iPad-Tastaturen im Test Tippen statt tätscheln

Für Vielschreiber ist das iPad ein Grauen. Wer tippt schon gerne stundenlang auf einem Bildschirm? Abhilfe schaffen Keyboards, mit denen das Apple-Tablet zum echten mobilen Arbeitsplatz wird. Sechs besonders interessante Modelle haben wir getestet.
iPad-Tastaturen: Unterschiedliches Aussehen, unterschiedliche Preise, ähnliche Technik

iPad-Tastaturen: Unterschiedliches Aussehen, unterschiedliche Preise, ähnliche Technik

Foto: Matthias Kremp

Kann das iPad ein Notebook ersetzen? Diese Frage beschäftigt mich, seit das erste Apple-Tablet vor zwei Jahren auf den Markt kam. Damals unternahm ich einen Selbstversuch: Drei Tage lang tippte ich meine Berichte von der Internationalen Funkausstellung in Berlin ausschließlich auf der Bildschirmtastatur. Das Ergebnis: Gewicht und Akkulaufzeit des Tablets waren prima, das Tippen auf dem Bildschirm aber auf Dauer anstrengend. Fortan schleppte ich wieder ein Notebook mit - bis jetzt.

Denn mittlerweile gibt es etliche Hersteller, die iPad-Cases mit integrierter Tastatur anbieten. Manche sind eher elegant, einige auf Stabilität getrimmt und wieder andere konsequent für Vieltipper ausgelegt. Und es gibt auch jene Varianten, die einfach nur billig sind und gerade mal für Gelegenheitsnutzer ausreichen.

Allen gemein ist, dass sie nur bedingt für Vielflieger geeignet sind. Statt per Kabel über den sogenannten Dock-Connector verbinden sie sich drahtlos per Bluetooth mit dem Apple-Tablet. Doch die Nutzung von Bluetooth ist bei vielen Fluggesellschaften an Bord der Flugzeuge verboten.

Im Zug, im Café oder auf dem Sofa stört das aber niemanden. Angst, dass einem dabei der Strom ausgeht, muss man kaum haben. Die Hersteller geben zwischen acht (Trekstor) und 60 (Belkin) Stunden Ausdauer für ihre Funktastaturen an. Die Standby-Zeit beträgt bis zu drei Monate (Belkin).

Welche Unterschiede es bei iPad-Tastaturen sonst noch gibt, zwischen den edlen und den robusten, zwischen den billigen und den teuren, zeigt unser Gerätevergleich.

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iPad-Tastatur: Belkin Keyboard Folio

Foto: Matthias Kremp

Ein Fall für Vielschreiber: Belkin Keyboard Folio Belkins Keyboard Folio ist strenggenommen eine Schutzhülle für das iPad, allerdings eine mit eingebauter Tastatur. Ein Prinzip, nach dem viele Anbieter die Tablet-Ergänzung konstruiert haben.

Die Tastaturtasche von Belkin ist so etwas wie der Mercedes seiner Klasse. Mit ihren dicken Nähten und dem gelochten Außenmaterial hat sie die Anmutung von Sportwagensitzen, wirkt robust und langlebig. Mit der Zeit wird sie sicher eine interessante Patina ansetzen.

Unter dieser stabilen Außenhülle ist das iPad jedenfalls gut geschützt. Ein Nachteil: Apples schlankes Tablet wird durch die Schutzhülle zu einem dicken Klopper, mächtiger noch als viele Notebooks. Ein weiterer Nachteil: Das iPad in diese Hülle zu stecken, erfordert einige Mühe. Ist es einmal drin, will man es nur ungern wieder herausreißen.

Für alle Schalter, Anschlüsse und die Kamera sind Aussparungen in die Hülle eingearbeitet. Das ist ein Pluspunkt. Belkins Highlight aber ist die Tastatur. Obwohl vergleichsweise klein, lässt sich darauf ebenso flink tippen wie auf einer normalen PC-Tastatur. Die Tasten sind einzeln gefedert, bieten ein sehr gutes Schreibgefühl und arbeiten exakt. Bemerkenswert sind die Zusatztasten, die verschiedene Funktionen zum Auswählen von Texten im Schnellzugriff bieten.

