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Blackberry-Smartphones: Vom E-Mail-Handy zum Android-Smartphone

Foto: © Mark Blinch / Reuters/ REUTERS

Ende einer Legende Im August ist Schluss mit Blackberry-Smartphones

Jetzt aber wirklich: Nachdem Blackberry die Entwicklung neuer Geräte eingestellt hat, wird jetzt auch die Fertigung von Smartphones der legendären Marke beendet.

Blackberry ist jetzt auch offiziell raus aus dem Wettbewerb um Marktanteile im Smartphone-Markt. Vor vier Jahren hatte das Unternehmen erklärt, aus der Entwicklung von Smartphones auszusteigen. Ganz vom Markt verschwinden sollten die von einer kleinen Fan-Gemeinschaft immer noch geschätzten Blackberrys damals aber nicht. Vielmehr übernahm der Elektronikkonzern TCL Communication die Produktion der Smartphones, deren Marktanteil 2016 bei nur noch 0,1 Prozent lag. Seither ist er weiter gesunken. Blackberry wird in Smartphone-Statistiken längst nur noch unter "Sonstige" aufgeführt.

Wohl auch deshalb hat TCL Communication nun per Twitter angekündigt , dass es mit den Blackberrys bald vorbei sein wird. Der Mitteilung des Unternehmens zufolge bedauere man "mitteilen zu müssen, dass TCL Communication ab dem 31. August 2020 keine Mobilgeräte der Marke Blackberry mehr verkaufen wird". Als Grund dafür heißt es in dem Tweet, dass TCL keine weiteren Rechte habe, "Blackberry Mobilgeräte zu entwickeln, herzustellen und zu verkaufen".

Offensichtlich läuft also die Lizenz ab, die TCL seinerzeit von Blackberry bekommen hatte. Und auch wenn TCL die Zusammenarbeit mit der kanadischen Firma ausdrücklich lobt und die unter seiner Führung entwickelten Blackberrys als "großartig" bezeichnet, viel mehr als ein kleiner Anerkennungserfolg waren sie nicht. Da half es auch nicht, das alte Blackberry OS zu verlassen und auf Android umzusteigen.

Einer der Gründe für Blackberrys einstigen Erfolg war die typische Blackberry-Tastatur. Deren Layout und Qualität hatten zur Folge, dass regelmäßige Blackberry-Nutzer darauf sehr schnell Nachrichten schreiben konnten. Allemal schneller jedenfalls, als auf den damals auf Handys üblichen Zehnertastaturen.

Die Tastatur war es aber auch, die die Blackberrys langsam, aber sicher aus dem Markt kegelte. Als Apple-Chef Steve Jobs Anfang 2007 mit dem iPhone das erste Touchscreen-Smartphone präsentierte, konnten die Kanadier die Newcomer aus Kalifornien noch belächeln. Doch mit dem Durchbruch der Touchscreen-Smartphones verlor die physische Tastatur an Bedeutung - und Blackberry ebenfalls. Der Marktanteil fiel von weltweit 20,1 Prozent im Jahr 2009 in die heutige Bedeutungslosigkeit.

TCL will eigene Hardware auf den Markt bringen

Dass es die einst berühmten schwarzen Smartphones bald nicht mehr gibt, wird man in den Auslagen der Elektronikmärkte kaum bemerken, außer vielleicht in Form von Abverkaufsaktionen, mit denen TCL im Sommer versuchen könnte, seine Lager zu leeren.

Den so frei werdenden Platz will das chinesische Unternehmen künftig offenbar mit eigenen Geräten füllen. Zum einen ist es mit Smartphones der französischen Marke Alcatel schon lange auf dem Markt aktiv. Zum anderen hat TCL Anfang Januar auf der Elektronikmesse CES drei neue Android-Smartphones angekündigt, darunter eines mit 5G-Technologie. Auf dem Mobile World Congress, der Ende Februar in Barcelona stattfindet, sollen die vermutlich vergleichsweise günstigen Handys ihr Debüt geben.

Wie wichtig dieser Schritt für TCL sein soll, legt ein Zitat von TCL-CEO Kevin Wang nahe, der auf der CES in Las Vegas sagte: "Unsere Smartphones und Mobilgeräte der Marke TCL werden ein wichtiger Schwerpunkt für die Weiterentwicklung des gesamten TCL-Ökosystems sein."

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