Black Friday Führe mich nicht in Versuchung

Zum Black Friday locken Ladengeschäfte und Onlinehändler wieder mit Sonderangeboten en masse. Wir erklären, worauf man dabei achten sollte und was man tun kann, um dem Shoppingstress zu entgehen.
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Ich hätte mir Urlaub nehmen sollen. Das wäre für alle besser gewesen. Für die Familie, für den Job und vor allem für mein Bankkonto. Stattdessen stöbere ich seit Tagen im Web nach Sonderangeboten. Schließlich ist "Black-Friday-Woche". Zumindest sagt das Amazon - und bedauerlicherweise haben die recht damit. Egal wohin ich im Web schaue, Otto, Cyberport, Notebooksbilliger oder Lidl, was mal als Schnäppchentag begonnen hat, ist längst ein wochenlanges Shoppingevent geworden.

Dabei ist der Black Friday eigentlich klar definiert: Es ist der Tag nach dem amerikanischen Erntedankfest Thanksgiving, das am vierten Donnerstag im November gefeiert wird. In den USA ist es mit einer gewaltigen Reisewelle verbunden, weil Familienmitglieder aus dem ganzen Land in ihre Heimatstädte pilgern, um den Tag mit einem gewaltigen Festessen zu feiern.

Und am nächsten Tag geht man shoppen.

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Zumindest war das mal so. Online sind aus dem Black Friday mittlerweile Wochen geworden. Amazons Shoppingevent beispielsweise läuft vom 22. bis zum 29. November. Dabei muss man das schon fast als Rückschritt betrachten. Vor wenigen Jahren läutete der Konzern den Black Friday noch mit einer "Countdown zur Cyber-Monday-Woche" ein.

Was man da bekommt und wann ist allerdings nicht planbar. Jeden Tag gibt es ab Mitternacht die "Angebote des Tages". Aber nur "solange der Vorrat reicht" und für maximal 24 Stunden. Wer davon noch nicht verwirrt genug ist, kann noch in die "Blitzangebote" schauen, die im Fünf-Minuten-Takt online gehen und maximal sechs Stunden verfügbar sind. Am Dienstagnachmittag standen dort mehr als 9000 Produkte zur Wahl, vom Akkuschrauber bis zum orthopädischen Sitzkissen. Frohe Weihnachten!

Weiter, immer weiter

Wobei es mit dem 29. November, dem einzig echten Black Friday, noch lange nicht vorbei ist. An den nämlich schließen sich noch das je nach Anbieter beispielsweise Black- oder Cyber-Weekend genannte Wochenende und dann der Cyber Monday an. Der war eigentlich mal der Online-Gegenpol zum Black Friday im stationären Handel, toppte mit 7,9 Milliarden Dollar Tagesumsatz  in den USA 2018 lässig die Umsätze des Freitags.

Dass sich daran dann noch Aktionen wie die Cyber-Days oder die Cyberweek anschließen, hatten Sie schon geahnt, oder?

Vorsicht vor schnellen Schnäppchen

Vielleicht haben Sie auch schon geahnt, dass die Rabatte, mit denen die Anbieter ihre Angebote bewerben, gar nicht so gewaltig sind, wie sie erscheinen. Sehr beliebt ist der Vergleich des Aktionspreises mit dem Listenpreis. Der aber wird von vielen Herstellern ohnehin oft weit höher angegeben als der zu erwartende Straßenpreis. Bei Haushaltsgeräten und Fernsehern fällt das besonders auf.

Eine Waschmaschine, die beim Hersteller mit einem Preis von 719 Euro geführt und am Black Friday für 366 Euro angeboten wird, bekommt man nur scheinbar zum halben Preis. Tatsächlich ergibt eine kurze Preisrecherche im Netz, dass dasselbe Modell andernorts nur 33 Euro mehr kostet, ganz ohne Sonderaktion. Wie im Journalismus gilt beim Schnäppchenkauf deshalb auch, dass eine Recherche eine anfangs aufregend klingende Geschichte kaputt machen kann.

Genau deshalb sollte man darauf auf keinen Fall verzichten. Egal wie verlockend ein Sonderangebot in diesen Wochen erscheinen mag: Bevor man zuschlägt, sollte man immer zuerst auf Preisvergleichsportalen nach dem aktuellen Straßenpreis für das angebotene Produkt suchen. Bekannte Anbieter sind billiger.de , geizhals.de  und idealo.de , bei Elektronik hilft auch der Heise-Online-Preisvergleich .

Manches lohnt sich

Lohnenswert kann es am und um den Black Friday herum vor allem sein, sich nach Produkten umzuschauen, die sonst keinem großen Preisverfall unterliegen. Apple-Gadgets und manche Nintendo-Produkte zum Beispiel haben Straßenpreise, die kaum von den Listenpreisen des Herstellers abweichen.

Wer sich also etwa ein MacBook, ein iPad oder ein iPhone anschaffen will, tut gut daran, an den Angebotstagen nach Schnäppchen Ausschau zu halten. Aber Vorsicht: Manche Händler bieten zu diesen Gelegenheiten Modelle an, die Apple längst durch neue ersetzt hat. Angesichts der oft über mehrere Gerätegenerationen gleichlautenden Bezeichnungen ist das oft schwer zu erkennen. Ein MacBook Pro mit der Gerätenummer MPTR2xx/A beispielsweise ist ein veraltetes Modell von 2017.

Das können Sie kaufen

Bedenkenlos zugreifen kann man dagegen oft bei den Angeboten der Hersteller selbst. Bei Amazon beispielsweise bekommt man einige Kindle-E-Reader, Fire-Tablets und Echo-Lautsprecher zu deutlich reduzierten Preisen.

Die wichtigste Regel bei all den vorweihnachtlichen Angeboten aber lautet: Lassen Sie sich nicht hetzen. Die Erfahrung zeigt: Es gibt kaum ein Angebot, das einmalig ist, keinen Preis, der nicht noch weiter sinken kann. Wenn Sie die folgenden fünf Regeln beachten, kann kaum etwas schiefgehen:

Fünf Tipps für die Online-Schnäppchenjagd

Zur Entspannung mal spenden

Oder Sie machen es sich in diesem Jahr ganz leicht. Der Preisvergleichsstress am Black Friday lässt sich ganz einfach umgehen, indem man spendet statt zu shoppen. Als Gegenbewegung zum Black Friday hat sich seit 2012 der Hashtag #givingtuesday etabliert, der Konsumenten dazu motivieren soll, den Dienstag nach dem Shoppingevent zu nutzen, um gemeinnützigen Projekten mit Spenden zu helfen.

Ausführliche Informationen zu Zehntausenden Projekten, die man mit seinem Weihnachtsgeld fördern könnte, findet man beispielsweise auf betterplace.org . Eine interessante Initiative zeigt der Kleidungshersteller Patagonia. Statt mit Sonderangeboten zu locken, fordert er seine Kunden explizit zum Spenden für Umweltschutzgruppen auf. Alle Spenden, die zwischen dem 29. November und dem 31. Dezember auf der dafür eingerichteten Webseite  eingehen, will das Unternehmen verdoppeln, und hat dafür insgesamt bis zu zehn Millionen Dollar eingeplant.