Apple-Gerüchte Virtuelle Post-its und Musik in der Datenwolke

Je näher Apples geheimnisvolle Veranstaltung zum Apple-Tablet rückt, um so kräftiger rühren die Gerüchteköche in ihren Töpfen - und überbieten sich dabei mit Übertreibungen.

Apple-Einladung: "Komm, um unsere neueste Kreation zu sehen"

Apple-Einladung: "Komm, um unsere neueste Kreation zu sehen"


Das ist ja mal ein richtig aufregende Nachricht: Das Apple-Tablet werde nicht nur digitale Texte anzeigen, sondern auch Bilder und Videos, Musik abspielen und über eine virtuelle Tastatur sogar Texte annehmen können, meldet das "Wall Street Journal" (WSJ). Als Quelle für diese nicht gerade sensationellen Informationen werden die beim WSJ üblichen "mit der Materie vertrauten Personen" genannt.

Dabei hätte man sich das bisschen Info auch selbst zusammenreimen können: Wenn Apple ein Tablet herausbringt, das vernetzt ist und einen Farbbildschirm hat, dann wird es auch multimedial in die Ökonomie des iTunes Store eingebunden werden. Alles andere wäre Unsinn.

Dass Apple außerdem mit verschiedenen Verlagen über Inhalte für das Tablet spricht, ist nichts Neues. Ebensowenig, dass das Gerät spieletauglich sein soll. Der Spielehersteller Electronic Arts hat angeblich schon etliche Games an das neue Format angepasst. Da Apple auch einige Redakteure von US-Spielezeitschriften zum Event am kommenden Mittwoch eingeladen hat, scheint eine Verwendung des Tablets als eine Art mobile Riesen-Spielkonsole sehr wahrscheinlich.

Das würde sich auch mit Informationen decken, wonach Apple einige Zeit investiert hat, um das Tablet familientauglich zu machen. Demnach ist vorgesehen, dass es wechselweise von allen Familienmitgliedern genutzt wird, um etwa E-Mails zu lesen oder Web-Seiten abzurufen. Spekuliert wird darüber, ob es Apple gelungen sei, die integrierte Kamera so zu programmieren, dass der jeweilige Nutzer automatisch erkannt und die Benutzeroberfläche seinen Voreinstellungen entsprechend umgeschaltet wird. Außerdem sollen sich Familienmitglieder auf dem Bildschirm des Tablet virtuelle Notizzettel hinterlassen können.

Cloud-Computing für iTunes

Als sicher wird von vielen Beobachter angesehen, dass Apple seinen iTunes Store bis Mitte des Jahres komplett in den Webbrowser auslagern wird. Das würde auch zu Gerüchten passen die erklären, Apple habe den Musikdienst Lala voriges Jahr übernommen, um mit dessen Know-how einen eigenen Streaming-Dienst und ein Musiklager in der Datenwolke zu entwickeln.

Wenn die Web-Orakel damit Recht haben, können iTunes-User künftig ihre Musiksammlung komplett in einen Online-Speicher übertragen, könnten die Musik dadurch von jedem Gerät, das am Internet hängt, abrufen. Das würde auch insofern gut zu einem Tablet-Mac passen, als man den dann mit einer minimalen Speicherausstattung bestücken könnte.

Ein interessantes Detail am Rande: Es ist längst noch nicht ausgemacht, dass das Apple-Tablet tatsächlich iSlate heißen wird, wie seit einigen Wochen kolportiert wird. In den USA versucht Apple nämlich gerade, sich die Rechte an der Bezeichnung iPad zu sichern, an der momentan noch die japanische Fujitsu die Rechte hält. Vielleicht aber, argwöhnen skeptische Beobachter, ist das nur Teil eines Ablenkungsmanövers. Sicher ist jedenfalls, noch nie zuvor eine Apple-Produkteinführung von einem solchen Feuerwerk an Gerüchten, Spekulationen und Vermutungen begleitet wurde, nicht einmal die des iPhone.

Apple hat Großes vor - oder ist sich zumindest sicher, etwas Großes in der Hinterhand zu haben.

mak



© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.