Präsentation der neuen iPhones Das bringt Apples Megashow

Bis zu 7000 Gäste könnten zum Apple Event in San Francisco kommen. Sie alle wollen wissen, was die neuen iPhones können und welche Neuheiten der Konzern sonst noch vorstellt. Wir erklären, was zu erwarten ist.
Apple-Geschäftsführer Tim Cook: Am Mittwoch werden neue Produkte vorgestellt

Apple-Geschäftsführer Tim Cook: Am Mittwoch werden neue Produkte vorgestellt

Foto: Eric Risberg/ AP/dpa

Wäre Apple ein Mensch, würde man ihn als Gewohnheitstier bezeichnen. Das Unternehmen liebt seine gleichmäßigen Rhythmen. Am 9. September 2014 präsentierte der Konzern seine Apple Watch, stellte das iPhone 6 und iPhone 6 Plus vor und kündigte sein eigenes Bezahlsystem an. Genau ein Jahr später haben die Kalifornier wieder nach San Francisco zu einer Produktvorstellung eingeladen. Weil sie Gewohnheitstiere sind, kann man sich gut vorstellen, was sie dort zeigen werden. Und trotzdem wird es wieder Überraschungen geben.

Als sicher gilt, dass es neue iPhones zu sehen geben wird. Genauer: technisch verbesserte Versionen der bisherigen Modelle. Der Tradition der vergangenen Jahre folgend dürften sie iPhone 6s und iPhone 6s Plus heißen.

Nach außen fast unverändert, soll ein neues Gehäusematerial für mehr Stabilität sorgen, ein neues "Bendgate" verhindern. Demnach werden die neuen iPhones aus demselben als 7000er-Aluminium bezeichneten Material gebaut, aus dem auch die Apple Watch hergestellt wird.

Mehr Druck aufs Display

Bei den Kameras soll es neben verbesserter Hardware - zwölf Megapixel hinten, fünf Megapixel vorn - vor allem neue Funktionen geben. So ist von Selfie-Panoramen und neuen Zeitlupenmodi die Rede. Darüber, ob es möglich sein wird, mit den neuen iPhones 4K-Videos aufzuzeichnen, gibt es unterschiedliche Ansichten. Zum einem wird argumentiert, der beim Einstiegs-iPhone mit 16 GB zu kleine Speicher könnte 4K-Videos verhindern. Zum anderen werden angebliche technische Einschränkungen beim neuen Apple TV - mehr dazu weiter unten - ins Feld geführt.

Einig sind sich die Gerüchteschreiber darin, dass die neuen iPhones die von der Apple Watch bekannte Funktion Force Touch beherrschen werden. Durch sie soll der Touchscreen unterscheiden können, wie stark man auf das Glas drückt. Vergleichbar mit der linken und rechten Maustaste soll man dann unterschiedliche Aktionen auslösen können, je nachdem, ob man das Display nur sanft streichelt oder etwas stärker oder sehr stark darauf drückt.

Apple Watch am Arm: In der Smartwatch gibt es die Force-Touch-Funktion bereits

Apple Watch am Arm: In der Smartwatch gibt es die Force-Touch-Funktion bereits

Foto: ISSEI KATO/ REUTERS

Mehr Speed

Wie bei iPhones mit einem "s" in der Bezeichnung üblich, sollen die neuen Modelle auch einen neuen, schnelleren Prozessor bekommen, der entweder A8s oder A9 heißen wird und dem mehr Arbeitsspeicher als bisher zur Verfügung steht. So könnte das Multitasking verbessert werden. Neue LTE-Chips sollen unterwegs für schnellere Datentransfers sorgen.

Eine weitere Möglichkeit, die neuen Modelle aufzuwerten, wäre es, auf herkömmliche Sim-Karten zu verzichten. Stattdessen könnte Apple sogenannte e-Sims einbauen, bei denen man den Provider per Software ändern kann. Vor allem auf Auslandreisen wäre das eine gute Möglichkeit, schnell zu einem lokalen Anbieter zu wechseln.

Neue iPads

Rechtzeitig zum Apple-Event kursiert mal wieder das Gerücht, dass Apple seine Tablet-Baureihe um ein iPad Pro mit 12,9-Zoll-Bildschirm erweitern wird. Angesichts der nicht mehr steigenden Absatzzahlen für iPads könnte das Unternehmen so versuchen, neue Kunden im Business-Bereich zu finden.

Technisch soll das große Tablet auf derselben Basis stehen wie die iPhones, also denselben Prozessor und dasselbe Gehäusematerial bekommen. Auch Force Touch soll integriert sein. Erstmals, so heißt es, werde Apple eines seiner Tablets mit einem Stift ausliefern, der für handschriftliche Notizen und zum Zeichnen geeignet sein soll.

Neben dem iPad wird vermutet, dass Apple auch eine neue Version des iPad mini zeigen wird, die etwas dünner und leichter wird und ebenfalls die neue iPhone-Technik bekommt. Erstaunlich ist dabei, dass es kaum Berichte gibt, in denen von einer neuen Version des iPad Air die Rede ist. Trotzdem dürfte auch dieses ein Update bekommen, zumindest einen neuen Prozessor.

Ein neues Apple TV

Als sicher gilt, dass eine neue Version der Settop-Box Apple TV gezeigt werden wird. Das ist auch bitter nötig. Das Gerät, das Steve Jobs einst als Hobby bezeichnete, ist technisch überholt. Konkurrenzmodelle wie Amazons Fire TV und Googles Nexus Player sind weit leistungsfähiger, bieten mehr Möglichkeiten.

Erwartet wird, dass man auf dem neuen Apple TV endlich Apps installieren kann. Das würde den Weg ebnen, die Settop-Box auch als Spielkonsole zu nutzen, wie es mit den Geräten von Amazon und Google längst geht. Logisch, dass Apple zu einem solchen Apple TV auch einen Game-Controller anbieten würde.

Die nach außen am deutlichsten spürbare Neuerung soll aber die Integration von Siri sein. Mithilfe eines in die Fernbedienung integrierten Mikrofons soll man beispielsweise Websuchen starten, TV-Apps öffnen und Musik-Playlisten aufrufen können.

Die vielen Neuerungen wird sich Apple allerdings auch bezahlen lassen. Während das aktuelle Modell noch für 79 Euro angeboten wird, soll die neue Version 149 Dollar kosten. In Deutschland könnte das einen Verkaufspreis von 199 Euro bedeuten.

Und sonst?

Da Chiphersteller Intel gerade neue Mobilprozessoren vorgestellt hat, wäre es naheliegend, neue Macbooks mit diesen Chips vorzustellen. Diese dürften dann auch mit dem neuen Mac OS X 10.11 El Capitan geliefert werden, dessen finale Version dann auch freigegeben werden wird. Dasselbe gilt für iOS 9, das für die neuen iPhones obligatorisch sein wird.

Auch watchOS 2 für die Apple Watch sollte jetzt bereit zur Veröffentlichung sein. Mit dem Update wird Apple auch Apps zeigen, die die wichtigste neue Fähigkeit des Updates ausnutzen, also direkt auf der Uhr laufen. Dadurch sollen sie schneller sein, schneller starten und neue Funktionen bieten.

Was Apple den bis zu 7000 Besuchern seiner Präsentation aber tatsächlich zeigen wird, erfährt man erst Mittwochabend. Wir sind in San Francisco vor Ort und berichten live.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.