iOS 13, iPadOS, macOS Catalina Die besten Neuerungen für Apple-Geräte

Apple hat auf der Entwicklerkonferenz WWDC neue Versionen seiner Betriebssysteme angekündigt. Das sind die besten Updates.

Startbildschirm eines iPads unter iPadOS
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Startbildschirm eines iPads unter iPadOS

Aus San José berichtet


Die Entwicklerkonferenz WWDC nutzt Apple traditionell, um neue Versionen seiner Betriebssysteme vorzustellen. In diesem Jahr sind iOS 13, das nach einer Insel vor der kalifornischen Küste benannte macOS Catalina und vor allem iPadOS die Stars.

Alle drei sind bereits jetzt für registrierte und zahlende Softwareentwickler verfügbar. Allerdings nur als unfertige Betaversionen, die noch voller Fehler stecken können und es meist auch tun. Die öffentlichen Beta-Programme für alle Nutzer sollen in den kommenden Wochen beginnen.

Wir haben uns die drei neuen Systeme schon einmal angeschaut und zeigen im Folgenden die wichtigsten und besten neuen Funktionen. Es ist eine Auswahl, die nicht in jedem Punkt mit Apples Gewichtung übereinstimmt. Den Anfang macht:

iOS 13

Apple Maps

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Apples Kartensoftware wird den Ruf des ewigen Zweiten hinter Google Maps nicht los. Aber Apple gibt nicht auf. Mit neu erstelltem Kartenmaterial, das detaillierter ist als bisher, will man die Nutzer für sich begeistern. Vier Millionen Meilen sei man dafür gefahren und habe dabei außerdem hochauflösende 3D-Fotos gemacht, sodass man sich die jeweilige Umgebung in der Karten-App jetzt auch fotorealistisch anschauen kann.

So schön das anzusehen ist, die Sache hat einen Haken: Apple hat sich wieder einmal zuerst nur um sein Heimatland gekümmert. In den USA sollen die neuen Karten bis Ende dieses Jahres eingeführt werden. Für 2020 stehen zwar weitere Länder auf dem Plan, doch welche das sein werden, lässt das Unternehmen offen.

Erinnerungen

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Die Erinnerungsfunktion von iOS wirkte mit ihrer Karteikartenoptik altmodisch und wurde von Apple in den vergangenen Jahren kaum gepflegt. Mit iOS 13 bekommt sie ein längst fälliges Update. So werden die verschiedenen Listen jetzt übersichtlicher untereinander dargestellt. Vor allem aber werden im oberen Bereich anstehende Erinnerungen in Kategorien wie "Heute" und "Markiert" einsortiert, was im Alltag wichtiger als die Sortierung nach Listen ist.

Mehr Details für Memojis

Matthias Kremp/ SPIEGEL ONLINE

Dass man eigene Memojis in Stickerpakete umwandeln kann, die auch in Apps von Drittanbietern - WhatsApp beispielsweise - nutzbar sind, ist nett, aber nicht entscheidend. Vor allem jungen Nutzern dürfte wichtiger sein, dass sie ihre digitalen Selbstbildnisse künftig mit Accessoires wie Piercings, neuen Frisuren und Ähnlichem personalisieren können.

Musik teilen

Matthias Kremp/ SPIEGEL ONLINE

Wer hat das nicht schon gesehen oder selbst gemacht? Freunde oder Freundinnen, die gemeinsam in Bus oder Bahn unterwegs sind, teilen sich die beiden Hälften eines Kopfhörers, um gemeinsam Musik hören zu können. Künftig kann dabei jeder der beiden seinen eigenen Kopfhörer aufsetzen. Möglich macht das eine Funktion, die das Teilen der Musik kabellos anbietet. Dass dafür beide Partner iPhones und AirPods haben müssen, ist klar, oder?

Siri liest Nachrichten vor

AirPods sind auch die Voraussetzung dafür, dass Siri dem Anwender künftig eingehende Nachrichten vorliest. Da man diese Nachrichten dann auch per Sprachbefehl beantworten kann, braucht man für die ganze Konversation kein Smartphone-Display mehr.

Quick Path

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Vor allem auf großen iPhones ist es sogar mit langen Fingern kaum möglich, Texte einhändig zu tippen. Mit Quick Path soll das einfacher werden und schneller gehen, indem man nur über die Tastatur wischt, statt zu tippen. Neu ist die Idee nicht, und andere haben so etwas längst im Angebot, aber Fans dieser Schreibtechnik werden ihre Freude daran haben, dass sie bald direkt ins System integriert ist.

