Verbesserung des Kartenmaterials Apple-Autos fotografieren Deutschland

Apples Kameraautos fahren durch Deutschland. Die Nutzung der Bilddaten für einen Dienst wie Google Street View ist nicht geplant - zumindest vorerst. Sollte sich das ändern, muss das Unternehmen aktiv werden.

DPA

Seit Montag fahren Apples Kameraautos unter anderem durch München, Stuttgart und Frankfurt. Neben Landkreisen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland stehen außerdem Mannheim, Heilbronn und Augsburg auf dem Terminplan, wie aus einer von Apple veröffentlichten Liste hervorgeht. Berlin, Bremen, Hamburg sowie fünf weitere Bundesländer werden erst im kommenden Jahr angefahren, wie Apple am Montag bestätigte.

Apple schickt gut 80 Fahrzeuge nach Deutschland, die bis Ende September auch in Brandenburg, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Sachsen unterwegs sein sollen. Orte und Zeitpläne könnten etwa wegen der Wetterlage geändert werden, schränkt Apple zugleich ein. Erst im kommenden Jahr kommen Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein dran.

Die Daten sollen in erster Linie die Apple-Karten in iPhones und anderen Geräten des Konzerns verbessern, hieß es. Apple kann aus den Fotos beispielsweise die Namen von Straßen und Geschäften sowie Verkehrszeichen und Straßenführung herausziehen.

Die Bilder könnten in Zukunft aber auch im neuen Panoramadienst Look Around zum Einsatz kommen - Apples Konkurrenzangebot zu Google Street View.

Kommt Look Around nach Deutschland?

Mit Look Around können Nutzer sich auf dem Bildschirm durch dreidimensionale Darstellungen von Straßenzügen bewegen. Hier werden Häuserfronten und alles, was sich davor befindet, erkennbar. Die Funktion soll im Herbst zunächst für einige ausgewählte Gebiete wie etwa die Umgebung von San Francisco verfügbar sein. Gesichter und Autokennzeichen werden in Look Around - wie auch in Google Street View - automatisch verpixelt.

Eine Einführung von Look Around in Deutschland "sei laut Apple … momentan nicht geplant", heißt es allerdings beim Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA). Eine definitive Absage, den Dienst irgendwann doch einzuführen, ist das nicht. Die Entscheidung darüber "sei laut Apple noch offen", heißt es dazu beim Landesamt. Apple müsste dann gegebenenfalls "über den Einsatz dieses Dienstes informieren und weiter Maßnahmen zur datenschutzkonformen Ausgestaltung, bspw. geeignete Widerspruchsmöglichkeiten, umsetzen".

Vor dem Start der Kamerafahrten in Deutschland war Apple mit dem Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht in Kontakt. Die Informationen aus den Fahrzeugen werden auf Apples Server in den USA geladen. "Die Daten werden verschlüsselt in den Fahrzeugen gespeichert und nur bei Apple intern weiterverarbeitet. Der Verschlüsselungsschlüssel ist nach unseren Informationen nur in Besitz von Apple", erklärte das Landesamt. Das Landesamt in Bayern würde alle Beschwerden aus Deutschland an die für Apple in Europa zuständige irische Datenschutzbehörde weiterleiten.

Samstags werden Innenstädte von Apples Autos gemieden

Wer vermutet, von der Kamera eines Apple-Autos aufgenommen worden zu sein, und das Bild einsehen oder löschen lassen will, kann das unter anderem per E-Mail beantragen. Dabei muss man den Ort und den ungefähren Zeitpunkt der Aufnahme angeben. Die Fahrzeuge meiden zudem Zeiten, an denen man davon ausgehen kann, viele Passanten ins Bild zu bekommen - etwa Samstagnachmittage in der Innenstadt.

Der Start von Googles Street View Mitte 2010 wurde von einer Debatte über das Recht auf Verpixelung nicht nur der Gesichter, sondern auch der Wohnhäuser überschattet. Die Straßenzüge deutscher Städte in dem Dienst weisen seitdem zahlreiche Lücken auf. Google schickte danach zwar noch mehrfach Kamerawagen nach Deutschland, nutzte die Bilder aber nur, um das Kartenmaterial zu verbessern. Die veröffentlichten Street-View-Fotos wurden nicht aufgefrischt, und es wurden bisher auch keine Pläne dafür bekannt.

mak/dpa



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herkurius 30.07.2019
1.
"Der Start von Googles Street View Mitte 2010 wurde von einer Debatte über das Recht auf Verpixelung nicht nur der Gesichter, sondern auch der Wohnhäuser überschattet. Die Straßenzüge deutscher Städte in dem Dienst weisen seitdem zahlreiche Lücken auf". Ja, richtige Schlaumeier, die alles daran setzten, dass man im Internet alles gucken kann, nur nicht ihre belanglosen Häuser. Nichts, wo ich ein Zimmer buchen oder eine Wohnung kaufen/mieten würde. Wenn ich nicht weiss, wo ich hinfahren muss und was für eine Gegend das ist, Müll-Stapel oder Blumenrabatten, ob es Parkplätze da gibt, ob ich mich aus der U-Bahn-Station nach links oder nach rechts wenden muss, ob auf einem Platz mit öffentlichen Gebäuden auch ein paar Taxis für uns Behinderte stehen, lass' ich's einfach.
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