Lidar und Trackpad-Unterstützung Apple stellt neue iPads und MacBooks vor

Der Zeitpunkt hätte nicht ungünstiger sein können: Während viele Menschen nur noch interessiert, wie es in der Coronakrise weitergeht, stellt Apple neue Produkte vor - ganz ohne das übliche Brimborium.
Das neue iPad Pro

Das neue iPad Pro

Foto: Apple

Eine einfache Pressemitteilung musste dieses Mal ausreichen. Während Apple normalerweise Hunderte Journalisten und Gäste nach Kalifornien einlädt, wenn neue Produkte präsentiert werden, kam die Ankündigung heute einfach per E-Mail: neue iPads und eine neue Version des MacBook Air sollen trotz der Krise und trotz geschlossener Apple Stores die Käufer locken.

Das Highlight ist eindeutig das neue iPad Pro, das es wie schon den Vorgänger in vier Versionen gibt, nämlich mit 11- oder 12,9-Zoll-Bildschirm und jeweils nur mit WLAN oder mit WLAN plus LTE. Die Preise beginnen bei 879 Euro für die 11-Zoll-Version mit 128 Gigabyte (GB) Speicher und WLAN, und sie enden bei 1819 Euro für das 12,9-Zoll-Modell mit LTE und einem Terabyte Speicher.

Wieder mit 11-Zoll und 12,9-Zoll-Display erhältlich: Das neue iPad Pro

Wieder mit 11-Zoll und 12,9-Zoll-Display erhältlich: Das neue iPad Pro

Foto: Apple

Erstmals baut Apple in seine Tablet-Computer einen sogenannten Lidar-Scanner ein. Dabei handelt es sich um eine dem Radar ähnliche Technik, die die Umgebung mit einem Laserstrahl abtastet, um ein dreidimensionales Bild zu erstellen. Derartige Sensoren werden sonst vor allem in fahrerlosen Autos eingesetzt.

In den neuen iPads sollen sie beispielsweise Kamera-Apps bei der Tiefenerfassung von Bildern helfen und neuartige Augmented-Reality-Anwendungen ermöglichen. Kurzfristig wird man die Technik als Anwender wohl in erster Linie in der überarbeiteten Maßband-App sehen können, die etwa die Größe einer Person schneller und akurater berechnen kann.

Mehr Notebook im iPad

Darüber hinaus hat Apple die Leistung der iPads erhöht. Der neue A12Z-Bionic-Prozessor in den Geräten soll – natürlich – viel schneller als seine Vorgänger sein, dabei aber Akkulaufzeiten von bis zu zehn Stunden ermöglichen. Darüber hinaus wurden, ähnlich wie beim 16-Zoll-MacBook Pro, fünf verbesserte Mikrofone eingebaut, zum Beispiel für Videokonferenzen. Das neue Kamerasystem erinnert mit 12-Megapixel Weitwinkelkamera und 10-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera an das iPhone 11. Für die Bildschirme gibt Apple Bildwiederholraten von bis zu 120 Hertz an.

Zudem führt Apple mit dem neue iPad Pro nun auch eine Unterstützung von TrackPads ein, die allerdings für alle iPads gilt, auf denen das aktuelle iOS 13.3 läuft. Mit einem Update auf iOS 13.4 sollen diese Geräte am 25. März TrackPad-fähig werden. Darüber hinaus werden die hauseigenen Office-Apps in dafür angepassten Versionen veröffentlicht.

Neues iPad Pro mit Tastatur und Trackpad

Neues iPad Pro mit Tastatur und Trackpad

Foto: Apple

Neues MacBook Air

Neben den neuen iPads hat Apple auch eine überarbeitete Version des MacBook Air vorgestellt. Für das Gerät verspricht der Konzern eine doppelt so hohe Leistung wie bisher, die durch neue Intel-Core-Prozessoren der zehnten Generation erreicht werden soll. Die Grafikleistung soll um bis zu 80 Prozent besser sein.

Das neue MacBook Air samt der neuen Tastatur

Das neue MacBook Air samt der neuen Tastatur

Foto: Apple

Auch von den längst auch für Anfänger zu kleinen 128-GB-SSDs verabschiedet sich das Unternehmen. Das neue Modell wird mit mindestens 256 GB Speicherplatz geliefert, kann aber auch mit bis zu zwei Terabyte geordert werden. Die für viele wichtigste Neuerung dürfte jedoch die neue Tastatur sein, die der des 16-Zoll-MaccBook Pro entspricht. An der bisher verwendeten Tastatur hatte es viel Kritik gegeben.

Die Preise für das neue MacBook Air beginnen bei 1199 Euro.

Wo kaufen?

Neben der Präsentationsshow in Cupertino fehlt Apple bei diesen Neuvorstellungen noch ein weiteres wichtiges Element: Die eigenen Läden, die für das Unternehmen ein essenzieller Verkaufskanal sind. An Erstverkaufstagen neuer Gadgets bilden sich dort immer mal wieder Schlangen Kaufwilliger. Doch diese Läden hat der Konzern bis auf weiteres geschlossen, nur die Filialen in China wurden mittlerweile wieder geöffnet. Anwender, die eines der neuen Modelle erwerben wollen, werden sich also in erster Linie mit Onlinebestellungen behelfen müssen.