HomePod

AFP

Apples Smartspeaker soll mit dem Update auf iOS 13 lernen, verschiedene Nutzer anhand ihrer Stimmen zu erkennen. So soll er persönliche Wünsche anhand der jeweiligen Vorlieben erfüllen können. Etwa indem er die richtige Playliste abspielt, wenn jemand sagt, "Spiel meine Lieblingsmusik". In eine ähnliche Richtung geht die Handoff-Funktion. Dank ihr soll man, wenn man nach Hause kommt, die auf dem iPhone laufende Musik, den Podcast oder das Telefongespräch einfach vom Handy auf den HomePod übertragen können.


iPadOS

Safari wird erwachsen

Trotz des großen Bildschirms - beim iPad Pro immerhin bis zu 12,9 Zoll - hat sich der Safari-Browser auf Apples Tablets bisher stets als Mobilbrowser zu erkennen gegeben. Entsprechend bekam man häufig die für Smartphone-Bildschirme angepassten Versionen von Websites angezeigt. Den Möglichkeiten der iPads wurde das nicht gerecht. Im neuen iPadOS werden diese Einschränkungen aufgehoben, Safari zeigt immer die Desktopversion von Websites an und passt ihre Darstellung der Größe des jeweiligen Bildschirms an. Insbesondere Angebote wie Google Docs und Wordpress sollen von dieser Neuerung profitieren.

Was sich anhört wie eine Kleinigkeit, war offenbar eine der größten Aufgaben, die Apples Safari-Team lösen musste. Um den Browser für seine neue Aufgabe in iPadOS fit zu machen, wurde die ihm zugrunde liegende Technik WebKit von Grund auf umgebaut, Teile des mobilen Safari mit Teilen der Desktop-Version zu einem komplett neuen Gerüst zusammengesetzt.

Raus aus der Cloud

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Die Übertragung von Dateien auf ein iPad hat Apple bisher überwiegend auf Cloud-Dienste abgeschoben. Was etwa in iCloud, OneDrive oder Dropbox abgelegt war, konnte man über die Dateien-App auch auf iPhone und iPad abrufen. Mit dem neuen iPadOS bekommt diese App erstmals auch Zugriff auf externe Festplatten, USB-Sticks und SD-Karten, sofern man diese an den USB-C-Anschluss des iPads anstöpseln kann. Vor allem für Profis interessant: Auch Netzwerklaufwerke, die über das SMB-Protokoll angeschlossen sind, lassen sich einbinden.

Mehr Platz

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Die Darstellung von Apps auf dem Homescreen hat Apple so verändert, dass jetzt mehr Symbole auf den Bildschirm passen. Gleichzeitig wurde die "Heute"-Ansicht mit anstehenden Ereignissen, der Wettervorhersage und Ähnlichem nach vorne gezogen. Das Ergebnis wirkt, als wäre der Bildschirm größer geworden.

Ran an die Maus

Apple ist das bisher keine Erwähnung wert, aber Entwickler, die bereits die Betaversionen von iOS 13 und iPadOS installiert haben, schwärmen davon, dass man iPhones und iPads nun auch per Maus und Trackpad steuern kann. Darüber, ob und wie nützlich diese Möglichkeit ist, lässt sich streiten. Aber sie rückt die iPads ein Stückchen näher an die MacBooks heran.

Mehr Multitasking

Matthias Kremp / SPIEGEL ONLINE

Im Bemühen, iPads produktiver nutzbar zu machen, wurde der Umgang mit mehreren Apps gleichzeitig verändert. So kann man nun mehrere Instanzen derselben App nebeneinander geöffnet halten. Etwa, um zwei Word-Texte parallel zu bearbeiten oder zwei Notizen nebeneinander zu nutzen.

Apple

Der Wechsel zwischen mehreren Apps soll künftig einfacher und schneller möglich werden, indem beim sogenannten "Slide over" mehrere Apps gleichzeitig angezeigt werden. Zumindest bei vier bis fünf Apps könnte das gut funktionieren.

Apple Sign-In

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Apple will seinen Kunden künftig eine Möglichkeit anbieten, sich über ein "Apple Sign-In" genanntes System bei Apps und Webseiten anzumelden. Der Konzern verspricht, dabei die Privatsphäre besser zu schützen, als es beispielsweise Google und Facebook tun. Dazu sollen zur Anmeldung unter anderem anonyme Wegwerf-E-Mail-Adressen generiert werden können, die nicht zum Nutzer zurückverfolgt werden können. Nach der Registrierung mit dieser anonymen Adresse melden sich Nutzer dann immer mit Face ID oder Touch ID an.

