Black Friday So klappt es mit der Online-Schnäppchenjagd

Am Black Friday und Cyber Monday bieten viele Onlinehändler verlockende Rabatte an - die sich aber nicht immer lohnen. Wir geben Tipps, wie Sie sicher durch die Angebotstage kommen.

Sameer Al-Doumy/AFP

Definieren Sie ihre Wünsche

Bevor Sie sich beim Onlineshopping supergünstige, aber letztlich auch super-unnütze Produkte andrehen lassen, überlegen Sie genau: Was brauche Sie wirklich? Was möchten Sie sich oder anderen schenken? Und vor allem: Wieviel Geld sind Sie bereit, dafür auszugeben? Am besten schreiben Sie diese Eckpunkte auf, quasi als Selbstverpflichtung.

Nutzen Sie Preisalarme

Wenn Sie den ersten Punkt erledigt haben, können Sie mithilfe von Preissuchmaschinen nach den aktuellen Preisen schauen. So wird es leichter, vermeintliche Angebote von echten Schnäppchen zu unterscheiden. Denn viele Händler werben zwar mit hohen Rabatten. Sie beziehen ihre Prozentangaben aber auf die ursprünglichen unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller. Dabei handelt es sich jedoch um reine Empfehlungen, die viele Händler ohnehin unterschreiten.

Außerdem werden oft Ladenhüter oder veraltete Produkte zu Schnäppchenpreisen angeboten oder zunächst zu überhöhten Preise dargestellt, damit der Rabatt später höher erscheint.

Wer echte Schnäppchen nicht verpassen möchte, sollte sich bei einer Vergleichsseite einen Preisalarm einstellen. Dann bekommt man eine E-Mail, sobald ein Angebot unter der gewählten Preisgrenze liegt. Einen Anhaltspunkt kann der niedrigste Preis der vergangenen drei Monate darstellen. Fällt der Preis unter diese Schwelle, macht man in der Regel kein schlechtes Geschäft.

So erkennen Sie vertrauenswürdige Shops

Sie sollten nicht in jedem Onlineshop einkaufen, nur weil dieser günstige Preise verspricht. Ein gutes Zeichen, dass man es nicht mit Betrügern zu tun hat, kann beispielsweise ein funktionierendes Trusted-Shops-Siegel sein, das beim Draufklicken ein Fenster mit dem Zertifikat des Shops öffnet. Damit können Verbraucher auch die Internetadresse abgleichen, denn manchmal bauen Betrüger Klone vertrauenswürdiger Internetshops, die sich nur in einem Buchstaben der URL-Zeile vom Original unterscheiden.

Auch das Kleingedruckte wie Impressum, Datenschutzerklärung und Widerrufsbelehrung kann Hinweise enthalten. Vorsicht sollte man walten lassen, wenn der Betreiber nur eine Postfachadresse angibt oder der Händler versucht, Versandrisiken auf die Käufer abzuwälzen.

Immer gut: Gutscheine

Auf Gutscheinportalen tauchen manchmal Gutscheine auf, mit denen der Einkauf noch günstiger wird. Diese sind allerdings manchmal an Bedingungen wie die Anmeldung bei einem Newsletter gebunden - und in einigen Fällen mit anderen Rabattaktionen nicht kombinierbar.

Trotzdem lohnt es sich fast immer - auch wenn nicht gerade Black Friday ist - mit einer Suchmaschine nach "Name des gesuchten Produkts Gutschein" oder "Name des Herstellers Gutschein" zu suchen.

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Vermeiden Sie lange Lieferzeiten und hohe Versandkosten

Am Ende des Bestellvorgangs lauert manchmal eine böse Überraschung: hohe Versandkosten. Bevor Sie die Bestellung abschicken, sollten sie deshalb verschiedene Versandoptionen durchprobieren - vielleicht ist die Lieferung in eine Filiale des Anbieters ja kostenlos. Außerdem sollten Sie auf die Lieferdauer achten. So manches vergriffene Produkt kann erst in zwei bis drei Monaten geliefert werden, wenn die Preise vielleicht noch stärker gefallen sind.

Bestellungen im Ausland können teuer werden

Manchmal kann es verlockend sein, Produkte bei ausländischen Anbietern zu bestellen (mehr speziell zu Bestellungen aus China lesen Sie hier bei SPIEGEL+). Beispielsweise, weil sie in Deutschland nicht angeboten werden, nicht lieferbar oder viel teurer sind. Bei Bestellungen aus dem Nicht-EU-Ausland kann bei Bestellwerten ab 22 Euro - inklusive Versand - noch die Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 7 oder 19 Prozent hinzukommen. Hat das Produkt einen Wert von mehr als 150 Euro, wird unter Umständen zusätzlich eine Zollgebühr fällig, die von der Art des Produkts abhängig ist. Auf Waren wie Alkohol, Tabakwaren und Kaffee werden außerdem Verbrauchssteuern erhoben. Mehr Infos dazu findet man auf der Webseite des Zoll.

Die richtigen Bezahlmethoden

Bestellen Sie in Onlineshops lieber nicht auf Vorkasse und vermeiden Sie nach Möglichkeit auch Überweisungen. Sicherer sind Lastschriften sowie Zahlungen per Kreditkarte und Paypal, bei denen Abbuchungen zurückgeholt werden können. Seriöse Shops verlangen dafür auch keine oder zumindest keine hohen Gebühren.

Vorsicht vor dem Widerruf

Wer online bestellt, hat 14 Tage Zeit, seine Bestellung zu widerrufen. Allerdings sollten Sie im Kopf behalten, dass Sie manchmal für die Rücksendekosten aufkommen müssen und dass Retouren auch nicht gut für die Umwelt sind.

Es gibt fast immer ein nächstes Angebot

Wer sich von den vielen herabzählenden Uhren und "Nur solange der Vorrat reicht"-Hinweisen in Onlineshops nervös machen lässt, sollte immer im Hinterkopf behalten: Rabattaktionen sind im Netz keine Seltenheit.

Wer etwas Geduld mitbringt und regelmäßig Preise vergleicht, findet auch in den Wochen und Monaten nach dem Black Friday und dem Cyber Monday günstige Gelegenheiten, an sein Wunschprodukt zu kommen.

mak/AFP

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