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Neue Produkte: Das könnte Apple 2012 bringen

Foto: Matthias Kremp

Apple-Gerüchte Dicke iPads, dünne MacBooks und eine Glotze

Wunsch oder Wirklichkeit? Die Hinweise, Apple arbeite an einem Fernsehgerät, das, wie es schwülstig heißt, die Branche verändern könnte, verdichten sich. Auch ein iPad HD oder 3D ist in Arbeit und ein Leichtmetall-iPhone sowieso. Doch Apple hat noch mehr im Köcher.

Apple arbeitet an einem iFernseher. Klar, dass solche Gerüchte populär sind. Schließlich hat der kalifornische Konzern mit seinem iPod die Musikindustrie und mit dem iPhone die Mobilfunkbranche umgekrempelt. Warum also nicht auch mit einem Fernsehgerät dasselbe für die TV-Branche tun?

Gründe, die dafür sprechen, gibt es reichlich. Vor allem die jüngst erschienene Steve-Jobs-Biografie. Dort wird erzählt, wie der verstorbene Apple-Mitgründer davon gesprochen hat, einen Fernseher entwickeln zu wollen, der leichter zu bedienen sei als herkömmliche Geräte. Weil Jobs außerdem gesagt haben soll: "Er wird die einfachste Bedienung haben, die man sich vorstellen kann. Ich habe es schließlich geknackt", glauben viele Beobachter, Apple werde im kommenden Jahr einen Fernsehapparat vorstellen.

Dabei haben TV-Versuche bei Apple eine lange Tradition. Den ersten Fernsehcomputer, Macintosh TV, brachte das Unternehmen bereits 1993 auf den Markt. Der Rechner, der TV-Bilder nicht wie heutzutage in einem Bildschirmfenster anzeigte, sondern vom Computer- in einem TV-Modus umgeschaltet werden musste, war allerdings ein für jene Apple-Periode typischer Flop. Nach nur 10.000 verkauften Exemplaren stellte das Unternehmen die Produktion ein.

Erst 14 Jahre später traute sich der Konzern wieder an das Thema, stellte 2007 und 2010 zwei Apple-TV-Geräte vor, mit denen das Unternehmen seine Technik an fremde Fernseher andockte. Beide sind allerdings reine Inhaltelieferanten und dazu ausgelegt, Filme, Musik und TV-Sendungen aus dem iTunes Store auf den großen Bildschirm zu bringen.

Apple-TV ab Februar in Produktion?

Bald könnte es tatsächlich so weit sein und Apple zum TV-Hersteller werden. Darauf deuten jedenfalls etliche Berichte der letzten Tage hin. Die Analysten von Jefferies und Co. gehen gar so weit, anzukündigen, dass die Produktion des neuen Fernsehers im Februar  beginnen und Apple sich für Sharp als Auftragshersteller  entschieden haben soll. Immerhin: Ob durch die Gerüchte aufgescheucht oder sowieso geplant, tut sich gerade einiges in der TV-Welt. Samsung arbeitet an Google-Fernsehern, und Microsoft will angeblich seine Fuchtelsteuerung Kinect TV-tauglich machen .

Aber der Fernseher sei nur eines von drei großen Projekten gewesen, die Jobs noch in Gang gesetzt habe, sagte der Autor der Jobs-Biografie, Walter Isaacson, der "New York Times" . Jobs habe außerdem Lehrbücher und Fotoapparate neu erfinden wollen. Wie weit er damit gekommen ist und ob diese Projekte bei Apple überhaupt hohe Priorität haben, sagt Isaacson freilich nicht. Allerdings bezeichnete Steve Jobs selbst die Arbeit an Apple-TV stets als Hobby. Diesen Status dürfte das TV-Projekt verloren haben, sollte daraus tatsächlich ein Fernseher hervorgehen.

Viermal mehr Pixel beim iPad

Doch lange vor einem Fernseher wird der US-Konzern sich seinen Kassenschlagern widmen. Für März 2012 werden die ersten großen Updates erwartet. Den Anfang dürfte demnach das iPad 3 machen. Schon im Januar könnte das neue Modell vorgestellt werden, schreibt "iLounge"  unter Berufung auf einen angeblich zuverlässigen Tippgeber. Demnach soll das neue Modell einen Hauch dicker werden, damit sein höher auflösendes Display samt Hintergrundbeleuchtung untergebracht werden kann.

Über ein solches hochauflösendes Display beim iPad 3 wird schon länger spekuliert. Jüngst gab es gar Berichte, der Bildschirm werde 3-D-tauglich sein . Die passende Hardware zeigte Toshiba im Oktober: einen 6,1-Zoll-Touchscreen mit 2560 x 1600 Bildpunkten. Für die Plausibilität spricht, dass "Digitimes" vor einigen Tagen berichtet hatte, Apple arbeite an iPad-Prototypen mit Codenamen J1 und J2 . Dies Typbezeichnungen waren im Programmcode von iOS 5 entdeckt worden.

Schwierig wird der Umstieg auf einen solchen Bildschirm aber ganz sicher. Einerseits, weil man einen erheblich leistungsfähigeren Prozessor als bisher braucht, um einen solchen Bildschirm anzusteuern. Andererseits, weil die Produktion derart hochauflösender Tablet-Displays sehr kompliziert ist. Apple soll Fertigungsaufträge an drei Unternehmen vergeben haben, um trotz einer hohen Ausschussrate genug Bildschirme bekommen zu können.

Einmal alles neu bitte

In den Handel soll das neue iPad demnach im März kommen - zeitgleich mit einem neuen Apple-Notebook. Dabei soll es sich "Digitimes"  zufolge um ein sehr dünnes 15-Zoll-Modell handeln, das möglicherweise die MacBook-Air-Baureihe nach oben hin abrunden könnte. "Digitimes" bezieht sich bei seinem Orakel auf Informationen von Zulieferern, die behaupten, Bauteile eines solchen 15-Zoll-Flachrechners in geringer Stückzahl an Apple geliefert zu haben.

Und schließlich, daran gibt es wohl keine Zweifel, wird Apple 2012 ein neues iPhone auf den Markt bringen - das dann wirklich die Versionsnummer 5 im Namen tragen dürfte. Größer als bisher soll es werden, einen 4-Zoll-Bildschirm tragen, der dann vermutlich auch eine höhere Auflösung als bisher liefern wird. "iLounge" will erfahren haben, dass dieses Modell zudem in ein Aluminiumgehäuse verpackt und im Sommer auf den Markt kommen wird.

Aber noch ist das alles, wie man in Norddeutschland zu sagen pflegt, Spökenkiekerei. Also ein tiefer Blick in die Kristallkugel. Sicher ist aber: 2012 wird ein aufregendes Jahr für Apple: Bei etlichen Produkten des Konzerns stehen grundlegende Erneuerungen an, weil sie lange nicht mehr gepflegt wurden. Bei neuen iPads, iPhones und MacBooks wird es sicher nicht bleiben.

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