diesen hässlichen Dingern im Ohr gesehen gehabt. Es stimmt zu 100 %: Sieht aus, wie einer / eine, die sich eine elektrische Zahnbürste ins Ohr getsopft hat. Falls es noch Designer bei Apple geben sollte, wären die gefragt gewesen - oder hatte man bereits alle entlassen? Es wäre wirklich sooo einfach gewesen, ein netteres und vor allem sinnvolleres Design zu entwerfen. Ich wette, unter Steve Jobs wäre so etwas NIEMALS aufm Markt gekommen.
Gluehweintrinker 27.04.2019
2. Überteuerte Mode-Stöpsel
Ich finde es schon erschreckend, wie viele Zeitgenossen sich die hippen angesagten weißen Zipfel-Stecker ins Ohr pfriemeln. Wollen wir nur hoffen, dass die teuren Dinger nicht mal herausfallen, wenn man gerade über ein Tiefgaragen-Gitter oder einen Gullydeckel läuft. Wir sehen: nichts kann zu teuer sein, wenn einem überflüssigen Produkt nur der Charme des "Muss man haben" angedichtet wird. Die Dauerberieselten von heute sind ohnehin die Schwerhörigen von morgen. Ohne mich.
hileute 27.04.2019
3. Kompletter schrott
da Kauf ich lieber 10 Mal normale Kopfhörer die zwar Kabel, aber auch einen absolut akzeptablen Sound haben als diese dinger
toll_er 27.04.2019
4. Egal
Egal, was andere über das Design sagen. Egal, dass andere sagen: ohne mich. Ich habe die Dinger nicht ständig im Ohr, aber wenn, dass sind die einfach klasse. Vom Tragekomfort und vom Klang her. Hat seinen Preis, muss aber auch nicht jeder kaufen. Und bisher ist mir noch nichts in den Gully gefallen. Kabellos laden... Brauche ich zur Zeit nicht, aber schön, dass es die Option jetzt gibt.
Klospülung 27.04.2019
5. Elegant?
Das Design mag einzigartig sein aber elegant sicher nicht. Für 30? bekommt man in div. Onlineshops In-Ear Bluetooth Kopfhörer die besser aussehen und auch besser klingen. Wer diesen weißen Schrott kauft ist ein ahnungsloser Fanboy.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.