Biegbar, leicht und unzerstörbar In Japan wird die Bildschirm-Zukunft gezeigt

Wie werden Mobilrechner, Tablets und Handys künftig aussehen? Auf einer Messe nahe Tokio kann man einen Blick in die unmittelbare Zukunft werfen: Gezeigt werden neue Bildschirmtechnologien, von denen einige schon sehr bald auf den Markt kommen werden - zum Beispiel in Samsungs Galaxy Tab.

Da kann man schon mal lächeln: Samsung-Mitarbeiterin mit einem OLED-Galaxy-Tab

Da kann man schon mal lächeln: Samsung-Mitarbeiterin mit einem OLED-Galaxy-Tab


Das Galaxy Tab wird von Technik-Journalisten gerne als erster ernstzunehmender Konkurrent für das iPad bezeichnet. Nur über einen Punkt herrscht internationale Uneinigkeit: Ist Samsungs Tablet mit seinem Sieben-Zoll-Bildschirm nun zu klein oder ist es gerade richtig? Die einen meckerten, damit könne man gar nicht richtig arbeiten, geschweige denn auf der virtuellen Tastatur tippen. Die anderen lobten, man könne das Galaxy Tab viel besser transportieren, weil es sich auch in der Manteltasche oder einem kleinen Beutel mitnehmen lasse. Besser jedenfalls als das knapp zehn Zoll große iPad.

Diesen Streit könnte Samsung jetzt selbst beenden, mit einer Zehn-Zoll-Variante des Galaxy Tab, die derzeit auf einer Messe für Bildschirmtechnik in Japan gezeigt wird. Zumindest glaubt man das bei dem amerikanischen Technik-Magazin " Wired". Denn gezeigt wird auf jener Messe eigentlich nur ein namenloses Gerät mit einem 10,1 Zoll großen Bildschirm.

Dass es sich dabei um einen größeren Abkömmling des Galaxy Tab handeln könnte, liegt allerdings nahe. So weist das Gerät dieselben Android-typischen Funktionstasten auf, ist in demselben schlichten schwarzen Design gehalten. Es liegt nahe, das darunter dasselbe Google-Betriebssystem läuft wie auf dem Galaxy Tab, bestätigt ist es aber nicht.

Abgespeckt

Aber das ist es auch nicht, worauf der Hersteller mit seinem Exponat hinweisen will. Das Highlight dieser Tablet-Mutation ist nämlich keineswegs der für Samsung neue Formfaktor, sondern das Display selbst. Das, schreibt der Asia-Techblog Tech-On, sei nicht mehr wie üblich mit einem Deckglas versehen. Stattdessen würde Samsung den Bildschirm mit einer Kunstharzdecke abdeckeln. Das Resultat: Der Bildschirm ist nur noch 1,8 Millimeter dick. Zudem wiegt der gesamte Bildschirm nur noch 28 Gramm, während ein herkömmlicher Samsung-Bildschirm dieser Größe 130 Gramm wiegen würde.

Diese Daten lassen auf dünnere und vor allem viel leichtere Tablet-Rechner als bisher hoffen. Ein heutiges iPad etwa würde damit von rund 700 auf ca. 600 Gramm abgespeckt - oder könnte mit einem größeren Akku für mehr Laufzeit bestückt werden. Und ganz nebenbei soll die Kunstharz-Bauweise die Bildschirme nahezu unzerstörbar, zumindest aber sehr stoßfest machen. Man stelle sich nur einen iPhone-4-Nachfolger vor, dessen Vorder- und Rückseite von diesem Kunststoff geschützt werden.

Noch mal tief durchatmen

Den Atem sollte man deswegen aber nicht anhalten, noch ist das schlanke Display ein Prototyp. Samsung rechnet damit, den neuen Bildschirm innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre zur Großserienreife zu bringen.

Nicht ganz so lang wird man auf eine andere Variante des Galaxy Tab warten müssen, die das koreanische Unternehmen in Japan zeigt: das Galaxy Tab mit OLED-Display. Schon seit einiger Zeit stattet Samsung viele seiner Handymodelle mit derartigen Bildschirmen aus, die immer wieder durch ihre kräftigen Farben und Kontraste begeistern. Gegenüber LCD-Bildschirmen verbrauchen sie zudem weniger Strom, was sich bei größeren Bildschirmen deutlicher auswirken dürfte als bei den kleinen Handy-Displays. Auf einen Termin, zu dem das OLED-Galaxy Tab auf den Markt kommt, mochte sich das Unternehmen allerdings noch nicht festlegen. Irgendwann Mitte 2011 scheint eine realistische Einschätzung zu sein.

Die gilt allerdings nicht für die übrigen Display-Innovationen, die der japanische Akihabara-Blog bei Samsung entdeckt hat. So zum Beispiel ein zweiteiliges Klapp-Display, das beim Aufklappen des Geräts, in dem es steckt, zu einem großen scheinbar einteiligen Bildschirm zusammenrückt. Beeindruckend sind aber vor allem die biegsamen Bildschirme, die gleich in mehreren Varianten gezeigt wurden und darauf hoffen lassen, dass sich das Design mobiler Geräte in den nächsten Jahren noch einmal drastisch verändern könnte.

Und dagegen wäre nichts einzuwenden.

mak

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