Für Vielschreiber ist Belkins Schutzhülle allein der Tastatur wegen eine gute Empfehlung. Noch etwas besser verspricht die für das neue iPad gestaltete YouType-Schutzhülle zu werden, bei der sich die Tastatur von der Hülle abnehmen lässt.

Website: Belkin Schutzhülle mit integrierter Tastatur für iPad 2 
Preis: 100 Euro

H ier klebt das iPad: Kensington KeyFolio Expert

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iPad-Tastatur: Kensington Folio Expert

Foto: Matthias Kremp

Gut sieht sie aus, die Tastaturtasche von Kensington. Die Lederoberfläche ist fein aufgeraut, sie fühlt sich angenehm samtig an. Ungewöhnlich ist die Methode, mit der das iPad in diesem Case fixiert wird: Es muss auf eine Art Klebefläche - Kensington bezeichnet sie als Mikrosaug-Pad - gepresst werden. Tatsächlich funktioniert das Prinzip sehr gut und hält alle verschiedenen iPad-Modelle stabil in der jeweiligen Position.

Bei Nichtbenutzung empfiehlt der Hersteller, man solle die Schutzfolie wieder auf das Saug-Pad auflegen. Ist es verschmutzt und funktioniert nicht mehr, soll eine sanfte Reinigung die Klebekraft wiederherstellen. Erfreulich: Rückstände auf dem iPad-Rücken hinterlässt diese Methode nicht.

Das Kensington KeyFolio zeichnet aus, dass es einerseits schnell auseinander gefaltet werden kann, andererseits eine ganze Reihe unterschiedlicher Aufstellmöglichkeiten und damit Blickwinkel bietet. Je nachdem, wie man es installiert, kann man es an die beengten Verhältnisse im ICE oder den heimischen Schreibtisch anpassen.

Die Tastatur selbst gefällt mir grundsätzlich. Das Schreibgefühl ist gut, die Tasten sind problemlos ertastbar. Eine Reihe von Sondertasten bietet schnellen Zugriff auf Funktionen wie die Bildschirmhelligkeit, die Lautstärke oder die systemweite Suchfunktion. Eine schöne Idee ist die Statusanzeige für die Feststelltaste. Wäre die noch etwas größer oder heller, wäre sie tatsächlich nützlich.

Website: Kensington KeyFolio Expert 
Preis: 100 Euro

Günstig mit Makeln: GeneralKeys iPad 2 Tasche mit Tastatur

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iPad-Tastatur: GeneralKeys iPad 2 Tasche mit Tastatur

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Zusammengeklappt wirkt die Tastaturhülle des Discount-Versenders Pearl wie eine Büromappe. Das ist erst mal gut, weil sie das iPad ordentlich schützt. Die Verarbeitungsqualität ist leider mäßig, die Hülle nicht überall gleichmäßig vernäht, USB-Anschluss und Einschalttaste sehen klapprig aus.

Dasselbe gilt für die Tastatur. Die versieht zwar ihren Dienst, doch ihre winzigen Tasten liegen zu nah beieinander, und bei kräftigem Druck geben sie gemeinschaftlich nach unten nach. Schnelles, blindes Tippen erfordert hier ein bisschen Übung. Immerhin gibt es einige Zusatztasten.

Für das neue iPad ist die GeneralKeys-Tastaturhülle konstruktionsbedingt ungeeignet. Während ein iPad 2 gut von der Halterungen fixiert wird, ragt das neue iPad knapp darüber hinaus und kann nicht dauerhaft fixiert werden.

Website: GeneralKeys iPad2-Tasche mit integrierter Bluetooth-Tastatur 
Preis: 50 Euro

Robuster Schutzpanzer: Logitech Keyboard Case für iPad 2

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iPad-Tastatur: Logitech Keyboard Case für iPad 2

Foto: Matthias Kremp

Nicht überall, wo Logitech draufsteht, ist auch Logitech drin. So auch bei dieser Schutzhüllen-Tastatur-Kombination. Eine Gravur verrät, dass dieses Modell eigentlich von der US-Firma Zagg stammt. Macht aber nichts, denn auch so handelt es sich um einen robusten Schutzpanzer für das Apple-Tablet. Zum Transport drückt man das iPad mit dem Bildschirm nach unten in die Aluminiumhülle, wo es von einer Gummi-Ummantelung festgehalten wird. So wird es vorne vom Alu-Case und hinten von seinem eigenen Alu-Deckel geschützt. Für Kopfhörer und Dock-Connector sind Aussparungen vorhanden, für die Kamera nicht.

