Apple Macbook vs. HP Elitebook Dünn und dünner

Die neue Notebooks von HP und Apple sind nur knapp einen Zentimeter dick, wiegen weniger als ein Kilo - und kosten deutlich mehr als dickere Laptops. Ob sich der Aufpreis lohnt, klärt unser Test.

Matthias Kremp

Von


Wer sein Notebook häufig unterwegs benutzt, ist dankbar für jedes eingesparte Gramm Gewicht und freut sich, wenn er ein möglichst schlankes Gerät im Rucksack verstauen kann. Genau für diese Zielgruppe hat Apple vergangenes Jahr das ultraflache, superleichte 12-Zoll-Macbook eingeführt und jetzt modernisiert. Doch auch im Windows-Lager gibt es ähnlich schlanke Mobilrechner, so wie HPs 12,5 Zoll großes Elitebook Folio G1, das Apples Notebook nicht nur optisch ähnelt.

Auf den ersten Blick jedoch fällt erstmal ein Unterschied auf: Beim Elitebook ist der Bildschirm matt, so wie es bei Business-Notebooks üblich ist. In vielen Lichtsituationen ist das ein Vorteil, denn wo andere Displays kräftig spiegeln, sind hier nur sehr diffuse Lichtreflexe zu sehen. Das glänzende Display des Macbooks trumpft dafür mit kräftiger leuchtenden Farben auf.

Die Full-HD-Auflösung (1920 x 1080) des HP-Testgeräts liegt deutlich unter der des Macbooks (2304 x 1440), reicht für einen 12,5 Zoll Bildschirm aber durchaus aus. Wer beim HP mehr Pixel will, muss zur 2300 Euro teuren Highend-Version des G1 greifen.

Vorteile und Nachteile
Apple Macbook (2016)

Sehr dünn und leicht

Sehr guter Bildschirm

Robust

Elegantes Design

Nur ein USB-Anschluss

Teure USB-C-Adapter

Die kommt mit einem Ultra-HD-Touchscreen, der 3840 x 2160 Pixel anzeigt. Das dürfte aber auch den Akku stärker belasten.

Mehr Ausdauer beim Macbook

Die netzunabhängige Laufzeit ist bei ultraportablen Notebooks wie diesen ein wichtiger Faktor. Schließlich kann man davon ausgehen, dass Käufer, die auf Gewicht und Größe achten, auch vorhaben, das Gerät unterwegs zu nutzen. Im Alltagseinsatz konnten sich dabei beide Geräte behaupten.

Bei maßvoller Nutzung - E-Mails schreiben, ein wenig im Web surfen - hielten beide lässig einen Arbeitstag durch. Während das HP dann aber am frühen Abend, nach elf bis zwölf Stunden, eine Steckdose brauchte, hatte das Macbook bei diesem Szenario noch ein paar Stunden mehr Ausdauer.

Unter Dauerstress änderte sich dieses Bild. Beim Abspielen eines Filmes in Full-HD-Auflösung gab das Macbook nach etwa fünf Stunden auf, das Elitebook hielt zwei Stunden länger durch.

Tasten, die tiefer einsinken

Der für mich, neben dem Bildschirm, entscheidende Unterschied zwischen den beiden Geräten sind aber die Tastaturen. Um das Macbook superflach bauen zu können, hat Apple eine neue Tastaturmechanik entwickelt. Die ermöglicht normalgroße, aber sehr dünne Tasten, die beim Anschlag nur wenige Millimeter einsinken. Der Anschlag ist deshalb sehr kurz, fühlt sich hart an. Während der zweiwöchigen Testphase konnte ich mich kaum daran gewöhnen.

Beim Elitebook ist das anders. Seine Tasten sind genauso groß wie bei Apple, aber dicker. Vor allem sinken sie tiefer ein, reagieren weicher, wenn man sie antippt. Das Schreibgefühl ist vom ersten Augenblick an hervorragend. Eine der besten Notebooktastaturen, die ich bisher unter die Finger bekommen habe.

Doppelt ist besser

Was die übrige Ausstattung angeht, weisen meine beiden Testgeräte viele Parallelen auf. Beide werden von dem gleichen Intel-Mobilprozessor angetrieben, haben 8 Gigabyte Arbeitsspeicher und eine 512 GB große SSD. Damit sind sie schnell genug für alle Büroarbeiten und können viele Spiele zumindest mit niedrigen Grafikeinstellungen abspielen.

Auch beim Preis liegen die Konkurrenten nah beieinander. Das Macbook kostet in der getesteten Version 1800 Euro, das Elitebook steht mit 100 Euro weniger in HPs Preisliste.

Vorteile und Nachteile
HP Elitebook Folio G1

Sehr dünn und leicht

Entspiegelter Bildschirm

Zwei USB-C-Buchsen

Sehr gute Tastatur

Kein Touchscreen

Ein feiner Unterschied zeigt sich bei den Anschlüssen. Apples Macbook wird mit nur zwei Buchsen ausgeliefert, eine für Kopfhörer oder Headset, eine für USB-C. An letztere wird das Netzteil angeschlossen und alles andere. Mangels USB-C-Zubehör braucht man zumindest den USB-C-auf-USB-Adapter für 25 Euro, wenn man mal einen USB-Stick oder ähnliches anstöpseln möchte.

