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Apple-Notebook: Das ist das neue MacBook Air

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Apple MacBook Air im Test Teure Augenweide

Nach zehn Jahren ersetzt Apple das alte MacBook Air durch ein Modell mit verbesserter Technik. Wir haben die Neuauflage des Notebook-Klassikers in der Praxis getestet - und fanden es ein wenig lahm.

Als es vor zehn Jahren vorgestellt wurde, bot das erste MacBook Air genau die richtige Mischung: Es war superflach, leicht und sehr robust. Ich habe 2010 eines gekauft und heute, acht Jahre später, läuft es immer noch bestens. Meiner Tochter habe ich deshalb vor einem Jahr geraten, sich fürs Studium auch eines zu kaufen. Den Speicherplatz habe ich dann selbst aufgerüstet und damit viel Geld gespart. Dabei war mir immer klar: Die neueste Technik ist das nicht. Aber zuverlässig wie ein Mercedes 200D.

Jetzt hat Apple das Air technisch aufgebohrt: neuer Bildschirm, neuer Prozessor, neuer Speicher, neues Trackpad, neue Lautsprecher, Fingerabdruckscanner und neue Anschlüsse.

Nach einem ersten Kurztest hatte ich nun ein paar Tage Zeit, auszuprobieren, was die Neuerungen bringen, wie es mit der Leistung aussieht und wie lange es auf Akkustrom durchhält. Aber eins nach dem anderen.

Der neue Bildschirm

Mit 2560 x 1600 Pixeln hat der neue Bildschirm eine dreimal höhere Auflösung als der im alten MacBook Air - und das merkt man: Schriften werden schärfer, geschwungene Linien und Farbverläufe stufenlos dargestellt.

Das ist der sofort spürbare und größte Fortschritt gegenüber dem alten Modell. Dass außerdem der Rahmen um den Bildschirm dünner geworden ist, sieht bloß gut aus und macht das Notebook etwas kleiner, wie diese Fotostrecke zeigt:

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Apple-Notebook: Das ist das neue MacBook Air

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Auch wenn es auf den ersten Blick so scheinen mag: Es handelt sich trotz identischer Größe und Auflösung nicht um das gleiche Display wie im MacBook Pro. So zeigt der Bildschirm im MacBook Air den sogenannten sRGB-Farbraum an, der im Pro-Modell dagegen den größeren P3-Farbraum. Das ist nicht für jedermann wichtig, für Foto- und Videobearbeitung aber schon. Zudem leuchtet der Bildschirm im Air nicht so hell wie der im Pro.

Thunderbolt statt USB

Bei den Anschlussmöglichkeiten muss man sich umgewöhnen. Die beiden Thunderbolt-3-Buchsen, die die alten Anschlüsse ersetzen, sind sehr leistungsfähig, aber man braucht oft einen Adapter, ganz egal, ob man ein Netzwerkkabel oder einen USB-Stick anschließen will. Für die Zukunft ist man damit gut gerüstet, in der Gegenwart ist es manchmal ein Hindernis, zumal eine der Buchsen meist vom Netzteil belegt wird. Für Fotografen bedauerlich: Der Speicherkartensteckplatz wurde eingespart.

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Die Raumspartastatur

In seiner neuen Version hat jetzt auch das MacBook Air Apples neue Butterfly-Tastatur. Deren Vorteil: Sie braucht sehr wenig Platz. Sie hat aber auch einige Eigenheiten, wie einen harten Anschlag, sehr geringen Hub und ein relativ lautes Tippgeräusch. Ich bin kein großer Fan dieser Technik, aber mit der neuen Version dieser Tastatur, wie sie im MacBook Air verbaut ist, komme ich besser klar als mit der in meinem MacBook Pro von 2017.

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Anders als die Tastatur ist das Trackpad größer geworden und mit neuester Technik ausgestattet. Mir ist das recht, weil ich einige der Gesten, mit denen man macOS auf dem Trackpad steuern kann, gerne benutze.

Einfach mal den Finger auflegen

Im Alltag noch wichtiger ist der Touch-ID-Sensor rechts oben auf der Tastatur. Apples Fingerabdrucksensor kennt man von iPhones, iPads und den MacBook Pro. Dass er jetzt auch im MacBook Air angekommen ist, macht einem das Leben leichter. Egal, ob man sich am Rechner anmelden oder im App Store Software laden will, man muss keine Passwörter mehr eintippen, sondern legt nur einen Finger auf den Sensor.

Noch schöner wäre es freilich gewesen, hätte Apple gleich seine Gesichtserkennung Face ID integriert, die in den aktuellen iPhones und iPad-Pro-Modellen steckt. Schließlich ist Face ID Apple zufolge viel sicherer als Touch ID.

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Während Tastatur und Bildschirm der im MacBook Pro verwendeten Technik ähneln, spielt der Prozessor in einer anderen Liga. Apple bietet ausschließlich einen Dualcore-Chip von Intel an. Für Alltagsaufgaben - und ein bisschen mehr - reicht der aus. Ein komplexes Arrangement von mehr als 130 Audiospuren in der Musik-Software Logic Pro X spielte er im Test mühelos ab.

Das Messprogramm Geekbench aber attestiert ihm weniger als halb so viel Leistung wie dem neuen iPad Pro, was auch zeigt, wie schnell Apples eigene Chips sind, die in iOS-Geräten wie dem iPad stecken. So ist das neue MacBook Air nur ungefähr so fix wie ein iMac von 2009 oder ein MacBook (ohne "Pro") von 2017.

Im Dauertest, bei dem ich ein Video bei 50 Prozent Bildschirmhelligkeit in einer Endlosschleife abspielen lasse, hielt das Testgerät knapp zehn Stunden durch. Kein sensationeller, aber ein guter Wert. Einen normalen Arbeitstag schafft man mit dieser Akkulaufzeit.

Fazit

Als es 2008 auf den Markt kam, war das MacBook Air noch ein "Gamechanger" - und das neue Modell ist fast überall da besser geworden, wo das alte mittlerweile veraltet war, vor allem beim Bildschirm, leider nicht so sehr beim Prozessor. Und es sieht immer noch großartig aus, ist immer noch ausgesprochen robust.

Nur billig ist es nicht, es kostet bloß 150 Euro weniger als das günstigste MacBook Pro. Letzteres hat dafür einen deutlich stärkeren Prozessor, ein doppelt so starkes Netzteil und einen Bildschirm, der heller und bunter leuchtet. Die 120 Gramm, die das Pro mehr wiegt, wird man kaum spüren. Wahrscheinlich ist das unterm Strich die bessere Wahl.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort