Beats Studio3 Wireless im Test Dieser Kopfhörer liebt iPhones

Er ist kabellos, schluckt Außengeräusche - und spielt seine Stärken beim Hören von Popmusik aus. Was kann der Kopfhörer Beats Studio3 Wireless noch? Der Test.

SPIEGEL ONLINE

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Die Zeiten, in denen Beats-Kopfhörer sich vor allem durch übermäßig fette Bässe hervorgetan haben, sind endgültig vorbei. Die Studio3 Wireless sind das beste Beispiel dafür. Sie klingen auch bei Hip-Hop gut, aber eben nicht nur.

Stattdessen sind sie eher so etwas wie eine Allzweck-Soundmaschine für - im weitesten Sinne - Pop. Ihr Klang wird von zwei Eigenschaften geprägt. Das ist zum einen die Höhenwiedergabe, die eher seidig als silbrig ist, was ich als sehr angenehm empfinde, wenn ich über längere Zeit Musik höre.

Zum anderen sind es die Bässe, die zwar gut ausgeprägt und kräftig, aber nicht dominant sind. So wird zum Beispiel der holzige Funkbass in Ida Nielsens "Throwback" sehr schön akzentuiert und nicht zu hart und dröhnend wiedergegeben. Ein bisschen schwach ausgeprägt ist der Mittenbereich. Wohl auch deshalb passt der Studio3 gut zu Pop, aber weniger gut zu klassischer Musik. Er ist kein Kopfhörer fürs Studio, sondern fürs Sofa.

Oder für den Sitz im Flugzeug oder der Bahn. Denn wie viele andere moderne Kopfhörer verfügt der Studio3 Wireless über eine aktive Geräuschunterdrückung, nutzt also Mikrofone, um externe Geräusche zu erkennen und durch sogenannten Gegenschall vor dem Ohr zu verbergen.

Das klappt gut, aber nicht perfekt. Auf einer mehr als zehnstündigen Zugfahrt beispielsweise konnte das System das Gerumpel der Bahn gut ausblenden, das Geschrei eines hungrigen Säuglings aber nicht. Das klappt beispielsweise mit Kopfhörern von Bose oder Sennheiser ein bisschen besser.

Einfach koppeln

Was mit den Beats Studio3 Wireless dagegen ungeschlagen gut funktioniert, ist das Zusammenspiel mit Apple-Geräten. Der Grund dafür ist, dass hier derselbe Apple-W1-Chip drin steckt wie in Apples AirPods. Deshalb genügt es, die Kopfhörer zum erstmaligen Koppeln eingeschaltet nah an beispielsweise ein iPhone zu halten. Die Verbindung wird dann ohne weiteres Zutun des Anwenders hergestellt.

Nutzt man später ein anderes Gerät, auf dem man mit derselben Apple ID wie auf dem iPhone angemeldet ist, lässt sich der Beats-Kopfhörer per Mausklick oder Fingertipp auch auf diesem Gerät nutzen. Ein neuerliches Koppeln ist nicht nötig.

Will man ihn allerdings mit einem Android-Smartphone oder PC benutzen, muss man den üblichen Kopplungsvorgang durchlaufen, also die Einschalttaste ein paar Sekunden festhalten, bis die LEDs blinken, und den Kopfhörer dann in den Bluetooth-Einstellungen des jeweiligen Geräts auswählen. Geht auch, dauert nur ein paar Sekunden länger.

Langer Atem, laute Tasten

Auf mehreren Langstreckenflügen und langen Zugfahrten ging meinem Studio3 Wireless nie die Energie aus. Laut Beats soll er mit eingeschalteter Geräuschunterdrückung bis zu 22 Stunden Ausdauer haben, schaltet man die Geräuschunterdrückung ab, sogar 40 Stunden. Die Geduld, das nachzuprüfen hatte ich nicht, ebenso wenig aber das Problem, dass der Akku leer war.