Schwierig wird es, wen man über die eine USB-C-Buchse einen Stick und einen Monitor anschließen und dabei womöglich noch den Akku aufladen will. Dann braucht man Apples USB-C-Digital-AV-Multiport-Adapter, der mit 89 Euro in der Preisliste steht.

Beim Elitebook sieht das etwas anders aus, weil es zwei USB-C-Buchsen hat. Dadurch bleibt immer eine frei, wenn man das Netzteil angeschlossen hat. Einen USB-C auf USB-Adapter braucht man trotzdem.

Fazit

Beim neuen Macbook hat sich gegenüber dem Vorjahresmodell kaum etwas geändert, es hat nur aktualisierte Hardware im Bauch. Etwas schneller ist es geworden, etwas ausdauernder. Ansonsten ist es dasselbe faszinierend dünne und leichte Laptop geblieben. Sein Bildschirm ist toll, die Tastatur gewöhnungsbedürftig.

Mit dem Elitebook Folio G1 ist es HP gelungen, Apples superschlankem Mobilrechner ein ebenbürtiges Windows-Pendant gegenüber zu stellen. Der Bildschirm ist nicht ganz so fein, das Design nicht ganz so elegant, dafür die Tastatur auf Anhieb angenehmer. Mir würde die Wahl schwerfallen.

Technische Daten

Modell HP Elitebook Folio G1 Apple Macbook (2016)
Betriebssystem Windows 10 Mac OS X 10.11
Prozessor Intel Core m5-6Y54 (bis zu 2,7 GHz) Intel Core m5-6Y54 (bis zu 2,7 GHz)
Arbeitsspeicher 8 GB 8 GB
Massenspeicher 512 GB 512 GB
Displaygröße 12,5 Zoll 12 Zoll
Displayauflösung 1920 x 1080 2304 x 1400
W-Lan 802.11 a/b/g/n/ac 802.11 a/b/g/n/ac
Bluetooth 4.2 4.0
Speicherkartensteckplatz Nein Nein
Anschlüssel 2 x USB-Typ C, Headset USB-Typ C, Headset
Gewicht 0,98 Kg 0,92 Kg
Abmessungen 12 x 292 x 209 mm 13 x 281 x 197 mm
Besonderheiten Matter Bildschirm Nahezu randlose Tastatur
Preis 1700 Euro 1800 Euro

Alle Daten sind Herstellerangaben



insgesamt 125 Beiträge
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Seite 1
susuki 30.05.2016
1. Runde Ecken?
Schon das erste Samsung Tablet hat schamlos die runden Ecken des Apple Tablet gestolen! Damsung wurde, glaube ich, mit 10 Milliarden Dollar abgestraft. Apple soll HP sofort auf 100 Mrd Dollar verklagen und endlich das Anrdoid system nuken.
Reiner_Habitus 30.05.2016
2.
Die Wahl wäre einfach. Beim arbeiten gilt: Form follows function und da hat das Elitebook dem Applependant einiges voraus. Der Wahn von Apple mit jeder Generation alles Flacher zu machen ist mittlerweile eigentlich nur noch Absurd zu nennen. Das ganze hat keinerlei praktischen Nutzen mehr und reduziert sich auf den Schauwert....
cor 30.05.2016
3.
Dieses Attribut ist mittlerweile schon fast zu den Nachteilen zu zählen. Meiner Meinung nach haben wir mittlerweile ein Level erreicht, wo sowohl die Ergonomie als auch die Akkudauer viel zu sehr unter der Förderung dieses Marketing-Attributs leidet.
monolithos 30.05.2016
4. Wozu
Warum müssen Notebooks immer dünner werden, während Autos immer dicker werden müssen? 1 kg Notebook "gespart", aber vor der Tür stehen 500 Mehr-kg Blech rum, weil man sich ein SUV zulegen musste. Was soll sowas? Mir scheint, beides ist weniger von Notwendigkeiten als von Möglichkeiten getrieben. Natürlich funktioniert ein Notebook, das bald so dünn ist, dass man sich beim Aufklappen die Finger aufschneidet. Natürlich fährt auch ein SUV. Scheinbar geht es nur darum, etwas so teuer zu machen, dass man damit angeben kann. Für ein vernünftiges Vorwärtskommen auf der Autobahn wie auf der Datenautobahn machen dickere Notebooks und schlankere Autos mehr Sinn. Ich glaube nicht, dass jemand Haltungs- oder Bandscheibenschäden davonträgt, wenn sein Notebook 2 kg statt 1 kg wiegt. Das fällt weit weniger ins Gewicht als die halbe Tonne Mehrmasse bei einem SUV gegenüber einem Kombi mit gleichem Nutzwert.
Stäffelesrutscher 30.05.2016
5.
»Mir würde die Wahl schwerfallen.« Mir nicht. Ich habe mir gerade ein MacBook mit DVD-Laufwerk und vielen schönen Anschlüssen bestellt.
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