Gestohlene iPhone-Vorführgeräte Wie sich Apple gegen Plünderer wehrt

In den USA wurden jüngst auch Apple Stores geplündert. Doch die gestohlenen iPhones könnten Diebe kaum nutzen, berichten US-Medien - dafür sorgt Apple mit einem besonderen Sicherheitsmechanismus.
Apple Store im Einkaufszentrum The Grove in Los Angeles: Diebe während ihrer Tat fotografiert

Apple Store im Einkaufszentrum The Grove in Los Angeles: Diebe während ihrer Tat fotografiert

Foto: VALERIE MACON/ AFP

In den vergangenen Tagen kam es am Rande der Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in einigen amerikanischen Städten zu Plünderungen. Die Täter brachen dabei auch in zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossene Apple Stores ein, beispielsweise in Minneapolis, in Portland  und in Los Angeles.

Fotos und Videos zu den Attacken zeigen Apple-Geschäfte mit zerstörten Scheiben und leer geräumten Ausstellungstischen. Anhand solcher Aufnahmen ist davon auszugehen, dass im Zuge dieser Einbrüche diverse iPhones, iPads oder auch MacBooks entwendet wurden, wenngleich Apple selbst keine Zahlen nennt.

Doch was können Kriminelle mit aus Apple Stores geklauten iPhones anfangen? Mehrere US-Medien haben dieses Thema beleuchtet, und ihre Einschätzung stimmt überein: nicht viel, abgesehen vom Ausbau einzelner Komponenten.

Weiterverkauf nur mit Tricks

So berichtet etwa das Onlinemagazin "AppleInsider" , dass sich die Austellungsgeräte aus einem Store im Grunde nur mit Tricks weiterverkaufen ließen - etwa bei Versandgeschäften mit Vorkasse oder indem man Interessenten vorgibt, der Akku sei leer, weshalb man die Funktionstüchtigkeit des Handys gerade nicht belegen könne.

Denn iPhones aus Apple Stores funktionieren nicht wie gewöhnliche Geräte, erklärt "AppleInsider": Sie seien mit spezieller Software bestückt und schalteten sich ab, wenn sie sich nicht mehr in der Nähe des Apple Stores befinden.

"Dieses Gerät wurde deaktiviert und wird getrackt. Die örtlichen Behörden werden alarmiert", heißt es fortan auf den Bildschirmen solcher iPhones. Laut aktuellen Social-Media-Postings   erscheint auf dem Display außerdem ein Hinweis, aus welchem Store das Gerät stammt.

Der Seite "Marketwatch" sagte Apple auf Nachfrage, man wolle sich zum Thema nicht äußern. Es sei aber grundsätzlich korrekt, dass aus Apple Stores entwendete iPhones Warnhinweise anzeigen, wie sie nun im Netz zu sehen seien.

Auch iPhone-Besitzer können geklaute Handys abschalten

"AppleInsider" und andere Websites warnen nun davor, in den USA derzeit gebrauchte iPhones zu kaufen. Und wer dies doch vorhat, dem wird geraten , sich zumindest selbst davon zu überzeugen, dass das ihm angebotene Gerät ganz normal läuft und keine sogenannte Aktivierungssperre  eingeschaltet ist.

Das Magazin "Ars Technica" schreibt , es sei schon länger bekannt, dass Apple auf Austellungsgeräten eine besondere iOS-Version laufen lasse. Die Demo-iPhones würden sich abschalten, wenn sie das WLAN-Netzwerk des Stores verlassen.

Dazu verweist das Magazin auch noch mal darauf, dass Apple Software wie "Wo ist?"  im Einsatz hat, die es auch normalen iPhone-Käufern ermöglicht, verloren gegangene Geräte über deren Ortungsdienste zu tracken. Ebenso können Käufer selbst die Aktivierungssperre einschalten, sodass niemand Drittes ein verschwundenes Gerät mehr benutzen kann. "Es gibt keinen ersichtlichen Grund, warum entsprechende Werkzeuge und Dienste nicht auch von Apple selbst genutzt werden könnten", schreibt "Ars Technica".

Kreativer Protest auf Schutzwänden

Momentan hat Apple mit Blick auf die andauernde Proteste seine Stores in vielen US-Städten geschlossen. Manche hatten erst vor Kurzem wieder geöffnet - zuvor hatte Apple sie wegen der Corona-Pandemie vorsichtshalber dichtgemacht.

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Fotos auf Plattformen wie Twitter zeigen, dass viele der Stores mittlerweile mit Schutzwänden besser gegen künftige Einbruchsversuche geschützt worden sind. Zum Teil sind diese Wände bereits bemalt, besprayt oder beklebt worden  - mit Botschaften, die eher im Sinne der überwiegend friedlichen Demonstranten sein dürften als Berichte über geplünderte Geschäfte.

mbö
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