Apples Wunderflunder iPad-Käufer müssen warten

Der Hype funktioniert: Schon vor dem Verkaufsstart am 3. April hat Apple Hunderttausende Kunden für das iPad gewinnen können. Die Vorbestellungen laufen offenbar so gut, dass die erste Auflage bereits vergriffen ist - wer jetzt ordert, wird vertröstet.
US-Komiker Stephen Colbert mit iPad: Funktionsreduzierter Minimal-Computer

US-Komiker Stephen Colbert mit iPad: Funktionsreduzierter Minimal-Computer

Foto: MIKE BLAKE/ REUTERS

Cupertino - Kaum jemand hat einen iPad, Apples neuen Tablet-PC, bereits in den Händen gehalten - und trotzdem haben Hunderttausende ein Gerät vorbestellt. Nun ist das erste Kontingent iPads für Online-Bestellungen offenbar erschöpft: Wer jetzt über die Website vorbestellt, hält sein Gerät frühestens am 12. April in Händen, neun Tage nach dem Verkaufsstart in den USA.

Übers Wochenende hat Apple den Liefertermin geändert - und damit Spekulationen über die Anzahl an bereits verkauften, vorbestellten und zum Verkaufsstart verfügbaren Geräten angeheizt. In den USA soll das iPad zunächst in Apple-Läden und Filialen der Kette BestBuy erhältlich sein. Apple-Hersteller Foxconn soll Ende März rund 700.000 Geräte und im April eine weitere Million iPads liefern, vermutet Digitimes .

Seit gut zwei Wochen können Kunden in den USA das iPad bei Apple vorbestellen und entweder direkt in einem der Läden abholen oder sich zuschicken lassen. In der Nacht auf den 3. April dürften deswegen etliche Fans mit Schlafsäcken vor den gläsernen Apple-Stores kampieren, um eines der nicht vorbestellten Exemplare zu ergattern. Wer noch nicht vorbestellt hat, muss jetzt wohl warten - so oder so.

In den vergangenen Wochen hatten US-Medien bereits über den durchschlagenden Erfolg des iPad spekuliert. So schätzen Branchenbeobachter, dass Apple zum Verkaufsstart mehr der etwa DIN-A4-großen Rechner losschlagen kann als iPhone-Handys bei deren Premiere 2007. Damals hatte Apple nach 74 Tagen das millionste Gerät verkauft.

Konkurrenz für das iPad aus Berlin

In Deutschland müssen Kunden noch länger warten, der Verkauf beginnt erst Ende April. Euro-Preise stehen noch nicht fest. In den USA kostet die Einsteigervariante mit 16 GB Speicher und W-Lan-Verbindung ins Internet 499 Dollar (360 Euro); das Spitzenmodell mit 64 GB Speicher, W-Lan- und schneller Mobilfunkanbindung liegt bei 829 Dollar.

Noch etwas ist anders: Apple steht hierzulande möglicherweise ein Konkurrenzkampf bevor. Die Berliner Technologiefirma Neofonie hat nach eigenen Angaben mit einem Gerät Namens "WePad" eine Alternative zum iPad entwickelt. Gezielt spricht das Unternehmen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage an, damit sie ihre Inhalte über das Gerät verbreiten. Erste Gespräche und Kontakte gibt es nach dpa-Informationen bereits mit Europas größtem Medienhaus Axel Springer ("Bild", "Die Welt") sowie anderen Verlagshäusern.

Apple-Chef Steve Jobs hatte nach der Vorstellung des iPads persönlich eine Werbetour durch große US-Medienkonzerne gemacht, um sie für das Gerät zu gewinnen. Ohne passende Inhalte dürfte sich der Hype um das iPad schnell erledigt haben. Andere Tablet-Computer sind bereits seit langem auf dem Markt. Der durchschlagende Erfolg blieb bislang indes aus.

ore/dpa
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