Das ist auch besser so, denn Beats hat den Studio3 Wireless noch mit einem mittlerweile altmodischen Micro-USB-Anschluss versehen, für den ich oft nicht das passende Kabel dabei habe. Ebenso stören mich die etwas billig wirkenden Schalter zur Musik- und Anrufsteuerung auf der rechten Ohrmuschel, die relativ schwergängig sind und laut klacken.

Fazit

Vorteile und Nachteile

Sehr einfache Zusammenarbeit mit Apple-Geräten

Sehr angenehm zu tragen

Sehr gute Akkulaufzeit

Gutes Klangbild für Popmusik

Laut klackernde Tasten auf der linken Ohrmuschel

Bei Apple bekommt man den Beats Studio3 Wireless derzeit immer noch zu dem Listenpreis, der zur Einführung dieses Modells galt: 350 Euro. Ein Preis, mit dem sich Beats berechtigterweise in der Oberklasse der geräuschunterdrückenden Kopfhörer positioniert hatte. Klang, Material, Verarbeitung und Technik würden diesen Preis auch rechtfertigen.

Doch bekommt man den Studio3 bei vielen Händlern derzeit weit günstiger. Preisvergleichsseiten listen ihn zu Preisen ab rund 230 Euro. Billig ist das immer noch nicht, für einen Kopfhörer dieser Güte aber ein Schnäppchen.

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insgesamt 52 Beiträge
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makeitrain 22.03.2019
1. Entschuldigung
Aber dieser Artikel liest sich mehr als Werbung als eine unabhängige Bewertung des Artikels. Zudem fällt es mir schwer zu glauben, dass Beats Kopfhörer mittlerweile ein gutes Klangprofil haben, das diesen Preis rechtfertigt. 230 Euro für diese Kopfhörer ein Schnäppchen zu nennen erscheint schon sehr reißerisch!
puupsi 22.03.2019
2. Platte Werbung für beats
Überteuert...gibt vergleichbare khs für viel weniger geld, oder viel besseres für gleich viel.
HuFu 22.03.2019
3. Werbung!
Auch für SPON gilt, dass Werbung als solche gekennzeichnet werden muss! Dieses gilt vor allem dann, wenn sie in solchen "Artikelchen" auftauchen!
frankasten 22.03.2019
4. 230 EUR für einen Kopfhörer, der....
gar nicht gut klingen kann. Extra Wandlung für BT im Eier- phone, dann wieder Wandlung im Eier- headphone, nur damit kein Kabel dazwischen ist. Was für ein Chip macht die Geräuschunterdrückung? Jeder Wandler versaut zusätzlich etwas von dem, was bei den Streaming-Anbietern eh nie da war (einwandfreie Digitalisierungen). Wenn er darüber hinaus gut klingen sollte, hat man sich vielleicht mal ein paar Gedanken über die Kopplung der Schallwandler an die Elektronik gemacht und hat den Vorteil, daß man damit eh nur das Apfel- und Eierbiotop bedient und somit klar weiß, welche BT Module im Eier-phone zur Anwendung kommt und dann auf der Kopfhörerseite entsprechend auswählen kann. Ob das Ding an Androiden klingt? Gar nicht sicher. Wer aber 230.- EUR für Kopfhörer hinblättert, hat entweder zu viel Geld oder keine Ahnung oder beides oder/und hinterher Ärger. Freuen kann man sich dagegen, wenn es für 30 EUR auch sehr gut geht, wenn auch ein Kabel dazwischen ist. Ja, geht bei Eier-Phone nicht, da ist ja auch schon ein extra Wandler vor der einzigen Buchse. Selbst da hat Apple dafür gesorgt, daß das Eier-Phone als Musikabspieler gar nicht optimal sein kann.
Onkel Drops 22.03.2019
5. wem gehört beats?
die Chips sind nicht ohne Grund drin. sonst betrachte ich den Text als WERBUNG . "geht auch mit Android" ist substanzlos wenn ich das iPhone aber als Produkt eindeutig benennen. welches Android phone? sound via stream oder welche Quellen auf welcher Software ,alles egal. klingt gut mit Birne schon klar. schämen aber hurtig
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