Bastelprojekt Mit dieser Gitarre kann man E-Mails spielen

Weil er mehr Gitarre üben wollte, hat der Amerikaner David Neevel sein Musikinstrument zur Behelfstastatur umgebaut. Das Experiment ist gelungen, sein Praxiswert fraglich.

David Neevel: Will bei der Arbeit lieber in die Saiten hauen, statt Tasten zu tippen
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David Neevel: Will bei der Arbeit lieber in die Saiten hauen, statt Tasten zu tippen


Lange plagte den Amerikaner David Neevel ein grundsätzliches Problem: Weil er bei seiner Arbeit in einer Werbeagentur den ganzen Tag am Computer sitzt, hatte er zu wenig Zeit, um Gitarre zu üben. Doch Neevel ist passionierter Bastler. Seit Jahren habe er mit dem Gedanken gespielt, eine Gitarre mit einem Computer zu verbinden, so dass er sie anstelle der Tastatur benutzen kann, schreibt er im Blog seines Arbeitgebers. Dem ist er dankbar, weil er es ihm ermöglicht hat, seine Idee während der Arbeitszeit umzusetzen.

Was dabei herausgekommen ist, zeigt Neevel in einem YouTube-Video. Als Open-Source-Projekt bezeichnet er das Resultat. Jeder darf es nachbauen, wenn er es kann. Denn so richtig simpel ist es nicht, was sich der Werber aus Portland im US-Bundesststaat Oregon ausgedacht hat.

Zunächst braucht man eine Gitarre, vorzugsweise eine elektrische. Neevel benutzt eine gebraucht gekaufte Gibson Flying V. Die Gitarre hat er mit einem Roland-Gitarrensynthesizer bestückt, der die Töne des Musikinstruments in Midi-Signale (Musical Instrument Digital Interface) umwandelt, also digitalisiert. Erst danach wird es richtig kompliziert.


Zuerst wandelt ein Prozessor die Midi-Signale so um, dass sie von einem Arduino-Board, einer Art Mini-Computer, verarbeitet werden können. Im Zusammenspiel mit einer weiteren Platine, auf der eine Vielzahl von Relais zusammenarbeiten, erzeugt diese Dreifachkombination aus den gespielten Noten dieselben elektronischen Impulse, die eine Tastatur erzeugen würde. Mit diesen Daten wiederum speist der Bastler dann eine Platine, die er offenbar aus einer echten Tastatur ausgebaut und per USB an sein Notebook angeschlossen hat.

Das Ergebnis der ganzen Bastelei? Es funktioniert, Neevel kann mit seiner Gitarre Texte in den Computer einspielen. Aber nur, wenn er sich erinnert, welcher Note auf dem Griffbrett er welchem Buchstaben zugeordnet hat. Und daran hakt es noch ein wenig, wie man in seinem Video sieht. Per Gitarre zu schreiben ist ungefähr so schnell, wie mit einem Finger auf einer fremden Tastatur zu tippen.

So richtig praktisch ist es also nicht, was Bastler Neevel sich ausgedacht hat - und es hört sich auch nicht gut an. Aber Spaß scheint der tiefenentspannte Schnauzbartträger beim Bau gehabt zu haben. Und er hat Hoffnung. Die Hoffnung, dass sich nun Achtziger-Jahre-Gitarrenvirtuose Eddie van Halen bei ihm meldet, um zu zeigen, was ein Profi mit der E-Mail-Gitarre anstellen kann.

mak

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insgesamt 2 Beiträge
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felisconcolor 10.04.2013
1. warum
er den kleinen Arduino nicht gleich Tastatursignale Produzieren lässt. bzw MIDI Daten nicht am PC auswertet... egal man muss halt was zum Basteln haben. und in sofern ein witziges Projekt. Besser als auf dem Sofa zu sitzen und ständig zu posten wie blöd das doch ist das wieder der Sack Reis und so..
oneironaut 10.04.2013
2. Satanische Botschaften im Heavy Metal
oh weh, wenn das mal die Sittenwächter spitz kriegen, werden die doch glatt wieder behaupten dass da geheime Botschaften auf den Platten versteckt sind. Wenn sich dann herausstellt, dass die Solis in "Angel of Death" keinen Sinn ergeben, wird es rückwärts versucht...;)
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