Umfrage unter Jugendlichen What the Fax?!

Laut einer Umfrage wissen viele Jugendliche nicht, was ein Faxgerät oder eine Mini-Disc ist und wozu man Disketten brauchte. An Kassettenrekorder können sich aber noch viele erinnern, aus gutem Grund.

Früher populär, heute fast vergessen: 1990 gab es in der BRD fast 700.000 Telefaxgeräte. Das Gerät links daneben ist übrigens ein Wählscheibentelefon.
Kai-Uwe Wärner / picture-alliance

Früher populär, heute fast vergessen: 1990 gab es in der BRD fast 700.000 Telefaxgeräte. Das Gerät links daneben ist übrigens ein Wählscheibentelefon.


Fortschritt bedeutet immer auch, dass Wissen über alte Kulturtechniken verloren geht. Schon aus ganz praktischen Erwägungen und weil die mit diesen Techniken verbundenen Gerätschaften schlicht aus dem Alltag verschwinden. Wer mit dem Auto zur Arbeit fährt, muss nicht wissen, wie man eine Kutsche anspannt.

Eine aktuelle Umfrage des Branchenverbands Bitkom bestätigt diese Erkenntnis einmal mehr. Der Verband, der sich um die Anliegen von Unternehmen kümmert, die in irgendeiner Weise digitale Dinge anbieten, hat Kinder und Jugendliche zu ihren Kenntnissen über Technologien befragt, die vielen Mitgliedern der von Mittelständlern und Start-ups geprägten Organisation wohl noch bekannt sein dürften.

Das Ergebnis: Gerätschaften, die der Generation 35-Plus noch bestens bekannt sein dürften, weil sie damit aufgewachsen ist, stellen viele Kinder und Jugendliche vor Rätsel. Der Bitkom titelt in einer Pressemitteilung deshalb: "3 von 10 Jugendlichen haben noch nie von Faxgeräten gehört", solche Apparate würden viele nur noch aus Filmen kennen. Vermutlich aus Wiederholungen oder aus Retro-Serien wie "Stranger Things".

Die Erkenntnis, die Bitkom-Expertin Marie Anne Nietan daraus ableitet: "Digitale Technologien haben viele über lange Zeit genutzte elektronische Geräte im Büro oder heimischen Wohnzimmer in nur wenigen Jahren ersetzt."

Außer wenn nicht. Wer zum Beispiel Unterlagen an eine Versicherung oder eine Behörde schicken will, muss das immer noch recht häufig per Brief oder eben per Fax tun - und dazu ins nächste Internetcafé gehen und dessen Betreiber die Maschine bedienen lassen.

Nur auf den ersten Blick ersetzt deshalb das Smartphone alles vom Faxgerät über das Diktiergerät bis zum Walkman. Doch nach diesen und einigen weiteren Geräten befragte der Bitkom mehr als 900 Kinder und Jugendliche am Telefon.

Bitkom

Eine weitere, nur auf den ersten Blick wenig verwunderliche Erkenntnis aus der Umfrage: Während kaum noch jemand in der befragten Altersgruppe einen Schimmer hat, was ein Pager gewesen sein könnte, wissen 84 Prozent der Jugendlichen noch etwas mit dem Begriff Kassettenrekorder anzufangen. Die einen werden so ein Gerät im Kinderzimmer stehen gehabt haben, schließlich sind Benjamin Blümchen und artverwandte Kinderhörspiele bis weit in dieses Jahrtausend hinein auf Kassette zu bekommen gewesen.

Die anderen haben den Film "Guardians of the Galaxy" gesehen, in dessen Anfangssequenz ein alter Walkman einen prominenten Auftritt hat.

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Wissen Sie noch, was ein Pager ist?

Der Bitkom hat Kinder und Jugendliche nach ihrem Wissen über alte Technik befragt. Am schlechtesten schnitt dabei der Pager ab, den nur zwölf Prozent der Befragten kannten. Aber: Was ist denn nun eigentlich ein Pager?

Die Abstimmung ist beendet. Klicken Sie hier, um das Ergebnis zu sehen.

mak



insgesamt 89 Beiträge
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Seite 1
Nonvaio01 12.07.2019
1. warum sollten die auch
Fax und Mini Disk sind obsolete, warum sollten die sich auch daran erinnern. Mini Disc hatten nicht viele, obwohl der CD ueberlegen wenn es um Music on the Go ging. Ich hab mein Sony MD player geliebt, hatte auch einen im Radio und zuhause. Fax....macht kein mensch mehr, warum auch E-mail reicht. Ich bin mir sicher es gibt viele dinge aus meiner Jugend und Kindheit die nie kennen gelernt habe weil die schon zu meiner zeit obsolete waren.
Crom 12.07.2019
2.
Man kann ein Fax auch online verschicken. Deswegen muss man nicht zum nächsten Internetcafe gehen.
sozialismusfürreiche 12.07.2019
3. genannten Beispiel Versicherungen und Behörden ...
Bei Behörden ist das klar ... wenn man denen eine e-Mail schicken muß oder manchen Behördenmitarbeiter an einen PC setzen würde, dann bekommen die einen Nervenzusammenbruch und sind arbeitsunfähig. Die IT'ler in den Unternehmen bekommen Tobsuchtsanfälle, wenn es jemand wagt PDF-Anhänge größer 2 oder 5 MB empfangen zu wollen. Es gibt auf Smartphones tolle Apps zum Abfotografieren von seitenweise Dokumente und dann als PDF zu verschicken. Aber wenn sich Behördenmitarbeiter verstecken, dann gibt es auch keine e-Mail-Adressen wo man das hinschicken kann. Versicherungen ... das ist eh ähnlich, da viele glauben sie würden in einer Behörde arbeiten.
migampe 12.07.2019
4. Wissen nicht, aber kennen schon!
"Wer mit dem Auto zur Arbeit fährt, muss nicht wissen, wie man eine Kutsche anspannt." Nein, wissen wie er die Kutsche anspannt muß er nicht, aber wissen was eine Kutsche ist, sollte man schon.
Ein_denkender_Querulant 12.07.2019
5. Jeder Router beherrscht Faxe
Zitat von Nonvaio01Fax und Mini Disk sind obsolete, warum sollten die sich auch daran erinnern. Mini Disc hatten nicht viele, obwohl der CD ueberlegen wenn es um Music on the Go ging. Ich hab mein Sony MD player geliebt, hatte auch einen im Radio und zuhause. Fax....macht kein mensch mehr, warum auch E-mail reicht. Ich bin mir sicher es gibt viele dinge aus meiner Jugend und Kindheit die nie kennen gelernt habe weil die schon zu meiner zeit obsolete waren.
Das ist falsch. Im Gegensatz zu E-Mails, die ankommen oder auch nicht, ist ein Fax ein rechtsgültiges Dokument mit der Möglichkeit der Empfangsbestätigung. Mit jedem Router kann man heute Faxe versenden. jeder Multifunktionsdrucker erlaubt es ebenso.
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