Innerhalb seines App-Ökosystems will Apple allen Entwicklern, die das Anmeldesystem von Google oder Facebook nutzen, vorschreiben, parallel dazu auch Apples System anzubieten. Analysten betrachten das als Tritt gegen die Schienbeine von Facebook und Google, die über ihre Log-in-Systeme bisher wertvolle (sprich: vermarktbare) Einsichten in das App-Nutzungsverhalten ihrer User erhalten. Dass man einen Apple-Account braucht, um Apple Sign-In verwenden zu können, ist nahe liegend.


macOS Catalina

Das iPad als Beiwagen für einen Mac

Matthias Kremp/ SPIEGEL ONLINE

Eine der nützlichsten Funktionen von iPadOS und macOS Catalina heißt Sidecar. Sie ermöglicht es, ein iPad, egal ob iPad Pro 12,9 oder iPad mini, per USB-Kabel oder drahtlos an einem Mac als Zweitbildschirm zu verwenden. Damit das funktioniert, genügt ein Mausklick. Es gibt zwar auch Apps, die ähnliche Möglichkeiten anbieten, doch die kosten Geld und sind nicht so tief im System verankert wie die Sidecar-Funktion.

Projekt Catalyst

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Vor der WWDC geisterte diese Technik unter dem Codenamen Marzipan durch Blogs und Presse. Es handelt sich um eine Technik, die es Entwicklern ermöglicht, ihre iPad-Apps in kurzer Zeit an macOS anzupassen. Apple zeigte etwa eine Twitter-Version für den Mac, deren Umbau vom iOS auf macOS nur eineinhalb Tage gedauert haben soll. Die Verfügbarkeit populärer iPad-Apps auf Macs könnte Apples Desktop- und Mobilcomputer für iPad-Nutzer attraktiver machen.

Das Aus für iTunes

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Mit macOS Catalina verabschiedet Apple nach 18 Jahren die Multimediasoftware iTunes. Sie wird auf Macs durch drei separate Apps für Musik, Podcasts und Fernsehen ersetzt. Die Bedienung wird sich dadurch ein wenig verändern, dafür sollen die nun auf je ein Gebiet spezialisierten Apps mehr Funktionen für ihr jeweiliges Spezialgebiet bieten. Musik- oder Filmbibliotheken, die man bereits hat, werden durch das Update nicht verändert, und auch iTunes Match wird es weiterhin geben. Unverändert bleibt auch die Option, lokale Sicherungskopien von iOS-Dateien auf dem Mac anzulegen: Die Synchronisierungsoptionen stecken künftig im Finder.

Auf Windows-Rechnern wird Apple weiterhin iTunes in der gewohnten Form anbieten.

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insgesamt 33 Beiträge
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Seite 1
sponuser936 05.06.2019
1. Insgesamt viele gute Neuerungen
Sehr schön. Apple liefert einige sinnvolle Feature dieses Jahr. Einige davon sind längst überfällig wie beispielsweise der Dark Mode.
Ronald Dae 05.06.2019
2. Ergänzung
Man sollte - für alle, die nicht direkt im Thema stecken - erwähnen, dass diese neuen Features erst in ca. vier Monaten mit dem finalen Release von iOS 13 verfügbar sein werden.
swnf 05.06.2019
3. Verwaltung von iPhones
Zitat: "Unverändert bleibt auch die Option, lokale Sicherungskopien von iOS-Dateien auf dem Mac anzulegen: Die Synchronisierungsoptionen stecken künftig im Finder." Sehr gut! Zitat: "Auf Windows-Rechnern wird Apple weiterhin iTunes in der gewohnten Form anbieten." Autsch! Ob das jetzt so schlau ist? Die Kritik an iTunes kommt doch hauptsächlich aus diesem Lager!
furanku 05.06.2019
4. Apples altes Dilemma ...
Was die Apple-Nutzer als großen Vorteil sehen, nämlich dass Hard- und Software aus einer Hand kommen, ist bei Apple-Login eben ein großer Nachteil. Nun hat man also beschlossen Google vor's Schienbein zu treten und einen eigenen Login-Dienst anzubieten: Nur werden weder die Nutzer, und, viel schwerwiegender, die Werbetreibenden (denen man ja mit personalisierter Werbung dia Angebote schmackhaft machen will) einen Vorteil darin sehen, bei Software einen Hardwarebasierten Zugang zu wählen. Kein PC-Nutzer wird sich einen Apple-Login zulegen (damit ist es für die Werbung uninteressant) und kaum ein Apple-Nutzer wird sich auf einen Applebasierten Zugang beschränken.
verbal_akrobat 05.06.2019
5. Dass sollen "Neuerungen" sein...
...bis auf wenige Außnahmen alles.bereits seit längerem bei der Konkurrenz realisiert und in den Alltagsgebrauch über gegangen! iPhones werden sowieso zum überwiegenden Teil von Schulhofkindern (bzw deren Eltern) gekauft und von alten Menschen die sich nicht mehr umgewöhnen wollen....
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