Zum Schreiben wird das iPad in die Halterung im Case eingesteckt, die gleichzeitig den Neigungswinkel vorgibt. Herumtragen sollte man das iPad so aber nicht, da es nicht fixiert wird. Die Tastatur lässt sich dank ausreichend großer und ausreichend voneinander getrennter Tasten gut verwenden, auch zum schnellen Tippen. Die Konstruktion, bei der das Tablet in der Alu-Hülle versenkt wird, kann allerdings, je nach Handhaltung, stören. Das sollte man vor dem Kauf ausprobieren.

Als platzsparende Tastaturhülle für Leute, die ihr iPad viel herumtragen, ist Logitechs Lösung auf jeden Fall eine gute und sichere Option.

Website: Logitech Keyboard Case für iPad 2 
Preis
: 100 Euro

Rutschen auf der sanften Rundung: Trekstor i.Gear agent for iPad 2

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iPad-Tastatur: Trekstor i.Gear agent for iPad 2

Foto: Matthias Kremp

Auf den ersten und zweiten Blick sieht Trekstors Tastaturhülle dem Logitech-Modell ausgesprochen ähnlich. Auch hier schützt eine Aluminiumhülle das iPad beim Transport, auch hier ist eine Tastatur in das Case eingebettet. Über einen Kamm scheren sollte man die beiden Varianten trotzdem nicht, denn es gibt feine und deutliche Unterschiede.

Der feine Unterschied: Das Alu-Case von Trekstor ist hinten sanft abgerundet. Das sieht gut aus, hat aber zur Folge, dass das Case beim Schreiben über den Tisch wandert. Als Extra hat Trekstor eine Stütze eingebaut, die das Tablet stabiler und in einem angenehmeren Winkel hält als das Logitech-Case. Die Tastatur ist erheblich kleiner und klappriger ausgefallen als bei Logitech, sie ähnelt der von GeneralKeys. Für lange oder schnelle Schreibprojekte ist sie kaum zu gebrauchen.

Website: Trekstor i.Gear agent for iPad 2 
Preis: 80 Euro

Die externe Lösung: Microsoft Bluetooth Mobile Keyboard 5000

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iPad-Tastatur: Microsoft Mobile Keyboard 5000

Foto: Matthias Kremp

Microsoft baut eine iPad-Tastatur? Ausgerechnet Microsoft? So ist es! Und der Konzern demonstriert, dass man nicht unbedingt Tastatur und Case in einem kaufen muss. Viele iPad-Besitzer haben schließlich schon eine Schutzhülle und sind mit einer externen Tastatur gut bedient. Das Microsoft-Modell dient dabei nur als Beispiel. Grundsätzlich lässt sich jede Bluetooth-Tastatur mit dem iPad koppeln. Man braucht nur etwas, mit dem man das iPad beim Schreiben in eine brauchbare Position stellen kann, zum Beispiel Apples Smart Cover.

Der Vorteil: Tastaturen wie das Microsoft-Keyboard bieten Tasten in voller Größe und mehr Schreibkomfort als die meisten Tastaturhüllen. Für Vielschreiber können das wichtige Argumente sein. Dafür muss man aber auch immer Tastatur und iPad getrennt transportieren, und es fehlen iPad-typische Zusatztasten. Auf dem Microsoft-Keyboard ist stattdessen eine fürs Tablet nutzlose Windows-Taste zu finden.

Microsoft-Deutschland führt das Modell 5000 allerdings schon nicht mehr in seiner Hardware-Abteilung, sondern nur das Modell 6000 mit zusätzlichem Ziffernblock. Im Versandhandel ist das kleinere Modell aber weiterhin zu bekommen - und unschlagbar günstig.

Website: Microsoft Bluetooth Mobile Keyboard 5000 
Preis: 40 Euro

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