Bildbearbeitung So klicken Gestalter Traumlandschaften zusammen

Ein halbes Dutzend Alltagsfotos und viel Zeit am Computer - so entstehen verträumte Bilder, die man in der Wirklichkeit so nie sehen könnte. Das Fachmagazin "Docma" zeigt Schritt für Schritt, wie eine solche Traumlandschaft entsteht.
Von Christoph Künne

Jeanette Woitzik  arbeitet eigentlich als Pädagogin. Vor einem Jahr hat sie Photoshop als Gestaltungswerkzeug entdeckt - und dann in demselben Jahr gleich mit drei Werken beim Photoshop Design Contest gewonnen (den ersten, zweiten und sechsten Platz).

In ihren Arbeiten komponiert sie meist Motive in einer Landschaft mit freiem Himmel - zum Beispiel einen Jungen, der auf einer Wiese in einem aufgeschlagenen Buch einen Drachen steigen lässt. Wie dieses Werk entstanden ist, verrät Woitzik - Künstlername: Schnette - dem Fachmagazin für Bildbearbeitung "Docma".

Eingeweichte Taschenbücher, 3-D-Bildteile und Digitale Pinselspitzen - so entsteht ein digitales Gemälde.

Ausgangsfotos

Foto:

Ein Taschenbuch, das über Nacht eingeweicht wurde, damit die Seiten so schön aussehen, ein Kind, ein selbstgemalter Flugdrachen, eine Lampe, eine Parkbank und - um den Hintergrund zu gestalten - Himmel sowie Grün aus dem Archiv.

Stimmung

Die Buchperspektive ist vom Foto vorgegeben, über die im Hintergrund defokussiert sichtbare Wohnung wird der Himmel aus dem Archiv gelegt. Jetzt bereits erfolgt die Festsetzung der Farbstimmung durch den Einsatz einer Kombination aus vier Einstellungsebenen vom Typ "Fotofilter", "Schwarzweiß" und "Farbfüllung", die eine Ebenengruppe zusammenfasst. Diese Gruppe bleibt während der ganzen folgenden Bearbeitung ganz oben auf den sich darunter immer höher stapelnden Bildebenen.

Begrünung

Nun werden die Buchseiten unterhalb der Farblook-Gruppe begrünt. Bei diesem Schritt war es ganz wichtig, darauf zu achten, dass das fotografierte Grün in der Perspektive mit den Buchseiten möglichst exakt harmoniert. 3D-generierte Bildteile wären an dieser Stelle ideal, aber Schnettes Einarbeitungsseminar zu diesem Thema bei Uli Staiger ist zwar schon gebucht, muss aber noch stattfinden.

Motivmontage

Der kleine Mann, sein Drachen, die Laterne und die Bank bekommen ihren Platz im Bild. Für die Glaubwürdigkeit des Ergebnisses ganz wichtig sind die handgemalten Schatten, die hier den späteren Standpunkt der Sonne vorwegnehmen. Weniger realistisch ist die Illumination der Lampe (durch Malen mit einem weichen, weißen Pinsel), der hier noch die Aufgabe eines Blickfangs zukommt. Ein typisches Element für eine fantasiegeleitete Gestaltung, bei der nicht jedes Detail real wirken muss.

Finetuning

Mit viel weißer Farbe, weichen Pinselspitzen und geringer Deckkraft der einzelnen Malstriche entsteht die endgültige Lichtsituation sowie der wabernde Bodennebel, der dem Bild mehr Tiefenwirkung verleiht. Zusätzlich sorgen eine schwache, dunkle Vignettierung an den Rändern und eine künstliche Sonnenlichtkante auf dem Rasen dafür, dass der Blick des Betrachters auf das Motiv gelenkt wird.

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